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Sa, 18.05.2019

Von Beginn an unter Druck

Berlin startet mit hoher Intensität und legt dadurch die entscheidende Grundlage für den Sieg.

  • Nur Akpinar und Green punkten zweistellig.
  • Ulmer finden defensiv keinen Zugriff auf die Partie.
  • Berliner Walton ersetzt den verletzten Siva mit 12 Assists.  
ratiopharm ulm startet mit einer deutlichen Niederlage in die Playoffs. Bereits nach 30 Minuten hatten sich die Hauptstädter deutlich in Front gebracht und den Gästen keine Chance mehr gelassen, das Spiel noch zu drehen. Wenngleich der Rückstand letztlich 29 Punkte betrug, blickt Ismet Akpinar schon jetzt auf Spiel zwei der Serie. „Es ist egal, ob du mit einem oder mit 30 verlierst. Am Dienstag versuchen wir, die Serie auszugleichen“, so der 23-Jährige, der mit 13 Punkten Ulmer Topscorer war. Hatte ratiopharm ulm beim letzten Duell mit ALBA Berlin Probleme im letzten Viertel, so wurden die Gäste im ersten Spiel der „best of five“-Serie gleich zu Beginn der Partie unter Druck gesetzt. Mit ihren berüchtigten Schnellangriffen brachte ALBA ratiopharm ulm in die Bredouille und erspielte sich so eine 13-Punkte-Führung, die nie mehr in Gefahr geriet. „ALBA hat von Beginn an die richtige Einstellung gezeigt und ist ab der ersten Minute mit der nötigen Playoff-Härte aufgetreten. Uns ist das leider nicht gelungen“, sagt Head Coach Thorsten Leibenath. 

„Es ist egal, ob du mit einem oder mit 30 verlierst." Ismet Akpinar

Landry Nnoko attackiert Isaac Fotu. Foto: Camera4
Im Fokus „Wir müssen von Beginn an bereit sein und das Tempo kontrollieren“, gibt Akpinar die Marschroute für Spiel zwei vor und spricht damit die Defizite der ersten Partie an. Mit nur fünf Steals blieben die Ulmer unter ihrem Saisonschnitt, wie auch die 13 Berliner Ballverluste weniger sind, als ratiopharm ulm seinen Gegner im Schnitt aufzwingt. Dass der kurzfristige Ausfall von Peyton Siva, der sich im Abschlusstraining eine Bänderverletzung zugezogen hatte, nicht weiter ins Gewicht fiel, hatte mit Derrick Walton zu tun: Der erst während der Saison nachverpflichtete Amerikaner lieferte mit 12 Assists eine persönliche Bestleistung. 
Gavin Schilling im Duell mit Johannes Thiemann. Foto: Camera4
Schon der Ulmer Start in die Partie war nicht optimal. Zunächst verpasste Green einen sichergeglaubten Steal, dann rutschte Fotu der Ball beim Layup aus der Hand und als Walton den dritten Berliner Dreier versenkte, war der Rückstand auf neun Punkte angewachsen (13:4, 4. Min). Die Transition-Defense, also das Umschalten von Angriff auf Verteidigung, klappte zu Beginn noch nicht. Und der Rückstand wurde sogar noch größer – auch weil das Ulmer Doppeln in der Verteidigung zunächst nur zu zwei Berliner Ballverlusten führte. Wenngleich die Ulmer offensiv mithalten konnten und auch in der Verteidigung die Berliner oft zu schwierigen Würfen zwangen, trafen die Gastgeber extrem gut: So wie Luke Sikma, der seinen Dreier in der Rückwärtsbewegung zum 40:27 einnetzte. Was auch immer die Ulmer versuchten, die Berliner hatten immer eine Antwort: Ein Dreier von Krämer – Saibou antwortet aus der Distanz; ein Steal mit anschließendem Dunk von Green – Thiemann gelingt im Anschluss ein Drei-Punkte-Spiel. Und als die Gäste sich auf 54:43 herangerobbt hatten, verloren sie für 120 Sekunden den Überblick und kassierten einen 6:0-Lauf zum 60:43-Halbzeitstand.

Nach einem guten Start in Halbzeit zwei, zu dem Radosavljevic fünf Zähler beitrug, kassierte Boggy sein drittes Foul und Evans wenig später sein viertes. Die Ulmer Zone, in der fortan Fotu und Schilling patrouillierten, wurde von Berlin nun zunehmend attackiert. Vor allem Berlins Topscorer Johannes Thiemann (15 Punkte) war häufig nur durch ein Foul zu stoppen. Wenngleich Akpinar, der zur Halbzeit nur einen Punkt erzielt hatte, in Viertel drei mit drei Dreiern heiß lief, wurde der Rückstand einfach nicht kleiner (83:65). Den letzten Funken Hoffnung auf ein Comeback zerstörten die Berliner dann zu Beginn des Schlussviertels mit einem 8:0-Run zum 88:65. Als Tim Schneider vier Minuten vor dem Ende das 101:73 erzielte, war die Partie endgültig entschieden. „Trotz 17 Punkten Rückstand hätten wir im letzten Viertel nicht aufhören sollen zu kämpfen“, ärgerte sich Leibenath über das Ende der Partie. 
Boggy beim Dunk -Szenen wie diese haten Seltenheitswert. Foto: Camera4
Thorsten Leibenath „Ein vollkommen verdienter Sieg für ALBA, das die richtige Einstellung gezeigt hat und ab der ersten Minute mit der nötigen Playoff-Härte aufgetreten ist. Uns ist das leider nicht gelungen. Wir waren zu behäbig. Im Angriff haben wir es gar nicht so schlecht gemacht, aber in unserer Rückwärtsbewegung waren wir zu langsam. Vor der Halbzeit hatten wir uns auf neun Punkte rangekämpft, aber dann haben wir ein paar Mal unnötig den Ball weggeworfen und ALBA hat noch einen ganz wichtigen Run gemacht. Im dritten Viertel haben wir dann eigentlich unsere beste Leistung gezeigt, aber Berlin hat dann auch schwierige Würfe getroffen. Trotz 17 Punkten Rückstand hätten wir im letzten Viertel nicht aufhören sollen zu kämpfen.“

Und sonst? Als ratiopharm ulm vor fünf Jahren das erste Spiel der Playoff-Viertelfinalserie in Berlin mit 86:66 verlor, trugen zwei Spieler das Ulmer Trikot, deren Karriere seitdem steil nach oben ging: Daniel Theis schrammte damals als 22-Jähriger knapp an einem Double Double vorbei (9 Punkte / 9 Rebounds) und Will Clyburn – damals 23 Jahre alt – erlebte mit nur einem Treffer bei sechs Versuchen einen gebrauchten Abend. Während Theis vor einigen Tagen mit Boston aus den NBA-Playoffs ausgeschieden ist, tritt Clyburn mit CSKA Moskau am Sonntag im Finale um den EuroLeague-Titel an (ab 20.15 Uhr bei MagentaSport). 
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