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Do, 25.06.2020

„Wir waren immer ein Team“

Im Interview sprechen Head Coach Jaka Lakovic und Sportdirektor Thorsten Leibenath über das Final Turnier 2020, die kommende Saison und innere Druckverhältnisse.

Jaka, mit dem Abstand von zwei Tagen, wie schaust du zurück auf die aufregenden zweieinhalb Wochen in München?
Jaka Lakovivc: Ich muss mich erst noch an das normale Leben gewöhnen. Die Erinnerungen sind noch sehr frisch und natürlich frustriert mich die Niederlage im Halbfinale. Aber grundsätzlich bin ich sehr stolz auf die Mannschaft. Nicht nur darauf, wie sie gespielt hat, sondern auch, wie sie im Hotel oder im Training aufgetreten ist. Wir waren immer ein Team. Die Jungs haben es genossen, zusammen zu sein. Und das ist einer der Gründe, warum sie so gut gespielt haben. Sie haben gezeigt, dass sie ein großartiges Team waren.“

Du hast ein verrücktes erstes Jahr als Head Coach erlebt. An welche Dinge wirst du dich am meisten erinnern?
Lakovic: Ich werde nichts vergessen. Das Wichtigste passierte ganz am Anfang. Dass ich mich ratiopharm ulm angeschlossen habe, war eine meiner besten Entscheidungen. Der Club hat all das, was ich über ihn gehört hatte, bestätigt. Die Ambitionen, der Ehrgeiz und das sehr gute Arbeitsumfeld haben zu einer meiner besten Erfahrungen beigetragen. Abgesehen davon haben wir dieses Jahr alles erlebt. Am Anfang war es schwierig, dann wurden wir immer besser, bis uns Zoran Dragic, der zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich beste Spieler der Liga, verlassen hat. Als wir Archie Goodwin verpflichtet haben, mussten wir wieder neu anfangen. Als wir dachten, wir sind wieder auf dem richtigen Weg, kam das Corona-Virus und damit das Finalturnier in München. Aber alles in allem, bin ich sehr zufrieden und dankbar für diese Erfahrungen. 
Jaka Lakovic in Action. Foto: Harry Langer
Dir war immer die Entwicklung und der Prozess, den das Team durchläuft, wichtig. Wie zufrieden bist du mit dieser Entwicklung? 
Lakovic: Ich muss ehrlich sein: Als wir am Anfang Schwierigkeiten hatten, war ich als junger Trainer nicht sicher, ob unsere Entwicklung in die richtige Richtung gehen würde. Aber mit der Hilfe des Clubs, meiner Assistant Coaches und Thorsten, der mir mit seiner Erfahrung sehr viel geholfen hat, haben wir das geschafft. Am Ende hat sich gezeigt, dass unser Plan richtig war. Auf dieser Entwicklung wollen wir natürlich aufbauen. 

Thorsten, wie hast du diese wilde Saison erlebt, in der du das erste Mal nach acht Jahren nicht als Trainer, sondern als Sportdirektor verantwortlich warst?
Thorsten Leibenath: Die Zusammenarbeit mit Jaka, den Trainern, Spielern und Geschäftsführer Thomas Stoll habe ich als sehr angenehm empfunden. Die Umstellung fiel mir deshalb nicht sehr schwer. Das hat auch mit der unglaublichen Professionalität von Jaka zu tun. Er hat ein enormes Verständnis dafür, was es braucht, um auf hohem Niveau tätig zu sein, und kann gleichzeitig die Besonderheiten in Ulm verstehen. Was die sportliche Entwicklung angeht, sind wir auf einem sehr guten Weg. Wir haben aufgrund von Jakas Arbeit und der Teamzusammenstellung an Reputation hinzugewonnen. Nicht nur, weil wir beim Finalturnier so gut abgeschnitten haben, sondern weil Jaka bei der Spielerentwicklung hervorragende Arbeit geleistet hat. 

„Der externe Druck ist nie so groß wie der innere.“

ratiopharm ulm hat diese Saison zum sechsten Mal innerhalb der letzten neun Jahren unter den Top vier abgeschlossen. Wie wertvoll ist diese Konstanz?
Leibenath: Ich freue mich, dass wir uns im oberen Drittel der BBL etabliert haben. Es ist schön zu sehen, dass trotz eines Umbruchs auf der Trainerbank das fortgesetzt wird, was wir hier schon vorher begonnen haben. 

Wie blickst du einer Saison 2020/21 entgegen, die neben einem ungewissen Saisonstart viele weitere Unwägbarkeiten bereithält?
Leibenath: In Ulm machen uns Herausforderungen keine Angst. Wir gehen mit einer gehörigen Portion Kreativität, Optimismus und Durchsetzungskraft an die Sache heran. Die neue Saison wird Herausforderungen bereithalten, die wir jetzt noch gar nicht kennen. Aber das lässt mich nicht zögerlich werden. Wir sind hervorragend aufgestellt, weil unsere Geschäftsführer hervorragende Arbeit leisten. Die Infrastruktur in Ulm könnte nicht besser sein. Wir werden in den OrangeCampus einziehen und uns dort, was die Infrastruktur angeht, noch einmal auf ein anderes Level bringen. Wir werden mit Jaka zusammenarbeiten, der bereits unter Beweis gestellt hat, dass er ein sehr guter Trainer ist und meiner Meinung nach das Potenzial hat, als Trainer genauso erfolgreich zu werden, wie er es als Spieler war. Deshalb blicke ich durchaus positiv in die Zukunft. 
Ulmer Team Spirit. Foto: Ulf Duda
Jaka, Thorsten setzt dich ganz schön unter Druck. Seiner Prognose nach musst du auch als Trainer die EuroLeague gewinnen.
Lakovic: Mindestens! Aber im Ernst, ich spüre keinen Druck. Thorsten kann nicht so viel Druck auf mich ausüben, wie ich das selbst tue. Ich denke, das geht nicht nur mir so, das wird Thorsten auch erlebt habe. Jeder einzelne setzt sich doch selbst am meisten unter Druck. Ich versuche meinen Job so gut zu machen, wie ich kann und suche dabei immer nach dem Besonderen. Dasselbe fordere ich auch von meinen Spielern. Der Druck, der von außen kommt, ist nie so groß wie der innere. 
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