Shortcut Die Hessen bescheren ratiopharm ulm in dieser Woche Albträume: Das Team von Head Coach Thorsten Leibenath unterliegt nach der Heimniederlage gegen Gießen auch Frankfurt, wenn auch denkbar knapp mit 77:78. Und wie bereits gegen John Bryant und Co. war es die verschlafene erste Halbzeit, in der sich die Gastgeber eine zu hohe Hypothek einfingen, um in der zweiten Hälfte fast noch die Wende zu schaffen. „Wer dachte, dass es schlechter als in der ersten Hälfte gegen Gießen nicht geht, ist heute eines Besseren belehrt worden“, zeigte sich Thorsten Leibenath enttäuscht. „Wir haben dann eine Gruppe gefunden, die sich gewehrt hat“, so der Head Coach mit Blick auf die Fünf um Ismet Akpinar, der im Schlussviertel mit seinen 13 Zählern den 75:75-Ausgleich markierte. Dann war es aber ausgerechnet der Ex-Ulmer „WoBo“, der den Frankfurter Auswärtssieg 3,8 Sekunden vor dem Ende mit einem von zwei Freiwürfen sicherte.
Keystats Der Plan von Thorsten Leibenath, die Frankfurter in Korbnähe zu attackieren, ging schief. Ablesen lässt sich das einmal am deutlich verlorenen Rebound-Duell (19:27), zum anderen an den Punkten in der Zone, wo die Gäste insbesondere in der ersten Hälfte aktiver waren (12:22) und am Ende auf ein Plus von sechs Zählern kamen. Spielentscheidend war letztlich aber die 74-prozentige Trefferquote der Frankfurter aus dem Zweierbereich bzw. die mangelhafte Ulmer Eins-gegen-Eins-Verteidigung, die diese hohe Wurfquote erst ermöglichte.
Spotlight „Bonga und Freudenberg haben heute wie Männer gespielt“, lobt Gordon Herbert seine deutschen Jungspunde, die zusammen 30 Zähler auflegten. Während der 18-jährige Bonga, der in der ratiopharm arena von drei NBA Scouts beobachtet wurde, mit 14 Punkten knapp am Bestwert (16) vorbeischrammte, übertrumpfte der 19-jährige Freudenberg seinen erst vor einer Woche aufgestellten Rekord (11) um 5 Punkte und ließ den 30-jährigen Da’Sean Butler dabei ein ums andere Mal alt aussehen.
Play-by-Play
1. Viertel (14:16): Waren es für die Uuulmer Da’Sean Butler und Ismet Akpinar, die die Offensive der Gastgeber mit ihren Dreiern trugen (3:2, 8:5), sorgte Tez Robertson auf Frankfurter Seite mit 6 frühen Punkten für die Akzente. Mit seinem Dreier zum 8:8-Ausgleich leitete der Routinier dann sogar einen 0:9-Lauf für sein Team ein. Als Youngster Richard Freudenberg nach seinem Fehlwurf den Offensivrebound einsammelte und zum 8:14 (7.) abschloss, rief Coach Leibenath erbost über die Ulmer Nachlässigkeit zur Auszeit. Und die zeigte Wirkung: Die Ulmer schafften bis Viertelende einen 6:0-Lauf inklusive Bilderbuch-Pick and Roll zwischen Per Günther und Tim Ohlbrecht, der einzig von zwei Freiwürfen (2/4) des wiedergenesenen Jonas Wohlfarth-Bottermann unterbrochen wurde.
2. Viertel (17:25): Nach dem Ulmer Ausgleich (18:18) zu Viertelbeginn konnten die SKYLINERS aber einen erneuten 0:7-Run starten und profitierten dabei vor allem von ihrer Überlegenheit an den Brettern, die sie mit mehr Intensität attackierten und den Ulmern damit jegliche zweite Chancen nahmen: Bis zur Halbzeit notierte ratiopharm ulm keinen einzigen Offensivrebound in der Statistik. Als dann der erst zweite Frankfurter Dreier durch Phil Scrubb fiel (18:25, 15.), war Leibenath schon zur zweiten Auszeit gezwungen. Doch näher als auf 5 Zähler sollten die Hausherren vorerst nicht an die Hessen herankommen – im Gegenteil: Als Tai Webster sich kurz vor der Pause durch die Ulmer Zone tankte und mit einem Dreipunktspiel belohnt wurde, war der Ulmer Rückstand auf 12 Punkte angewachsen. Mit der Sirene konnte Ismet Akpinar indes noch auf 31:41 verkürzen.
3. Viertel (19:16): Nachdem Per Günther sein Team beim Warmup für die zweite Hälfte zur Ansprache zitiert hatte, gelang es ratiopharm ulm jetzt besser, mit der richtigen Intensität ans Werk zu gehen. Isaac Fotu markierte mit seinem Tip-in (33:43, 22.) den lang ersehnten ersten Ulmer Offensivrebound und wenig später auch den ersten Shotblock. 6 Zähler von Isaac Bonga hielten den Rückstand aber weiter im zweistelligen Bereich (35:47, 25.). Für das Uuulmer Momentum war dann einmal mehr David Krämer verantwortlich: Per Fastbreak-Dreier schloss der Energizer einen 10:2-Lauf ab, Ulm war dran (45:49, 27.) und die ratiopharm arena da. Als Spielverderber agierte dann „WoBo“ und seine Offensivrebounds, der auch für das 50:57 zum Ende des 3. Viertels sorgte.
4. Viertel (27:21): Und schmerzhaft blieben auch im 4. Viertel die einfachen Eins-gegen-Eins-Situationen, mit denen Frankfurt sich immer wieder den Weg zum Korb verschaffte. Den defensiven Schwierigkeiten zum Trotz brachte Ismet Akpinar sein Team mit den beiden Treffern von Downtown ganz nah an Frankfurt heran (62:64, 34.). Doch weitere einfache Zähler durch Scrubb und ein Freudenberg-Dreier ließen den Rückstand wieder anwachsen (64:73, 37.). Doch die Uuulmer bewiesen Moral – allen voran Izi: Erst der vierte Dreier (69:73), dann der Drive (71:74) und schließlich zwei Freiwürfe und Akpinar hatte das Spiel 49,6 Sekunden vor dem Ende erstmals seit dem 8:8 ausgeglichen (75:75). Dann war es ausgerechnet ein Ex-Ulmer, der von der Linie 3,8 Sekunden vor dem Ende den Deckel draufmachte: „WoBo“ verwandelte in gewohnter Manier einen von zwei Freiwürfen (5/10), der Wurf von Butler ging mit dem Buzzer daneben.
4. Viertel (27:21): Und schmerzhaft blieben auch im 4. Viertel die einfachen Eins-gegen-Eins-Situationen, mit denen Frankfurt sich immer wieder den Weg zum Korb verschaffte. Den defensiven Schwierigkeiten zum Trotz brachte Ismet Akpinar sein Team mit den beiden Treffern von Downtown ganz nah an Frankfurt heran (62:64, 34.). Doch weitere einfache Zähler durch Scrubb und ein Freudenberg-Dreier ließen den Rückstand wieder anwachsen (64:73, 37.). Doch die Uuulmer bewiesen Moral – allen voran Izi: Erst der vierte Dreier (69:73), dann der Drive (71:74) und schließlich zwei Freiwürfe und Akpinar hatte das Spiel 49,6 Sekunden vor dem Ende erstmals seit dem 8:8 ausgeglichen (75:75). Dann war es ausgerechnet ein Ex-Ulmer, der von der Linie 3,8 Sekunden vor dem Ende den Deckel draufmachte: „WoBo“ verwandelte in gewohnter Manier einen von zwei Freiwürfen (5/10), der Wurf von Butler ging mit dem Buzzer daneben.
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Quotes
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Wer dachte, dass es schlechter als in der ersten Hälfte gegen Gießen nicht geht, ist heute eines Besseren belehrt worden. Die erste Halbzeit heute war nochmals schlechter. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass wir kämpferisch in die Partie finden. Unsere Eins-gegen-Eins-Verteidigung war über 40 Minuten mangelhaft, es waren viel zu viele einfache Layups dabei. Ich bin froh, dass wir eine Gruppe gefunden haben, die sich dann gewehrt und angefangen hat zu kämpfen. Doch die Hypothek von zehn Punkten war zu hoch, um das Spiel zu drehen.“
Gordon Herbert (Head Coach FRAPORT SKYLINERS): „Es ist immer toll, hier in so einer tollen Atmosphäre zu spielen. Für mich waren heute drei Dinge entscheidend: Unsere Bank war heute herausragend – Scrubbs, Wohlfarth-Bottermann und Freudenberg haben alle ein ganz starkes Spiel gemacht. Die zweite Komponente war unser sehr gutes Rebounding und die dritte unsere jungen Talente Freudenberg und Bonga, die heute wie Männer gespielt haben.“
Gordon Herbert (Head Coach FRAPORT SKYLINERS): „Es ist immer toll, hier in so einer tollen Atmosphäre zu spielen. Für mich waren heute drei Dinge entscheidend: Unsere Bank war heute herausragend – Scrubbs, Wohlfarth-Bottermann und Freudenberg haben alle ein ganz starkes Spiel gemacht. Die zweite Komponente war unser sehr gutes Rebounding und die dritte unsere jungen Talente Freudenberg und Bonga, die heute wie Männer gespielt haben.“
Good to know All eyes on (Neu-) Ulm! Am Samstag und Sonntag wird in der ratiopharm arena der erste Titel der Saison vergeben. Dabei kämpft ratiopharm ulm im Halbfinale (16 Uhr) wie im ersten Heim-TOP FOUR 2014 gegen den FC Bayern München um das Pokalfinal-Ticket. Apropos Ticket: Für das spannende Wochenende sind unter ratiopharmulm.com noch wenige Plätze (ab 35 Euro für das Wochenend-Ticket) erhältlich. Für die perfekte Vorbereitung auf das Basketballfest empfiehlt sich die Pressekonferenz mit Head Coach Thorsten Leibenath und Andreas Oettel, die morgen ab 11 Uhr live auf der Facebook-Seite von ratiopharm ulm (facebook.com/ratiopharmulm) übertragen wird.
Fotos Florian Achberger
