Shortcut Tim Ohlbrecht zögerte keine Sekunde. Als der Center vor zwei Wochen gefragt wurde, ob er sein Bundesliga-Comeback gegen den FC Bayern München geben wolle – also ausgerechnet gegen jenes Team, gegen das er sich am 26. Dezember 2016 so schwer verletzte – sagt er: „Klar, will ich!“ Dass Ohlbrecht, der am Mittwoch erstmals nach einjähriger Wettkampfpause im EuroCup aufgelaufen war, am Samstag gegen München ran darf, macht ihm jedenfalls keine Angst. „Ich glaube zunächst einmal, dass das Zufall ist – oder es hat irgendjemand, der alle Zusammenhänge steuert, geplant. Ich freue mich jedenfalls extrem auf das Spiel.“
Mit Ohlbrecht zurück in der Rotation verfügt ratiopharm ulm erstmals in dieser Saison über fünf Inside-Optionen (Benimon, Harangody, Fotu und Butler). Ob Leibenath gegen den Tabellenführer, der sich in der Offseason nur punktuell verstärkte, alle Big Men zur Verfügung stehen, ist noch ungewiss. Aufbauend auf einem Kader, der auf acht Positionen gleich blieb, drehten die Bayern im Sommer nur an wenigen Stellschrauben: Aus dem serbischen Vizeeuropameister-Kader brachte Coach Djordjevic Spielmacher Stevan Jovic und Forward Milan Macvan mit, aus China kam Ex-NBAler Jared Cunningham und aus Ulm Braydon Hobbs. Alle drei sind indes nur Puzzleteile in einem Kollektiv, das sich genau als solches auszeichnet: Angeführt von Center Devin Booker erzielen gleich zehn Spieler zwischen 5,3 und 12,5 Punkten, und nur Reggie Redding ragt minutentechnisch (24:53 pro Spiel) aus einer Rotation heraus, die tiefer ist als der Chiemsee.
