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ratiopharm ulm
Coach: LAKOVIC Jaka
Platzierung: 6. (14-7)
Heim-Bilanz: 8-3
06.12.2020 | 15:00 | BBL 5. Spieltag
74 : 73
Q1 Q2 Q3 Q4
ULM 20 15 12 27
VEC 11 21 18 23
RASTA Vechta
Coach: PÄCH Thomas
Platzierung: 18. (3-17)
Auswärts-Bilanz: 1-9

Irgendwie einen Weg gefunden

ratiopharm ulm sichert sich in seinem vierten Bundesliga-Spiel den vierten Erfolg und ringt Rasta Vechta nach einer dramatischen Schlussphase mit 74:73 nieder.

  • Osetkowski mit Double Double und Game Winner. 
  • Philipps nach eineinhalb Monaten zurück. 
  • Situation ohne Zuschauer für Spieler weiter schwierig.

Sonntagnachmittag-Spiele sind immer schwierig. Noch dazu nach einer zweiwöchigen Spielpause und dann auch noch ohne Fans. Mit dieser besonderen Situation hatten am fünften Spieltag der easyCredit BBL freilich beide Kontrahenten zu kämpfen. Während Rasta Vechtas Head Coach Thomas Päch nach zuvor drei Niederlagen in Folge sehen durfte, „dass wir die spielfreie Zeit gut genutzt haben“, sah sich ratiopharm ulms Head Coach in seiner Befürchtung bestätigt. „Wir wussten, dass es heute schwer werden würde, in einen Rhythmus zu finden.“ Dass es ratiopharm ulm, das nach einer 13-Punkteführung im zweiten Viertel die Kontrolle und seinen Rhythmus verlor, dennoch gelungen ist, auch das vierte Spiel in der BBL in Serie zu gewinnen, beschreibt Per Günther so: „Es ist denke ich auch eine Qualität, enge und hässliche Spiele zu gewinnen. Uns muss aber klar sein, dass wir so eine Leistung nicht immer bringen dürfen.“ Schon in zwei Tagen steht für ratiopharm ulm im EuroCup die nächste große Herausforderung bevor. Mit einem Sieg gegen Podgorica können die Ulmer einen großen Schritt in Richtung Top16 machen. „Jetzt wird es für uns vor allem darauf ankommen, uns mental auf die Partie am Dienstag vorzubereiten. Um eine Chance zu haben, müssen wir von Beginn an bereit sein“, richtet Lakovic den Blick schon voraus. 
100 % Einsatz: John Petrucelli mit dem Hustle-Play in der Defense. Foto: Harry Langer
Im Fokus:  39 Tage musste Christoph Philipps mit Adduktoren-Problemen tatenlos zusehen. Auch als der 22-Jährige Ende des dritten Viertels eingewechselt wurde, sah es zunächst nicht so aus, also ob er einen Unterschied machen könne. Nach fünf Sekunden auf dem Parkett hatte der Defensivspezialist sein erstes Foul kassiert. Auch John Petrucelli, der für seine starke Verteidigung bekannt ist, hatte lange keinen Zugriff auf die Partie. Am Ende waren es dann aber doch diese beiden Akteure, die ihr Team auf die Siegesstraße brachten. „Chrissi Philipps und John Petrucelli haben uns im Schlussviertel mit ihrer defensiven Leistung in Fahrt gebracht“, sagt Jaka Lakovic. Oder wie es Per Günther formuliert: „In den Schlussminuten mussten wir heute irgendwie einen Weg finden, um zu gewinnen. Dafür reichen manchmal ein paar Plays und defensive Line-Ups, um den Unterschied auszumachen.“ 
Dylan Osetkowski verwandelte am Ende einen wichtigen Freiwurf, der die Uuulmer jubeln ließ. Foto: Harry Langer
Die Länderspielpause dauerte für ratiopharm ulm zweieinhalb Minuten länger als für Rasta Vechta. Nach einem 0:4-Rückstand gelangen Osetkowski in der 3. Minute die ersten Ulmer Punkte des 5. Spieltags. Als in kurzer Abfolge vier weitere Ulmer Zähler folgten, schienen die Startschwierigkeiten behoben zu sein. Doch es dauerte noch einige Minuten, ehe ratiopharm ulm den Rost aus den Gelenken geschüttelt hatte. Mit einem 12-1-Run beendeten die Gastgeber dann das erste Viertel (20:11) und profitierten dabei einmal mehr von der Hereinnahme von Andi Obst, der sowohl die Offensive (5 Pkt.) als auch die Defensive (1 Steal) belebte. Wenngleich also der Plan, „Rasta von der ersten Minute an zu zeigen, dass bei uns nichts zu holen ist“ (Obst), erst mit etwas Verspätung umgesetzt werden konnte, hatte ratiopharm ulm das Spiel bis zur 15. Minute fest im Griff (29:19). Als die Unparteiischen dann auf beiden Seiten einige Fouls übersahen, wurde die Partei deutlich härter. Und Rasta profitierte von der höheren Körperlichkeit. Während sich bei ratiopharm ulm nun die Fehler häuften (10 Ballverluste bis zur Halbzeit), reduzierten die Gäste den Rückstand bis zur Halbzeit auf drei Punkte. Mit einem 8:1-Lauf neutralisierten die Niedersachsen in den letzten zwei Minuten vor der Pause die Ulmer Überlegenheit der ersten 20 Minuten (35:32).
Demitrius Conger gab gegen Vechta seinen Einstand im orangenen Trikot. Foto: Harry Langer
Und die Ungenauigkeit im Ulmer Spiel sollte ein Problem bleiben. Nach vier weiteren Ballverlusten übernahm Vechta in der 25. Minute erstmals nach dem 0:4 erneut die Führung (37:39). Es dauerte bis zur 27. Minute, ehe Isaiah Wilkins – der im Angriff zuvor ein technisches Foul kassiert hatte – nach einer feinen Passstafette den erst zweiten Ulmer Feldkorb des dritten Viertels erzielte (39:42). Mit der Einwechslung von Christoph Philipps, der seit Ende Oktober verletzt pausiert hatte, gelang in der 28. Minute der Ausgleich (44:44). Doch Rasta blieb auch nach dem Führungswechsel cool: Nach einem 5:0-Run gingen die Gäste mit einem Dreipunkt-Vorsprung in die letzte Viertelpause (47:50). 
In der 33. Minute gelang John Petrucelli endlich sein gefürchteter „Signature Move“. Erst klaute er dem bis dato so souverän Regie führenden Stefan Peno an der Mittelinie den Ball, dann dunkte er das Spielgerät zum 57:55 durch die Reuse. Doch der erhoffte „Knotenlöser“ war auch diese Aktion nicht. Nachdem Obst sein Team mit einem mutigen Drive zum Korb in Front hielt (62:59), wechselte das Momentum in der Folge hin und her, ehe Heckmann zwei Minuten vor dem Ende auf 66:66 stellte. Und dieses verrückte Spiel sollte jetzt erst so richtig an Fahrt aufnehmen: Erst war es der zweite Dreier von Obst, dann ein wilder Korbleger von Caupain und schließlich ein „up and under“ Layup von Heckmann, der ratiopharm ulm immer wieder den hauchdünnen Vorsprung sicherte. Bis 14 Sekunden vor dem Ende. Bis Stefan Peno nach vier Fehlwürfen aus der Distanz – und nach nur einem getroffenen Dreier bei 12 Versuchen in den vorangegangenen drei Partien – einen Dreier zum 73:73 im Korb versenkte. Nach einer Ulmer Auszeit war es dann Osetkowski, der bei 2,6 Sekunden auf der Uhr gefoult wurde und einen von zwei Freiwürfen zum Sieg verwandelte. Da der abschließende Dreier von Josh Young knapp das Ziel verfehlte, steht ratiopharm ulm nach vier Siegen in Serie nach wie vor an der Tabellenspitze der easyCredit BBL. 

O-Ton

Jaka Lakovic: „Wir haben es aber auch nicht geschafft, die nötige Intensität und Energie aufzubringen. Am Ende war es dann ein Spiel, das beide Mannschaften hätten gewinnen können. Und wir hatten mit Sicherheit auch Glück zum Schluss. Auch wenn das Spiel insgesamt nicht schön war heute, haben wir einen Weg gefunden, es zu gewinnen. Diese vier Siege, die wir in der Bundesliga geholt haben, dürfen wir aber jetzt nicht zu hoch hängen. Ich denke, dass vor allem die kommenden Spiele zeigen werden, wo wir einzuordnen sind.“
Per Günther: „Man hat heute gemerkt, dass wir mit uns selbst zu kämpfen hatten. Wir sind gut ins Spiel gestartet, hatten danach aber immer wieder Probleme. Insgesamt war das Spiel heute sehr zerfahren und es ist uns schwergefallen, Bälle zu fangen und die Konzentration aufrecht zu halten. Am Ende der ersten Halbzeit haben wir Vechta wieder zurück ins Spiel verholfen und konnten der Partie unseren Stempel dann auch im weiteren Verlauf nicht wirklich aufdrücken. Dann hatten wir aber natürlich auch Glück, dass der Dreier von Josh Young nicht reingegangen ist. Die Pause, von der wir vor allem mittel- und langfristig profitieren können, war sehr wichtig für uns. Kurzfristig hat sie aber natürlich unseren Spielfluss beeinträchtigt.“ 

Und sonst? Auch nach dem zweiten Zuschauer-losen Heimspiel der Saison 2020 hat sich Per Günther noch nicht an die seltsame Atmosphäre in der leeren ratiopharm arena gewöhnt. „Wenn du vor dem Spiel mit Feuerwerk in die leere Halle einläufst, fühlt es sich an wie bei einer Theaterprobe“, so der Kapitän. Auch die Situation nach einem gewonnenen Thriller ist ohne Fans eine ganz andere. Keine Humba, kein Bad in der Menge und auch keine Diskussion in der Kabine darüber „in welcher Bar wir jetzt vielleicht noch ein Bier trinken“. All diese Routinen, die auch abseits der 40 Minuten auf dem Parkett das Leben eines Sportlers ausmachen, fallen in der Corona-Saison derzeit weg. Trotzdem weiß Günther natürlich „dass wir in einer privilegierten Situation sind, weil wir unseren Beruf ausüben können. Es ist zwar nicht die Version, die wir uns alle wünschen, da ohne Fans eine Menge verloren geht. Aber letztendlich sind wir sehr froh, weiterhin hier sein zu dürfen.“ Dass es in seinem Team indes Spieler gibt, die eine volle ratiopharm arena noch nie erlebt haben, macht Günther dennoch wehmütig. 

Team-Stats Saison


FG%
2P%
3P%
FT%

Top-Performer

Keine Daten vorhanden
Punkte
noch nicht verfügbar
Dylan Osetkowski
10
Rebounds
Dylan Osetkowski
ratiopharm ulm
Troy Caupain
5
Assists
Troy Caupain
ratiopharm ulm
Aric Holman
1
Blocks
Aric Holman
ratiopharm ulm
Dylan Osetkowski
2
Steals
Dylan Osetkowski
ratiopharm ulm
Andreas Obst
16
Effektivität
Andreas Obst
ratiopharm ulm

Spiel-Stats

ratiopharm ulm

Nr. Name S5 MIN PTS 2M 2A 2P% 3M 3A 3P% FGM FGA FG% FTM FTA FT% DR OR TR AS ST TO BS PF EF DBL
1 Conger, Demitrius 15:59 4 1 3 33% 0 0 0 1 3 33% 2 2 100% 1 1 2 1 0 2 0 2 3
35 Holman, Aric 15:26 11 1 3 33% 2 2 100% 3 5 60% 3 4 75% 1 0 1 0 0 0 1 3 10
3 Landers, Trey 18:04 2 1 1 100% 0 0 0 1 1 100% 0 0 0 1 0 1 0 1 3 0 2 1
7 Petrucelli, John 19:44 6 3 4 75% 0 2 0% 3 6 50% 0 0 0 1 0 1 0 2 2 0 5 4
11 Wilkins, Isaiah 11:46 6 2 2 100% 0 0 0 2 2 100% 2 2 100% 1 1 2 0 0 2 0 4 6
23 Caupain, Troy 25:50 7 2 5 40% 1 3 33% 3 8 37% 0 0 0 3 0 3 5 2 3 0 0 9
21 Osetkowski, Dylan 28:14 10 4 7 57% 0 2 0% 4 9 44% 2 4 50% 7 3 10 1 2 1 0 1 15
27 Krimmer, Moritz DNP 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
10 Philipps, Christoph 06:40 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 2 100% 2 0 2 0 1 1 0 2 4
13 Obst, Andreas 25:35 13 1 4 25% 2 5 40% 3 9 33% 5 5 100% 4 0 4 4 1 0 0 2 16
33 Heckmann, Patrick 17:17 6 2 5 40% 0 1 0% 2 6 33% 2 2 100% 5 0 5 2 1 1 0 3 9
6 Günther, Per 15:25 7 1 2 50% 1 3 33% 2 5 40% 2 2 100% 1 0 1 3 1 1 0 1 8
Mannschaftsaktionen 1 1 2 0 0 2 0 0 0
Total 74 18 36 50% 6 18 33% 24 54 44% 20 23 86% 28 6 34 16 11 18 1 25 85

RASTA Vechta

Nr. Name S5 MIN PTS 2M 2A 2P% 3M 3A 3P% FGM FGA FG% FTM FTA FT% DR OR TR AS ST TO BS PF EF DBL
13 Salumu, Jean 25:36 15 4 4 100% 1 2 50% 5 6 83% 4 6 66% 1 1 2 3 1 3 0 1 15
41 Vorhees, Will 11:18 6 0 1 0% 2 2 100% 2 3 66% 0 0 0 1 0 1 0 0 2 0 5 4
6 Hasbargen, Tim 22:07 2 1 1 100% 0 2 0% 1 3 33% 0 0 0 2 0 2 0 1 1 0 2 2
21 Barnett, Jordan 10:06 2 1 3 33% 0 2 0% 1 5 20% 0 0 0 1 0 1 0 0 2 1 1 -2
4 Peno, Stefan 30:01 16 5 11 45% 1 5 20% 6 16 37% 3 4 75% 3 1 4 4 2 5 0 2 10
42 Clifford, Dennis 30:00 6 3 4 75% 0 0 0 3 4 75% 0 0 0 8 0 8 1 1 2 0 4 13
14 Herkenhoff, Philipp 21:33 13 2 4 50% 3 6 50% 5 10 50% 0 1 0% 2 1 3 0 0 0 1 2 11
8 Young, Josh 22:33 5 1 4 25% 1 4 25% 2 8 25% 0 0 0 1 1 2 1 0 1 0 2 1
20 Hundt, Jannes 08:08 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 4 50% 0 0 0 2 0 1 0 2 1
22 Rohwer, Björn DNP 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
33 Christen, Robin 18:38 6 1 1 100% 0 1 0% 1 2 50% 4 4 100% 4 1 5 1 0 2 0 2 9
Mannschaftsaktionen 3 0 3 0 0 0 0 0 3
Total 73 18 33 54% 8 24 33% 26 57 45% 13 19 68% 26 5 31 12 5 19 2 23 67
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