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Mo, 13.04.2020

„Besser kann es nicht sein!“

Dr. Wolfgang Klimke hat ihn erdacht, Christian Schmid erbaut. Ein Doppel-Interview mit zwei Männern, ohne die der OrangeCampus nie entstanden wäre.

Es ist ein kalter Februarmorgen. Christian Schmid und Dr. Wolfgang Klimke sitzen im Baucontainer. Noch ist der OrangeCampus eine matschige Baustelle. An den Wänden der Behelfsunterkunft ist der Bauprozess abgebildet: Der detaillierte Monatsplan weist auf die Eröffnung im Frühsommer hin. Höchste Zeit, um über die Entstehungsgeschichte zu sprechen.

Herr Dr. Klimke, wie viel hat der OrangeCampus noch mit der Skizze zu tun, die Sie ganz am Anfang der Planungen auf einem Papiertaschentuch angefertigt haben?
Wolfgang Klimke: Eigentlich kommt die erste Skizze gar nicht von mir, sondern von Dr. Thomas Stoll. Er hat bei einem ganz frühen Treffen ein kariertes DIN A4-Blatt dabeigehabt, auf das er ein paar Rechtecke gemalt hatte. Das Papiertaschentuch ist also ein Mythos, wenngleich ich im weiteren Verlauf der Planung immer wieder kleine Zeichnungen auf Bierdeckel und Servietten gemacht habe. 

Sie begleiten das Projekt seit der ersten Stunde. Hatten Sie zwischenzeitlich die Befürchtung, dass aus der Idee niemals Realität werden würde?
Klimke: Eigentlich nie. Ich kenne Thomas Stoll und Andreas Oettel schon sehr lange und habe miterlebt, wie sie ratiopharm ulm entwickelt haben. Deshalb war ich mir sicher: Die packen das an und ziehen es durch. Aus heutiger Sicht überrascht mich mein Optimismus, weil es ja doch einige Rückschläge gab. Aber das zeigt eben auch, wie unbeirrt die beiden an die Idee geglaubt haben. 

Was empfinden Sie, wenn Sie im Frühjahr 2020 über die Baustelle gehen?
Klimke: Freude und ein bisschen Stolz. Was wir sehen, ist ein großartiges Projekt, das an einer ganz prominenten Stelle genau so entsteht, wie wir uns das gewünscht haben. Besser kann es nicht sein. 
Dr. Wolfgang Klimke (li.) und Christian Schmid (re.) im Planungsbüro des OrangeCampus. Foto: Harry Langer
Herr Schmid, wie viele Menschen arbeiten gleichzeitig auf der Campus-Baustelle?
Christian Schmid: So wie die Baustelle gewachsen ist, so nimmt auch die Anzahl der Arbeiter zu. Los ging es im Oktober 2018, im September 2019 war dann der Rohbau fertig und jetzt steht die Fertigstellung im Mai 2020 kurz bevor. Aktuell sind wir zwischen 50 und 100 Arbeiter. 

Wie organisiert man so eine große Gruppe. Der eine muss ja wissen, was der andere tut?
Schmid: Das ist in der Tat nicht ganz einfach. Das ganze Team wird von einer starken Bauleitungstruppe, allen voran unser Projektleiter Peter Seifert, geführt. Damit das alles zusammenläuft, gibt es sehr viele Besprechungstermine. Sowohl mit dem Bauherrn, als auch intern. Außerdem wurde das gesamte Gebäude ja in 3D modelliert, was sowohl den Planern, als auch allen beteiligten Handwerkern sehr hilft. Um all das zu bündeln, haben wir ein Lean-System entwickelt, mit dem wir immer die kommenden sechs Wochen taggenau gemeinsam mit allen Akteuren vorplanen.

Ihre Firmen wurden beide 2016 mit dem BIM-Award für innovatives Planen und Bauen ausgezeichnet. Ist es ein Zufall, dass sie nun gemeinsam am OrangeCampus arbeiten?
Klimke: Ja, das ist Zufall.
Schmid: Ich glaube nicht, dass es Zufall ist. Dazu muss man zunächst wissen, was BIM ist. Dabei geht es nicht um eine Software, sondern um einen Prozess, der das Ziel hat, Gebäude gesamtheitlich zu betrachten. Also vom Entwurf über alle Lebenszyklen bis zum Abbruch. Scherr+Klimke hatte ein BIM-Modell erstellt, das uns 2016 in der Kostenschätzung sehr geholfen hat. Auf dieser Grundlage haben wir unser Angebot verbessert und uns letztlich damit durchgesetzt. Daraus hat sich ein Partnerschaftsmodell entwickelt, mit dem alle immer die Kosten im Blick haben. Ein wesentlicher Bestandteil von BIM ist ja, dass man gemeinschaftlich denkt und handelt, also Daten und Informationen jederzeit austauscht. Dieser teamorientierte Gedanke passt sehr gut zum Basketball.

Auf dem OrangeCampus bauen Sie ja eigentlich für zwei Bauherren: Einmal für den gemeinnützigen Verein BBU ’01, dann für eine wachstumsorientierte GmbH. Herr Schmid, wissen Sie wo die Trennlinie zwischen gemeinnützigem und gewerblichem Teil verläuft?
Schmid: Das wissen wir sehr genau. Die Trennlinie ist auf allen Plänen markiert. So gehören die Hallen, die Umkleidekabinen, die Sanitärräume und ein großer Teil des Foyers zum Verein, das Fitnessstudio, die Büros und die Kantine hingegen zur GmbH.

Das komplette Interview sowie die vollständige Ausgabe des OrangeZone.Magazin #3 im Online-Format findet ihr hier bei ISSUU.
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