Shortcut ratiopharm ulm gelingt im fünften Anlauf der erste Sieg gegen ein Team aus der oberen Tabellenhälfte. Angeführt von Topscorer Trey Lewis (26 Punkte) fügen die Gäste den heimstarken Frankfurtern die erste Saisonniederlage bei. Nach dem vierten Sieg in Serie und einem erstmals ausgeglichen Punkteverhältnis, wird das Team von Head Coach Thorsten Leibenath aufgrund des Nationalmannschaftsfensters erst wieder am 3. Dezember gegen den Mitteldeutschen BC ein Pflichtspiel bestreiten. „Wer mich kennt, der weiß wie ungern ich in Frankfurt spiele, denn es ist immer verdammt schwer hier zu gewinnen. Von daher gebe ich meinem Team ein Riesenkompliment dafür, wie es die Dinge umgesetzt hat, die wir uns vorgenommen haben“, so ein zufriedener Thorsten Leibenath. Der Ulmer Head Coach hatte wie schon gegen Braunschweig auf Toure Murry als siebten Ausländern verzichtet. Die körperlich überlegenen Ulmer, die teilweise mit drei Großen auf dem Feld standen (Harangody, Butler, Benimon), gewannen so das Rebound-Duelle deutlich (25:36) und setzten sich auch in Korbnähe hochprozentig durch (59,5% 2er).
Keystats So deutlich hat ratiopharm ulm in dieser Spielzeit noch nie das Rebound-Duell für sich entschieden. Neben Benimon (9) waren es vor allem Thompson (7) und Butler (6), die am Brett zupackten. Während Frankfurt zwar mehr Dreier (11) als die Gäste (8) versenkte, traf ratiopharm ulm durch sein variables Angriffsspiel letztlich deutlich hochprozentiger aus dem Feld (54,5% /47,5%). Wie energisch die Ulmer dabei zu Werke gingen, lässt sich auch an dem Plus von neun Freiwürfen im Vergleich zu den Gastgebern ablesen.
Spotlight „Das war sicher eines meiner besten Spiele für Ulm“, ordnete Trey Lewis seine 26 Punkte (3/6 Dreiern) ein. Wenngleich der Ulmer Shooting Guard auch schon beim EuroCup-Sieg gegen Gran Canaria dieselbe Punktzahl auflegte, war Lewis in dieser Saison im letzten Viertel noch nie so produktiv wie in Frankfurt: „Wir wussten alle, wie hart es hier ist zu gewinnen, deshalb war das vierte Viertel so wichtig“, sagt der Ulmer Topscorer zu seinen 18 Punkten, die er im Schlussabschnitt erzielte. Sein bestes Spiel als Uuulmer machte auch Jerrelle Benimon, der nur knapp an einem Double Double (9 Punkte, 9 Rebounds) vorbeischrammte und zusätzlich noch 2 Assists, 2 Steals und einen Blockshot ablieferte.
Play-by-Play
1. Viertel (18:22): In einer hochprozentigen Startphase, während der beide Teams früh ihren offensiven Rhythmus fanden, brachte Ismet Akpinar sein Team mit zwei Trips an die Freiwurflinie mit in Front (10:14, 6.). Doch weniger der offensive Fluss – zu dem Jerrelle Benimon zwei Assists beisteuerte – sondern vielmehr die Tatsache, dass ratiopharm ulm Frankfurt auch defensiv im Griff hatte, schien die Gastgeber zu überraschen. Ein entscheidender Faktor dafür: Die Rebound-Überlegenheit (1/10), zu der Benimon und Luke Harangody je drei Abpraller beigesteuert hatten.
2. Viertel (22:21): Und auch in den zweiten zehn Minuten gab ratiopharm ulm mit seiner großen Aufstellung (Harangody, Butler, Benimon) zunächst den Ton an, und zwang Gordon Herbert nach einem Mini-Run (18:26, 12.) schnell zur Auszeit. Und die Hessen antworteten – und zwar aus der Distanz: Konnten die Ulmer die Dreier von Robertson (3/3) und Huff (3/4) zunächst durch Harangody und Akpinar egalisieren, zwangen der 7. Frankfurter Distanztreffer und ein Dunk von Isaac Bonga nach dem 4. Ulmer Ballverlust nun Leibenath zur Auszeit (29:33, 14.). Doch die Worte des Trainers verpufften bzw. Frankfurt übernahm in der 16. Minute erstmals die Führung (34:33). Mit einem 12:0-Lauf hatten die Skyliners die Kontrolle an sich gebracht. Doch ratiopharm ulm fing sich wieder, legte ebenfalls fünf Zähler in Serie auf und ging mit der 40:43-Führung in die Halbzeit. Die Rebound-Dominanz der Ulmer hatten die Hessen indes etwas eingedampft (13:17).
3. Viertel (19:15): Der Beginn der zweiten Halbzeit glich dem der ersten in Vielem: Beide Teams trafen hochprozentig, Huff punktete von außen (5/7 Dreier) und Isaac Fotu (10 Punkte) war die Konstante im Ulmer Spiel. Einen Unterschied gab es jedoch: Während zu Beginn des Spiels die Gäste die Kontrolle inne hatten, wechselte nun die Führung ständig hin und her. Der Jumper, den Trey Lewis in der 27. Minute zum 52:56 versenkte, wirkte da schon wie ein „Big Point“. Doch die Führung hielt nicht lange: Frankfurt antwortete mit einer Vier-Punkte-Serie und Lewis wurde im Folgeangriff beim Dreierversuch durch Morrison abgeräumt. Dass Frankfurt in dieser Phase den Tick mehr an Energie hatte, zeigte Richard Freudenberg mit einem Tip-in nach einem Offensivrebound, dem der 19-Jährige noch einen Bonusfreiwurf folgen ließ.
4. Viertel (16:31): Die pure Energie verkörperte auch Mike Morrison, der zu Beginn des Schlussviertels zweimal trotz eines Fouls punktete (63:63), allerdings den Bonusfreiwurf liegen ließ. Und die verpassten Frankfurter Chancen nutzten die Ulmer, die sich befeuert durch fünf Punkte von Lewis auf 63:67 (34.) davonstahlen. Lewis war es auch, der mit seinem 2. Dreier auf 66:70 stellte. Nachdem Per Günther nach sieben Fehlwürfen aus dem Feld dann der erste Dreier gelang (68:73), übernahm Lewis endgültig das Zepter: Der Shooting Guard erzielte 18 seiner 26 Punkte im Schlussviertel und besorgte mit seinem 3. Dreier aus gut siebeneinhalb Metern Entfernung (71:81) die Vorentscheidung.
4. Viertel (16:31): Die pure Energie verkörperte auch Mike Morrison, der zu Beginn des Schlussviertels zweimal trotz eines Fouls punktete (63:63), allerdings den Bonusfreiwurf liegen ließ. Und die verpassten Frankfurter Chancen nutzten die Ulmer, die sich befeuert durch fünf Punkte von Lewis auf 63:67 (34.) davonstahlen. Lewis war es auch, der mit seinem 2. Dreier auf 66:70 stellte. Nachdem Per Günther nach sieben Fehlwürfen aus dem Feld dann der erste Dreier gelang (68:73), übernahm Lewis endgültig das Zepter: Der Shooting Guard erzielte 18 seiner 26 Punkte im Schlussviertel und besorgte mit seinem 3. Dreier aus gut siebeneinhalb Metern Entfernung (71:81) die Vorentscheidung.
Quotes
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Ich glaube, das war ein gutes Spiel von beiden Teams. Ich kann nur meinen aufrichtigen Respekt für die Leistung von Frankfurt insgesamt in der Saison und auch heute aussprechen. Wer mich kennt, der weiß wie ungern ich in Frankfurt spiele, denn es ist immer verdammt schwer, hier zu gewinnen. Von daher gebe ich meinem Team ein Riesenkompliment dafür, wie es die Dinge umgesetzt hat, die wir uns vorgenommen haben: Die Frankfurter Physis annehmen und dagegen halten, in der Verteidigung konzentriert arbeiten und uns nur wenige mentale Aussetzer erlauben. Das ist uns über weite Strecken sehr gut gelungen. Es war offensiv unfassbar schwer, gute Würfe zu erspielen. Dann müssen halt so Treffer her wie die von Trey Lewis heute. Es spricht für unsere Moral, dass wir uns nicht von dem Rückstand haben verrückt machen lassen, sondern wieder zurückgekommen sind. Ich bin sehr glücklich gegen eine unglaublich physische, sehr gut gecoachte Mannschaft gewonnen zu haben.“
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Ich glaube, das war ein gutes Spiel von beiden Teams. Ich kann nur meinen aufrichtigen Respekt für die Leistung von Frankfurt insgesamt in der Saison und auch heute aussprechen. Wer mich kennt, der weiß wie ungern ich in Frankfurt spiele, denn es ist immer verdammt schwer, hier zu gewinnen. Von daher gebe ich meinem Team ein Riesenkompliment dafür, wie es die Dinge umgesetzt hat, die wir uns vorgenommen haben: Die Frankfurter Physis annehmen und dagegen halten, in der Verteidigung konzentriert arbeiten und uns nur wenige mentale Aussetzer erlauben. Das ist uns über weite Strecken sehr gut gelungen. Es war offensiv unfassbar schwer, gute Würfe zu erspielen. Dann müssen halt so Treffer her wie die von Trey Lewis heute. Es spricht für unsere Moral, dass wir uns nicht von dem Rückstand haben verrückt machen lassen, sondern wieder zurückgekommen sind. Ich bin sehr glücklich gegen eine unglaublich physische, sehr gut gecoachte Mannschaft gewonnen zu haben.“
Gordon Herbert (Head Coach Fraport Skyliners): „Glückwunsch an Ulm zum verdienten Sieg. Sie haben es heute von der ersten Minute an mehr gewollt als wir. Ich bin von unserem Einsatz und unserem Fokus auf die Details heute enttäuscht. Wir haben versucht, als Einzelspieler zu gewinnen, nicht als Team. Wir haben sehr viel Raum für Verbesserung. Einzig Tez Robertson war heute ein kleiner Lichtblick, aber auch er kann nicht drei Spieler verteidigen.“
Good to know Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – das galt am Samstagabend zumindest für David Krämer, Joschka Ferner und Till Pape. Denn die Doppellizenspieler, die regelmäßig sowohl in der easyCredit BBL als auch in der ProA zum Einsatz kommen, bestiegen direkt nach der Partie den ICE nach Hamburg brachte, wo am Sonntag (19 Uhr) die OrangeAcademy auf die „Towers“ trifft. Ebenfalls gemeinsam reisen übrigens Frankfurts Tai Webster und Isaac Fotu: Die beiden neuseeländischen Nationalspieler fliegen am Sonntag von Frankfurt nach Auckland, wo sich die Tall Blacks im Nationalmannschaftsfenster treffen.
Fotos Fraport Skyliners
