Raubtier-Wochen Teil drei

ratiopharm ulm empfängt am Samstag (18 Uhr live bei Telekom Sport) die Basketball Löwen Braunschweig und damit ein Team, das insbesondere von einem Spieler geprägt wird.

Shortcut Die Ulmer „Raubtier-Wochen“ gehen in Runde drei. Auf die Eisbären Bremerhaven und die Tigers Tübingen folgen am Samstag die Basketball Löwen Braunschweig – und damit der dritte Gegner, der trotz furchteinflößenden Namens bislang wenig Beute geschlagen hat. Nach fünf Niederlagen aus acht Spielen droht Braunschweig erneut ein harter Kampf um den Klassenerhalt. Seit dem Rückzug von Namenssponsor New Yorker 2014 hat sich das Kellerdasein zum Dauerzustand in der Volkswagen-Stadt entwickelt, aber auch zu einem Identitätsmerkmal, das gerade jungen Spielern besondere Türen öffnet. So ist Big-Man-Talent Lars Lagerpusch (neben Erfurts Filip Stanic) aktuell der einzige U20-Profi der Liga, der fest zur Rotation eines Bundesligisten gehört. Ob Lagerpusch, der unter einer Sehnen-Reizung im Fuß leidet, zum Einsatz kommt, ist noch nicht klar. Durch das zeitgleiche Auswärtsspiel der OrangeAcademy in Chemnitz (Sa. 19 Uhr live auf airtango.live), wird auch Thorsten Leibenath in der Kaderplanung improvisieren müssen. „Braunschweig spielt einen unbekümmerten und sehr schnellen Basketball. Ihr Spiel basiert einerseits auf einer guten Verteidigung, die häufig über das ganze Feld presst, anderseits auf einem guten Schnellangriff-Verhalten“, skizziert Head Coach Thorsten Leibenath den Gegner.

Record Mit 19 Siegen aus 26 Duellen liest sich die Ulmer Bilanz gegen Braunschweig überaus positiv – die letzten sieben Partien gingen sogar alle an Ulm. Aktuell können die Schwaben nach Siegen gegen Bremerhaven (85:77) und zuletzt in Tübingen (74:81) erstmals in dieser Saison auf einer Mini-Serie in der easyCredit BBL aufbauen. Die Löwen gehören zu den Teams, die in der ratiopharm arena noch nie gewinnen konnten (0-8). Ohnehin liegt der letzte Braunschweiger Sieg in Ulm fast zehn Jahre zurück (2. Februar 2008, 86:90). In der jungen Saison bestritten die Löwen bereits fünf Heimspiele (2 Siege); auswärts konnte das Team von Frank Menz  in drei Anläufen lediglich einmal reüssieren.

Keystats Kein BBL-Team erzielt weniger Punkte (72,3 pro Spiel) und nur Erfurt wirft schlechter aus dem Feld als Braunschweig (42,7 Prozent). Wenngleich ratiopharm ulm auch die meisten anderen Stats-Vergleiche (z.B. erzielte und zugelassene Punkte) für sich entscheiden kann, sind die Gäste im Rebounding (32,3) leicht überlegen. Hier hat ratiopharm ulm seine Achillesverse und wird mit 31,8 Rebounds pro Spiel auf Rang 14 im Team-Vergleich geführt. Auch direkte Korbvorlagen stellen die Niedersachsen (16,1) häufiger zu – Ulm liegt mit 15,9 Assists lediglich auf Rang 13. 

Spotlight Das Spiel der Löwen kreist um Scott Eatherton: Der Neuzugang aus Göttingen ist oft Braunschweigs einziger Big Man auf dem Feld – und als Scorer (17,1) und Rebounder (7,3) unerlässlich. Hat der 2,03-Meter-Mann einen Sahnetag, kann das Menz-Team auch die Großen ärgern – so, wie beim 73:71-Sieg gegen Würzburg, als Eatherton mit 29 Zählern überragte. Die meiste Hilfe bekommt der Center von Landsmann DeAndre Lansdowne (12,0 Punkte), der mit dem Litauer Zygimantas Janavicius (6,4 Punkte, 4,3 Assists) ein erfahrenes Backcourt-Duo bildet.

Quotes

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Braunschweig spielt einen unbekümmerten und sehr schnellen Basketball. Ihr Spiel basiert einerseits auf einer starken Verteidigung, die häufig über das ganze Feld presst, anderseits auf einem guten Schnellangriff-Verhalten. Dazu passt ihr Topscorer Scott Eatherton sehr gut. Er ist ein beweglicher Big Man, der von den Außenspielern häufig gesucht und gefunden wird, und der im Pick & Roll mit hohem Tempo zum Korb rollt und dort auch gut finishen kann.“

Good to know Nach dem Ärger um die Terminierung des Auswärtsspiels in Gießen (10. Dezember), das nun am selben Tag wie das Gastspiel der OrangeAcademy in Trier stattfindet – und so den Einsatz der Doppellizenzspieler wie auch am Samstag nicht ermöglicht –, können sich die Fans auf eine weitere Spielverlegung einstellen. Das Auswärtsspiel in München (20. Januar) wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in den April verlegt. Grund: Am eigentlichen Spieltag ist die Pokal-Quali, an der Ulm als Gastgeber de easyCredit TOP FOURs nicht, dafür aber die besten sechs Teams der Tabelle teilnehmen.

Fotos Marcel Merli, Florian Achberger, Robert Kagelmann

>