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Mi, 21.04.2021

,,Ich gebe alles, um in dieser Saison nochmal auf dem Feld zu stehen"

Christoph Philipps schuftet aktuell für sein Comeback. Im Interview spricht der Forward über seinen Alltag in der Reha, die Erlebnisse beim TOP FOUR und seine Zuversicht bald aufs Spielfeld zurückzukehren.

Chrissi, wie geht’s dir aktuell? 
Ich fühle mich gut und befinde mich auf dem Weg der Besserung. In den ersten Wochen hatte sich nicht viel getan, was zunächst frustrierend war. Es ist immer auch etwas von der Tagesform abhängig und viel Geduld gefragt, vor allem weil ich schon mal ähnliche Probleme auf der anderen Seite im November hatte. Ein erneuter Rückschlag ist natürlich erstmal ernüchternd, vor allem nachdem ich mich zwischenzeitlich wieder zurückgekämpft hatte. Deswegen bin ich froh, dass es jetzt wieder bergauf geht. 
 
Du bist zurzeit im ,,next level. therapie- und trainingszentrum" in Schweinfurt, wo du täglich fürs Comeback schuftest. Wieso gerade dort? 
Hier findet man beste Voraussetzungen, um nach einer Verletzung wieder auf die Beine zu kommen, die z.B. auch viele Erstliga-Fußballer und Leichtathleten wahrnehmen. Ich habe hier täglich von circa 10 bis 17 Uhr Programm, bekomme Einzeltraining und bin mehrmals am Tag bei der Physiotherapie. Mit Catering und einem eigenen Apartment finde ich hier insgesamt beste Rahmenbedingungen.
Chrissi und Physiotherapeutin Mirjam Koscheck. Foto: Privat
Wie sieht dein Alltag aus? 
Nach der Physiotherapie am Morgen durchlaufe ich dann bis zum Mittag in Anleitung eines Trainers verschiedenste Übungen zur Verbesserung meiner Hüfte. Am Nachmittag stehen dann nochmal Therapieeinheiten an, bevor ich nach meinem eigenen Krafttraining auch Zeit zur Regeneration und zum Relaxen finde.  
 
Pendelst du trotzdem weiterhin nach Ulm? 
Vor allem an den Wochenenden fahre ich in der Regel wieder nach Ulm. Ich unterstütze ja auch weiterhin unser Team und bin daher zuletzt auch direkt zu den Auswärtsspielen nach Bayreuth und München gefahren. Unter der Woche bin ich dann hier und arbeite am Comeback. 
 
Du warst wie angesprochen auch am Samstag mit beim TOP FOUR. Wie war es die einzigen Ulmer Körbe geworfen zu haben? 
Bis zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, dass alles gut ist. Bevor unser Team für das Warm-Up aufs Feld kam, wollte ich noch schnell auf den Korb werfen. Als dann niemand rauskam war es schon etwas komisch, weil auch die Anspannung in der Halle zu spüren war und viele Leute am Handy waren. Durch die Vorfreude auf die Partie hatte ich aber zu keiner Zeit an so eine Situation gedacht. Trotzdem bin ich darauf hin nochmal in die Kabine. Alle waren schon bereit, waren umgezogen, als Jaka verkündete, dass das Spiel auf Grund positiver Corona-Fälle abgesagt wird. Es war schon eine große Enttäuschung, weil wir alle heiß waren und auch froh gewesen wären zumindest unser Halbfinale zu spielen. Für Per bietet sich so natürlich nochmal die Chance, doch dabei zu sein. 
 
Hast du in dem Moment dann auch realisiert, dass das auch für dich gelten könnte? 
Ja, aber das war zweitrangig. Ich habe mich selbst auf das Spiel gefreut und war positiv angespannt. Es war also im Moment der Absage nicht mein erster Gedanken, weil es ja auch noch nicht sicher ist, ob ich bei einer Wiederholung fit sein werde. Im Nachgang wurde mir dann aber schon bewusst, dass es vielleicht nochmal eine Chance sein könnte. 
 
Wie haben deine Teamkollegen die Absage aufgenommen? 
Wir haben es ehrlich gesagt erstmal nicht glauben können, wie so etwas überhaupt möglich ist. Wir wurden in dieser Woche dreimal getestet und dann kommt kurz vor dem Tip-Off diese Nachricht. Das war schon hart, wir wollten die Bayern an dem Tag unbedingt packen. 
 
Wird es schwer, im Vorfeld einer Neuansetzung nochmal diese Spannung aufzubauen? 
Nein, da wird es in meinen Augen keinen Unterschied geben. Es ist und bleibt ein Pokal-Halbfinale und damit ist es auch bei einer Wiederholung genauso etwas Besonderes. An Motivation oder positiver Spannung wird es da nicht fehlen. 

Auch von der Bank gibt Chrissi vollen Einsatz für das Team. Foto: Marcel Greiner
Die Saison schreibt durch die Pandemie ihre ganz eigenen Gesetze. Wie nimmst du es als Spieler wahr? 
Ich denke ich habe mich leider daran gewöhnt. Zumindest kann ich es mir gerade nicht mehr vorstellen vor einer vollen Halle zu spielen. Nicht wegen der Pandemie, sondern weil wir von dieser Vorstellung so meilenweit entfernt sind. Wenn die Halle irgendwann wieder voll ist, werde ich denke ich sogar nervös sein, weil es dann wieder ein ganz anderes Gefühl ist. Ich habe es jetzt abgehakt, dass in dieser Saison nochmal Zuschauer zugelassen werden aber so eine Saison braucht man natürlich nicht nochmal. 
 
Geht der Heimvorteil in den Playoffs damit sogar verloren? 
Nein, der bleibt. Zwar nicht mehr auf Grund der Stimmung und der Fans aber die unterschiedlichen Reisestrapazen bleiben trotzdem ein Faktor. Außerdem ist die eigene Halle einfach immer vertrauter. Gleichzeitig war ich allerdings noch nie in der Situation, Playoffs ohne Fans zu spielen und kann es daher auch schwer beurteilen. 
 
Was stimmt dich positiv, dass wir dich zu den Playoffs wieder auf dem Feld sehen? 
Mein persönliches Gefühl. Es spielen natürlich auch andere Faktoren eine Rolle aber von meinem subjektiven Empfinden geht es deutlich bergauf. Ich bleibe also dran und gebe alles, um mit der Mannschaft in dieser Saison nochmal auf dem Feld zu stehen.

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