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Sa, 25.01.2020

Ein Sieg nach Plan

ratiopharm ulm stoppt die Göttinger Siegesserie und kann beim dritten Erfolg hintereinander vieles von dem umsetzen, was es sich vorgenommen hat.

  • Tyler Harvey bestätigt mit 4/6 Dreiern seine gute Form. 
  • Zoran Dragic mit 23 Punkten und drei Steals. 
  • Vorentscheidung fällt schon im dritten Viertel.
ratiopharm ulm festigt zum Abschluss der Hinrunde mit dem dritten Sieg in Folge seinen Playoff-Platz. Dabei entzauberten hochkonzentrierte Gäste das Team der Stunde, dem zuletzt fünf Siege in Folge gelungen waren, bereits nach 20 Minuten (35:58). Nach den zweitwenigsten kassierten Punkten in dieser easyCredit BBL-Saison, war es natürlich die Verteidigung, die Head Coach Jaka Lakovic herausstellt. „Wir wollten hier mit einer defensiven Mentalität auftreten und das ist uns auch gelungen“, so der Slowene, der sich einmal mehr auf seinen Landsmann verlassen konnte. Zoran Dragic, der im Schlussviertel gar nicht mehr zum Einsatz kam, legte 23 Punkte auf und steigerte damit seinen Saisonschnitt auf 19,9 Punkte pro Spiel. „Heute war so ein Spiel, bei dem man gesehen hat, was mit dieser Mannschaft möglich ist“, so Per Günther, der in seinem 419. BBL-Spiel auf acht Punkte bei einer Trefferquote von 60 Prozent kam. 
Kyan Anderson blieb gegen Ulm deutlich unter seinen Möglichkeiten. Foto: Swen Pförtner
Im Fokus: Kyan Anderson (10 Punkte) vierzehn Zähler unter seinem Schnitt der letzten fünf Partien gehalten, Alex Ruoff nur fünf Punkte erlaubt (13,8 im Schnitt) und einem der besten Defensivmannschaften der letzten Wochen (76,6 kassierte Punkte) schon zur Halbzeit fast 60 Punkte eingeschenkt: Für ratiopharm ulm lief am 17. Spieltag einiges nach Plan. Dass Liga-Topscorer Zoran Dragic mit 23 Zählern erneut seine Klasse bewies, ließ jedes im Vorfeld als Schlüssel-Duell stilisierte Match-up unwichtig werden. Dass Göttingen nur 37 Prozent seiner Würfe versenkte, spielte den Ulmern zusätzlich in die Karten. „Wir vertrauen einander immer besser und sind als Team an einem guten Punkt“, fasste Per Günther die reife Leistung seiner Mannschaft zusammen. 
Tyler Harvey traf in Göttingen 4/6 Dreier. Foto: Swen Pförtner
Von Beginn an voll „fokussiert“ wollten die Ulmer ins Spiel gehen, so hatte es Dragic im Interview bei MagentaSport vor dem Tipoff gesagt. Denn ein Team, das die letzten fünf Spiele in Folge gewonnen hatte, willst du nicht ins Laufen kommen lassen, so der Liga-Topscorer. Angeführt von Killian Hayes, dem in den ersten vier Minuten zwei Steals mit anschließendem Korbleger gelangen, beherzigten die Ulmer die Worte ihres Leaders. Wenngleich Göttingen bis zur 7. Minute auf Tuchfühlung blieb (13:14), setzte sich ratiopharm ulm mit zwei Dreiern (Harvey und Günther) und guter Verteidigung (3 Steals) auf acht Punkte ab, ehe Anderson kurz vor dem Viertelende aus der Distanz zum 21:26 verkürzte. 

Und auch die zweite Prognose, die Dragic vor dem Spiel gemacht hatte, sollte eintreffen: „Wer hier heute besser verteidigt, gewinnt.“ Als ratiopharm ulm in der 15. Minute erstmals mit zehn Punkten in Führung lag (27:37), war das Spiel zwar noch sehr offensivlastig, doch während die Gäste in den folgenden fünf Minuten 21 Punkte erzielen sollten, gestattete ratiopharm ulm der BG nur noch acht Zähler. Vor allem aus der Distanz traf ratiopharm ulm im ersten Durchgang herausragend: Angeführt von Harvey (3) versenkten fünf Ulmer in den ersten 20 Minuten insgesamt acht Dreier bei einer Quote von 53 Prozent. In Verbindung mit dem gewonnenen Rebound-Duell (19/13) und nur drei Ballverlusten (Göttingen mit 7) setzte sich ratiopharm ulm Punkt um Punkt ab und führte zur Halbzeit mit plus 23 (35:58). 
Per Günther verteilte in Göttingen drei Assists Foto: Swen Pförtner
Dann dauerte es fast drei Minuten, ehe Seth Hinrichs die ersten Ulmer Punkte der zweiten Halbzeit erzielte (40:60). Auf der Gegenseite war es Anderson, der dafür sorgte, dass sein Team bis auf 14 Zähler herankam. In dieser Phase war es Grant Jerrett, der seinem Team mit seinen Rebounds Sicherheit gab. Während Göttingen am Drücker war, sorgte Derek Willis an alter Wirkungsstätte mit fünf Punkten in Folge für die 46:67-Führung seines Teams. Wenngleich Göttingen „gefühlt“ mehr von diesem Viertel hatte, war es eine weitere Prognose von Dragic, die ratiopharm ulm in Führung hielt: „Wir müssen unsere Widerstandsfähigkeit beweisen“, hatte der Slowene vor dem Spiel gesagt und sein Team Ende des dritten Viertels mit vier Zählern in Folge getragen (51:73). 

Den letzten Durchgang eröffnete Harvey zunächst mit einem Dreier und dann mit einem Steal, bei dem er quer durch die ganze Zone sprintete, um den Ball zu klauen. Mit diesen Aktionen machte der Amerikaner, dem sein drittes starkes Spiel in Folge gelang, klar, dass für die BG an diesem Abend eine Serie reißen würde. Wenngleich in der Folge die Spannung aus der Partie (56:80, 26.) und ebenso die Konzentration entwich, behielten die Gäste die Kontrolle: So wie Jerrett, der als Fels in der Brandung Adam Waleskowskis Wurf in die dritte Reihe blockte. Mit einer komfortablen Führung (61:82) und noch gut zwei Minuten zu spielen, verjüngte Lakovic sein Team radikal und spielte mit Hayes (18), Christoph Philipps (21), Moritz Krimmer (19), Kristofer Krause (19) und Gavin Schilling (24) mit einer Line-up, die im Schnitt auf 20,2 Jahre kam. 
Jaka Lakovic sah, wie sein Plan in Göttingen aufging. Foto: Swen Pförtner
O-Ton
Jaka Lakovic: „Wir wollten heute mit einer defensiven Mentalität ins Spiel gehen und das ist uns auch gelungen. Unsere Verteidigung hat uns die Möglichkeiten eröffnet, schnell zu spielen. Im zweiten Viertel haben wir dann wichtige Würfe getroffen und auch den Gegenpunch von Göttingen im dritten Viertel pariert. Von da an hatten wir das Spiel unter Kontrolle. Zufrieden bin ich heute vor allem mit der Verteidigung meiner Mannschaft.“ 

Und sonst? Das Zoran-Dragic-Shirt ist wieder zu haben! Nachdem die erste Auflage des „Leg dich nicht mit Zoran“-Shirts innerhalb von einer Stunde vergriffen war, gibt es das orange Statement nun wieder zum Preis von 14,95 Euro. Übrigens: Zorans Bruder Goran, der für die Miami Heat in der NBA spielt, hat per Twitter ein Shirt bestellt und hat das Kultobjekt mittlerweile nach Florida geschickt bekommen. 
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