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Donnerstag, 14. April 2022

Arbeitsreiches Osterwochenende

Auf ratiopharm ulm warten am Osterwochenende gleich zwei Auswärtsspiele: Am Freitag, 15.04. sind die Ulmer bei ALBA BERLIN zu Gast (18:00 Uhr). Am Sonntag trifft das Team auf Brose Bamberg (18:00 Uhr) – dort feierte Per Günther vor 14 Jahren sein Debüt.

Berlin und Bamberg: Statt Ostereier wollen die Ulmer am kommenden Wochenende bei zwei Auswärtsspielen der easyCredit BBL Punkte einsammeln. Für Per Günther ist die Partie gegen Brose Bamberg bestimmt eine besondere: In Bamberg feierte der Kapitän 2008 im Alter von 20 Jahren sein Liga-Debüt – am Sonntag wird es auch sein vermutlich letzter Auftritt in der Brose Arena sein. Für alle Fans überträgt MagentaSport die Partien gegen Berlin (ab 17:45 Uhr) und Bamberg (ab 17:30 Uhr) live.

„Jeder Spieler wird gebraucht“
Philipps mit dem Megafon in der Fankurve und Coach Jaka Lakovic, der nach der Partie den Zuschauern einen Kuss zuwarf: Szenen, die den 90:74-Sieg gegen Heidelberg wohl am besten beschreiben. Chrissi Philipps spielte nach seiner langen Verletzungspause erstmals wieder vor der heimischen Kulisse und steuerte zudem seine ersten Punkte bei. Jaron Blossomgame bewies seine individuelle Qualität (24 Punkte) und auch Point Guard Per Günther zeigte seine Qualitäten und sorgte für ordentlich Tempo – an diesem Abend gelang vor allem offensiv eine ganze Menge. Der Ulmer Kapitän sorgte dazu in der zweiten Halbzeit auch für den am Ende so wichtigen Lauf.

Jetzt wartet auf Jaka Lakovic und sein Team ein langer Roadtrip: „Wir fahren mit dem Bus von Berlin direkt nach Bamberg und von dort aus zum Flughafen in München – zum EuroCup-Achtelfinale nach Badalona fliegen wir dann am Montag. Ein Trip von insgesamt drei Spielen in sechs Tagen. Das wird auf jeden Fall eine hohe Belastung für das Team.“ Die Belastungssteuerung ist für Lakovic dabei ein wichtiger Faktor: „Jeder Spieler wird in diesen Tagen gebraucht und ist wichtig. Auch Chrissi ist zurück, was uns alle sehr freut. Er war zwar über 5 Monate raus, aber auch er kann mal einen Teamkollegen entlasten – wenn auch nur für 5 oder 7 Minuten. Es braucht noch etwas Zeit, bis er komplett wieder im Rhythmus ist. Wenn er seine Energie aufs Feld bringt, wird er uns auf jeden Fall helfen.“
Treffen auch am Freitagabend wieder aufeinander: Luke Sikma (171 BBL-Spiele) und Per Günther (490 BBL-Spiele). Foto: Felix Steiner
Aufstrebende Albatrosse
Mit Berlin und Ulm treffen die beiden mitgliedsstärksten Basketballklubs Deutschlands aufeinander. Während ratiopharm ulm mit einem Heimsieg im Rücken anreist, verzeichnet die Mannschaft von Headcoach Israel Gonzalez drei BBL-Siege in Folge: Gegen Bayreuth (87:55), Weißenfels (95:66) und Oldenburg (92:86) gelangen den Berlinern zwei klare Siege und ein knapper Erfolg. Neun der letzten zehn Partien konnten die Albatrosse für sich entscheiden – den Ausreißer leisteten sie sich gegen die NINERS aus Chemnitz. Mit diesen Ergebnissen nähert sich der Pokalsieger und amtierende Meister immer mehr der Tabellenspitze, ALBA befindet sich auf Rang vier mit drei Spielen weniger als der Tabellendritte aus Ludwigsburg.

Mit dem 2,21 Meter großen Center Christ Koumadje hat Berlin einen auffälligen Big Man in den Reihen: „Berlin hat viele große Spieler, daraus werden sie auch sicherlich versuchen ihre Vorteile zu ziehen. Trotzdem müssen wir uns auf unsere Stärken fokussieren – wir werden einen Plan bereit haben. Das Wichtigste ist aber unser Auftreten in der Defensive, wir müssen mit viel Aggressivität und Intensität agieren.“ Die personelle Qualität liegt aber im Kollektiv: Mit Spielern wie Oscar da Silva (11 Pkt, 5,4 Reb), Maodo Lo (7,6 Pkt, 3,5 As) oder auch Jaleen Smith (9,7 Pkt, 2,9 Reb) beweist sich das Team Woche für Woche. Im Mittelpunkt steht Allrounder Luke Sikma: Der Forward kommt im Schnitt auf 9,5 Punkte, 5,4 Rebounds und 5,4 Assists. Der Einsatz von Topscorer Marcus Eriksson (13,5 Pkt) am Freitagabend ist allerdings verletzungsbedingt noch fraglich – gegen den MBC musste Coach Gonzalez auch auf Ben Lammers und Johannes Thiemann verzichten.

Zwar erreichte ALBA BERLIN in der EuroLeague nicht die Playoffs, jedoch schlug man große Teams wie Piräus, Mailand oder auch Tel Aviv. Auf nationaler Ebene sind die Hauptstädter die Spitzenreiter beim Rebounding: In der easyCredit BBL gewinnt Berlin 39,3 Rebounds pro Partie - Ulm verzeichnet mit 36,5 Rebounds im Ligavergleich einen ebenfalls hohen Wert. Ein weiteres Merkmal der Berliner ist das ausgereifte Teamplay: 22,6 Assists im Schnitt sind Ligabestwert.
Bamberg im September 2008: Der 20-jährige Per Günther feierte hier sein BBL-Debüt im Trikot von ratiopharm ulm. Foto: ratiopharm ulm
Wo alles begann
Bamberg. Hier begann der damals 20 Jahre alte Per Günther seine BBL-Karriere im Trikot von ratiopharm ulm – was danach kam ist bekannt und eine einzigartige Geschichte. Im September 2008 stand Günther zum ersten Mal im orangenen Trikot auf dem Parkett. Der Point Guard durfte sich sogar als Starter beweisen und absolvierte am Ende über 33 Spielminuten. „Wir hatten damals gar keine andere Wahl, da Dru Joyce kurz vor dem Spiel ausgefallen ist. Damit durfte Per in seinem ersten BBL Spiel direkt starten und am Ende konnten wir auch noch ziemlich überraschend gewinnen“, erinnert sich Dr. Thomas Stoll, Geschäftsführer von ratiopharm ulm. Auch Per Günther selbst hat den Tag noch gut vor Augen: „Für mich war das ein sehr besonderes Spiel, ich hatte die Nacht davor nicht gut geschlafen. Vor dem Spiel wurde plötzlich bekannt, dass Dru Joyce nicht spielt. Ich wusste, dass ich starten musste. Es gibt wenige Spiele in meiner Karriere, an die ich mich so gut erinnern kann, wie das im September 2008 in Bamberg. Jetzt nochmal dorthin zurückzukommen, ist etwas Besonderes.“ Unter dem damaligen Coach Mike Taylor und mit Jeff Gibbs als Mitspieler gelangen Per Günther 6 Punkte, 3 Rebounds und jeweils ein Assist und Steal – Ulm gewann mit 66:64. Seitdem bestritt der Ulmer Guard insgesamt 37 Partien gegen die Bamberger.

Ein kurzer Blick in die Gegenwart: Brose Bamberg befindet sich momentan auf Tabellenplatz zehn und ist damit noch im Rennen um die Playoff-Plätze. Bewahrt wurde der Einzug in die Endrunde durch einen Last-Minute-Sieg gegen BG Göttingen (88:87). Coach Oren Amiel und sein Team konnten zudem das Hinspiel gegen ratiopharm ulm mit 94:83 für sich entscheiden. Offensiv kommen die Franken durchschnittlich auf 83,7 Punkte, erlauben sich am eigenen Brett aber auch 86,6 gegnerische Punkte. Vier der letzten fünf Spiele gewannen die Bamberger. Personell fehlt der Ex-Ulmer Patrick Heckmann, der seit Monaten verletzt ist. Zurückgreifen kann Amiel aber auf seinen Power Forward Christian Sengfelder, der mit 17,1 Punkten und 6,6 Rebounds einen der effektivsten Spieler der Liga abgibt (17,4 Eff).
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