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Di, 11.08.2020

„Ich habe mein Ziel noch nicht erreicht!“

Für Patrick Heckmann war das Final-Turnier ein Schritt in die richtige Richtung. Knapp anderthalb Wochen vor dem Trainingsstart spricht er über seine Vorbereitung, die ersten Eindrücke in der neuen Trainingshalle und die Bedeutung von Fans im Basketball.

Patrick, vor sieben Wochen endete die letzte Saison nach dem Halbfinale. Was ist seitdem bei dir passiert?

Ich habe anfangs ein bisschen entspannt und Urlaub gemacht, also so gut, wie es diesen Sommer ging. Wir haben die Familie besucht und versucht, ein wenig abzuschalten. Und seit knapp drei Wochen habe ich persönlich wieder mit der Vorbereitung begonnen. Zuerst habe ich locker in Mainz angefangen, bei mir zuhause. Und seit dieser Woche bin ich im Camp bei Coach Moris und mache mich fit für die neue Saison.

Ein gutes Stichwort. Du hast beim Final-Turnier gesagt, dass du dich „richtig fit“ fühlst – eher ungewöhnlich für die späte Saisonphase. Wie steht es denn um deine Fitness knapp anderthalb Wochen vor dem Trainingsstart?

Ich fühle mich schon ganz gut. Ich habe noch etwas Gewicht über den Sommer verloren. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg, ready für die Vorbereitung zu sein. Da musst du ja noch nicht komplett bei 100 Prozent sein, vor allem was das Basketballerische betrifft. Das kommt dann in den ersten zwei, drei Wochen wieder. Ansonsten fühlt sich mein Körper gut an. Und ich hoffe, dass ich mich dann pünktlich zum ersten Saisonspiel noch besser fühle, als vor dem Turnier in München.
Foto: Florian Eisebitt
Welche Schwerpunkte hast du dir für die Arbeit mit Coach Moris Hadzija gesetzt?

Wir wollen viel am Ballhandling und an Würfen aus der Bewegung arbeiten. Wir wollen in spielnahe Situationen kommen, dass wir uns wohl fühlen, Würfe unter hoher Belastung zu nehmen. Natürlich probieren wir auch Sachen aus, die man nicht zwangsläufig im Spiel umsetzt, die aber die Hand-Augen-Koordination verbessern – das wirkt sich auf die Reaktionsgeschwindigkeit im Spiel aus. Es macht unglaublich viel Spaß mit ihm. Er arbeitet sehr viel mit uns und pusht uns.

Ist es das erste Mal, dass du dich mit einem Individualtrainer vorbereitest?

Nein, in Bamberg haben wir das auch schon gemacht. Auch wenn ich sagen muss, dass ich meistens mit der Nationalmannschaft unterwegs war und daher nicht so viele individuelle Vorbereitungen mitgemacht habe. Im letzten Sommer habe ich mich mit Stefan Weissenböck in Prag getroffen und dort trainiert. Daher ist es nicht grundsätzlich neu für mich. Die Arbeit von Coach Moris ist aber schon anders und daher freue ich mich über den neuen Input.

Beim TOP-D Camp trainierst du erstmals im OrangeCampus. Schildere doch mal deine ersten Eindrücke.

Es ist unglaublich, was hier auf die Beine gestellt wurde. Es macht jedem Spaß hierher zu kommen und zu trainieren. Die Räumlichkeiten sind der Wahnsinn. Die Halle ist super ausgestattet, der Kraftraum sieht super aus. Ich würde sagen, es ist ein Traum für jeden Basketballer hier trainieren zu können.

"Fans gehören zum Basketball einfach dazu, denn sie schaffen eine ganz spezielle Atmosphäre."

In knapp anderthalb Wochen startet die Saisonvorbereitung. Wie „gut“ kennst du deine neuen Mitspieler bereits?

Ich denke, wir haben ein sehr interessantes Team. Wir haben viele junge Spieler, die sich wahrscheinlich erst finden müssen, sich aber definitiv beweisen wollen. Daher denke ich, dass es gut zusammenpasst. Wir haben ein paar erfahrene Spieler dabei, die sich in der Liga und auch in Europa gut auskennen, und das Team führen können. Jetzt gilt es, die fünf Neuzugänge gut einzugliedern und ihnen beim Lernen des Systems behilflich zu sein. Da werden alle Spieler, die bereits in der letzten Saison dabei waren, behilflich sein. Ich freue mich, sie dann nächste Woche persönlich kennenzulernen.

Eine Frage, die den Sport aktuell beschäftigt, ist, ab wann und in welchem Umfang wieder Zuschauer zugelassen werden können. Wie wäre es für dich, ähnlich wie bei Final-Turnier 2020, weiterhin in einer leeren Halle spielen zu müssen?

Ich fände es sehr schade, wenn gar keine Fans in die Halle kommen könnten. Das hat in München auf jeden Fall gefehlt. Für uns ist es schade, dass wir die Unterstützung nicht hatten, wiel wir ja auch für die Fans spielen wollen. Die Nähe zu den Fans ist für uns Profis sehr wichtig. Die Unterstützung, die wir während des Final-Turniers von außen erlebt haben, war unglaublich – die Fans hätten es einfach auch wieder verdient in der Halle dabei zu sein. Dennoch ist es wichtig, dass niemand einem Gesundheitsrisiko ausgesetzt wird. Daher würde ich mich freuen, wenn sich Konzepte entwickeln lassen, bei denen unsere Fans ohne Risiko wieder in die ratiopharm arena kommen können.
Foto: Florian Eisebitt
Was fehlt am meisten, wenn keine Zuschauer dabei sind?

Als Profis geben uns die Fans immer wieder einen kleinen Push. Wenn die Fans hinter dir stehen und uns anfeuern, dann gibt es dir als Spieler noch zusätzliche fünf bis zehn Prozent. Fans gehören zum Basketball einfach dazu, denn sie schaffen eine ganz spezielle Atmosphäre. Es gibt viele Hallen in Deutschland, wo man das merkt – vor allem auch bei uns in der ratiopharm arena.

Vor gut einem Jahr, als du in Ulm unterschrieben hast, kamst du mit dem Ziel, dir zu beweisen, dass du noch so spielen kannst, wie du es von dir selbst erwartest. Hast du das Ziel in deinem ersten Jahr hier schon erreicht?

Nein, auf keinen Fall. Das habe ich leider nicht. Ich denke, ich habe ein gutes Turnier in München gespielt. Während der Hauptrunde hatte ich immer ein paar Kleinigkeiten, die mich daran gehindert haben, mein Potenzial abzurufen. Erst hatte ich Probleme am Finger, dann am Fuß – das hat mich daran gehindert, auf 100 Prozent zu kommen. Dann war es auch nicht so leicht für mich, konstant Spielzeit zu bekommen. Ich denke aber, ich habe im Turnier in München bewiesen, dass ich dem Team sehr gut weiterhelfen kann. Ich hoffe, das kann ich in diesem Jahr bestätigen und mein Ziel, das ich mir letzten Sommer gesteckt habe, erreichen. Das Turnier war ein guter Anfang, aber es geht noch besser – das weiß ich.
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