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Di, 23.07.2019

Hard work, works!

Jaka Lakovic ist ein Gewinner. Sein Erfolgsgeheimnis: Harte Arbeit!

Jaka Lakovic ist 41 Jahre jung. Er ist erst der vierte Ulmer Head Coach seit 2001. Noch nie gab es in der easyCredit BBL einen Trainer mit einer vergleichbaren Spieler-Karriere. Lakovic gewann mit Barcelona die EuroLeague und auch für Panathinaikos Athen und Galatasaray Istanbul stemmte er Trophäen in die Luft. In Ulm will Lakovic mit seiner Erfahrung eine junge, hungrige Mannschaft prägen – ganz nach seinem Vorbild.  
Detailversessen: Lakovic ist im Training ein Perfektionist. Foto: Vid Ponikvar
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Am 7. Juni 2019 vermeldet der Tabellensechste der Saison 2018/19 um 10.30 Uhr: Jaka Lakovic wird neuer Head Coach von ratiopharm ulm. Nicht einmal eine halbe Stunde später gratulierte Goran Dragic seinem Idol und ehemaligen Mitspieler auf Twitter. Dragic ist wie Lakovic Slowene, gemeinsam gewannen sie 2017 den EM-Titel. Dragic war damals Sloweniens Topscorer, Lakovic Assistant Coach. „Er hatte einen großen Einfluss auf die Goldmedaille. Vor allem auf mich, weil ich ihn schon so lange kenne“, sagt Dragic, dem selbst bei einem Telefongespräch die Ehrfurcht anzumerken ist, wenn er über Jaka Lakovic spricht. Neben Wunderkind Luka Doncic, der an der Seite von Dirk Nowitzki in Dallas zum Rookie des Jahres wurde, ist Dragic der bekannteste slowenische Basketballer. In der kommenden NBA-Saison wird er 19 Millionen Dollar verdienen. Dragic sagt: „Jaka war mein Vorbild, er hat mich zu Beginn meiner Karriere sehr geprägt.“ 

Slowenien ist ein kleines Land, zwei Millionen Menschen leben zwischen Alpen und Mittelmeer in der ehemaligen Teilprovinz des Vielvölkerstaats Jugoslawien. Baden-Württemberg hat fünfmal so viele Einwohner. Seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1991 haben die Slowenen an jeder Basketball-EM teilgenommen. Jaka Lakovic war sieben Mal dabei, mit 86 Einsätzen für Slowenien ist er Rekordnationalspieler. Das letzte Mal, als die deutsche Nationalmannschaft auf Slowenien traf, war im Sommer 2007. In Madrid setzten sich Nowitzki & Co. knapp mit 69:65 durch. Lakovic stand 37 Minuten lang auf dem Parkett und erzielte die meisten Punkte für sein Team. „Es war nicht leicht gegen ihn zu spielen“, erinnert sich Patrick Femerling. „Jaka war extrem gut im Pick & Roll, unheimlich schnell und konnte eben werfen“, sagt Femerling, der auch zwei Jahre gemeinsam mit Lakovic für Panathinaikos Athen spielte.

„Jaka war mein Vorbild.“ Goran Dragic

Schon bevor Lakovic 2002 nach Athen wechselte, war er in Slowenien eine Legende. Für Novo Mesto, den slowenischen EuroLeague-Teilnehmer, legte er in der Königsklasse im Schnitt 20,9 Punkte auf. „In Slowenien haben wir alle zu ihm aufgeschaut. Insbesondere ab dem Moment, als er für Panathinaikos unterschrieben hat“, sagt NBA-Star Goran Dragic. In Athen trifft Lakovic nicht nur auf den deutschen Center Patrick Femerling, er macht auch erstmals Bekanntschaft mir Trainer-Guru Zeljko Obradovic. Kein anderer Trainer hat die EuroLeague so häufig gewonnen wie Obradovic. Die knapp 21 Punkte, die Lakovic im Vorjahr für Novo Mesto aufgelegt hatte, beeindruckte Obradovic nicht. „Das erste Jahr unter ihm war das schwerste meiner Karriere. Es schien, als hätte ich alles vergessen und müsste erst wieder lernen, Basketball zu spielen“, verrät Lakovic im Januar 2008 dem slowenischen Playboy. Auch heute sind die Erinnerungen an Obradovic bei ihm noch frisch. „Es war wie eine Gehirnwäsche. Er hat all das, was ich konnte, in Frage gestellt”, erinnert sich Lakovic an sein erstes Jahr in Athen. Doch die Plackerei zahlt sich aus. Lakovic steigert seine Punkteausbeute in den darauffolgenden zwei Jahren in Athen auf 15,1 Zähler (2004/05) und erlebt im Jahr 2005 seinen absoluten Durchbruch: Liga MVP in Griechenland, Meister und wertvollster Spieler der Finalrunde – alles in einer Saison. Heute sagt Lakovic. „Die Bereitschaft ist wichtiger als das Talent. Talent hat jeder Spieler, doch wenn du nicht bereit bist Opfer zu bringen, nützt dir das Talent nichts.“ 
Ein slowenischer Held - Jaka Lakovic im Kreise der Nationalmannschaft. Foto: Vid Ponikvar
Und Lakovic hat in seiner Karriere viele Opfer gebracht. Wer mit einer Körpergröße von nur 186 Zentimetern zu den elf besten Punktesammlern der EuroLeague-Historie zählt, muss hart arbeiten. „Jaka war ein echter Kapitän. Einer, der als erstes in die Halle kam und als Letzter ging. Wenn wir mit ihm trainiert haben, wurde eine Übung erst dann beendet, wenn sie perfekt war“, beschreibt Dragic den Mann, der die EuroLeague 2002 als bester Freiwurfschütze (89%) anführte. Fragt man Lakovic heute, was er von Obradovic oder Igor Kokoskov, den beiden Trainern, die ihn am meisten geprägt haben, gelernt hat, sagt er: „Du kannst nicht besser werden, wenn du nicht hart arbeitest und bereit bist zu lernen“. Das klingt simpel. Doch wenn deine Lehrmeister Obradovic heißen oder eben Kokoskov – slowenischer Nationaltrainer und erster Europäer, der in der NBA als Head Coach arbeitete – gewinnen die einfachen Weisheiten an Gewicht. Was Lakovic von den beiden Trainern gelernt hat, fasst er so zusammen. „Hard work, works.“ Und: „Niemand steht über dem Team, keiner ist wichtiger als der andere.“ 

Die komplette Titel-Geschichte – und noch vieles mehr (z.B. das Portrait über Anton Gavel oder das Interview mit Andreas Obst) lest ihr ab sofort im neuen OrangeZonge.Magazin #5 - designed by HALMA
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