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Donnerstag, 26. März 2026

Herzblut im Hasenfell

25 Geschichten bis zum 25 Geburtstag, Teil 5. Heute gibt’s einen spannenden Einblick hinter die Kulissen unseres Maskottchens SPASS – über die Person im Kostüm, besondere Momente und Emotionen bei ratiopharm ulm.

Seit 25 Jahren schreibt ratiopharm ulm seine ganz eigene Basketballgeschichte – geprägt von Leidenschaft, Zusammenhalt und Momenten, die weit über das reine Spiel hinausgehen. Und manchmal zeigt sich genau das dort am deutlichsten, wo es nicht um Punkte oder Siege geht. Anfang März besuchte unser Maskottchen SPASS gemeinsam mit Tommy Klepeisz und Chris Sengfelder die Kinderklinik des Universitätsklinikums Ulm. Was als schöner Nachmittag mit den kleinen Patientinnen und Patienten begann, wurde in einem Moment besonders greifbar: eine herzliche Umarmung, die mehr sagte als tausend Worte – voller Nähe, Trost und ehrlicher Freude. Genau hier wird klar: SPASS ist mehr als nur Spaß. Denn unser Maskottchen steht nicht nur für Unterhaltung in der ratiopharm arena. Es steht für das, was ratiopharm ulm ausmacht – für Zusammenhalt, Menschlichkeit und die Fähigkeit, Menschen ein Lächeln zu schenken, selbst in schwierigen Momenten. Zum 25-jährigen Jubiläum richten wir den Blick deshalb ganz bewusst einmal weg von Dreiern, Defense und Tabellenplätzen – und hin zu einer Persönlichkeit, die sonst im Hintergrund bleibt. Dafür haben wir mit einer Person gesprochen, die immer wieder im Kostüm steckt. Wer genau das ist? Bleibt unser kleines Geheimnis.
Foto: Chiara Rocchi
Fan geblieben – nur näher dran
Seine Rolle beginnt nicht erst mit dem Kostüm, sondern mit etwas viel Grundsätzlicherem: seiner Leidenschaft für den Club. „Ich bin in erster Linie Fan“, sagt SPASS. Dieses Gefühl hat er sich über die Jahre bewahrt, auch wenn sich seine Perspektive komplett verändert hat. Was früher auf der Tribüne stattfand, spielt sich heute mitten im Geschehen ab. Als Maskottchen steht er nicht mehr zwischen den Fans, sondern zwischen Spielfeld und Publikum, zwischen Emotion und Aktion. Und genau darin liegt für ihn der besondere Reiz: „Ich finde es einfach toll, die beiden Sachen zu verbinden. Die Kombination, Fan zu sein und da hinzukommen und als Maskottchen teilzunehmen, finde ich besonders toll“, beschreibt er.

Vom Catering ins Kostüm
Sein eigener Weg zum Maskottchen begann erstmal unscheinbar. 2006 arbeitete er im Catering, damals noch in der Kuhberghalle. Zwei Jahre später kam die erste Anfrage, ob er sich die Rolle als Maskottchen vorstellen könnte. Seine erste Reaktion war klar: „Am Anfang hatte ich keine Lust drauf." Über einen Umweg fand er dennoch ins Kostüm und entdeckte schnell, was dahintersteckt. Sein erster Auftritt ist ihm bis heute präsent. Die Nervosität war groß: „Ich war total aufgeregt, aber als ich raus bin, war es einfach nur laut. “In diesem Moment wich die Anspannung der Freude. „Es hat einfach nur Spaß gemacht“, sagt er. Gleichzeitig wurde ihm schnell klar, dass diese Rolle mehr verlangt, als man von außen sieht. „Ich denke das machen die wenigsten Leute lange aus anderen Gründen. Es ist anstrengend, körperlich fordernd und oft extrem heiß, bestehen kann man darin nur mit echter Leidenschaft“, betont er. 
Foto: Höger
Eine Rolle, die jeden erreicht
Was ihn bis heute fasziniert, ist die Wirkung des Maskottchens auf die Menschen. Unabhängig von Alter, „jeder reagiert darauf“, sagt er. Gerade bei Kindern wird das besonders deutlich. „Bei manchen leuchten die Augen, andere rennen weg“, beschreibt er die Bandbreite an Reaktionen. Genau diese Unterschiedlichkeit macht für ihn den Reiz aus. Dass eine einzige Figur so viele verschiedene Emotionen auslösen kann – und jede Begegnung ihre eigene Geschichte schreibt.

Die besonderen Momente abseits des Spiels
Viele seiner persönlichen Highlights entstehen nicht während des Spiels, sondern davor. Im Foyer, wenn die Fans ankommen und die ersten Begegnungen stattfinden. „Wir sind die Einzigen, die wirklich greifbar sind“, beschreibt er seine Rolle in diesen Momenten. Während viele andere Aufgaben erfüllen, ist er einfach da – für Fotos, für kurze Interaktionen, für Begegnungen. Oft entstehen dabei lange Phasen, in denen er sich kaum bewegt, weil ständig neue Menschen dazukommen. Was früher eher nebensächlich war, hat sich für ihn über die Jahre verändert. Heute ist genau das einer der wertvollsten Aspekte des Spieltags. „Das ist für mich mittlerweile fast der schönste Teil“, sagt er. 
SPASS und Ernst – zwei Charaktere, eine Geschichte
„SPASS ist das erste Maskottchen“, erklärt CEO Andreas Oettel – und dieser Gedanke entstand in einer Phase, in der es für den Club um alles ging. „Nachdem wir den Club aus einer Insolvenz heraus gegründet haben, mussten wir diesen relativ schnell aufbauen und eine Mannschaft formen“, erinnert er sich. Klar war auch: „Jedes Sportteam hat ein Maskottchen.“ Die Suche führte zunächst zu naheliegenden Symbolen wie dem Ulmer Münster oder dem Ulmer Spatz, der aber schon durch den SSV Ulm besetzt war. Also entstand eine ungewöhnlichere Idee: „Ich bin ein Looney-Tunes-Fan und dachte an Bugs Bunny. Dann war sicher, wir nehmen einen Hasen.“ Also ging es einen Schritt weiter: „Wir brauchten einen Namen und in diesem Zuge haben wir uns die Frage gestellt, was unser Ziel ist. Und da kam uns direkt in den Kopf: Wir möchten Spaß – und so entstand dann der Name SPASS“. 

Mit dem Kojoten Ernst stand dem Team zeitweise ein zweites Maskottchen zur Seite – ein kleiner, aber wichtiger Begleiter auf dem Weg in eine neue Ära. Als der Aufstieg in die erste Bundesliga geschafft war, brauchten die Uuulmer eine größere Halle. Mit dem Wachstum kamen also auch ernste Themen und Herausforderungen auf – und genau in dieser Phase entstand Ernst. Andreas Oettel erinnert sich: „Unser Hase bekommt einen Kojoten und den nennen wir Ernst. Zwei Figuren, bewusst gegensätzlich angelegt, die sich genau dadurch ergänzen.“ Ernst begleitete die Mannschaft durch eine aufregende, intensive Zeit. Mit der Beschlussfassung zum Bau der ratiopharm arena war ein Meilenstein erreicht, der die Zukunft sicherte. Damit konnte der Fokus wieder auf das gelegt werden, was Fans und Spieler gleichermaßen verbindet: Spaß. Ernst trat zur Seite, doch seine Geschichte bleibt unvergessen – sie erinnert daran, dass selbst in den ernstesten Momenten ein bisschen Humor die Magie des Sports lebendig halten.

Zwischen Kuhberghalle und ratiopharm arena
Die Person hinter SPASS gehört zu den wenigen, die den Wechsel von der Kuhberghalle in die ratiopharm arena aus dieser Perspektive erlebt haben. Zwei Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Kuhberghalle war eng, laut und intensiv. „Als Maskottchen war das unglaublich cool“, sagt er rückblickend. Die Nähe zum Publikum, die direkte Reaktion auf jede Bewegung, die dichte Atmosphäre – all das machte den besonderen Reiz aus. Mit der ratiopharm arena kam mehr Platz, mehr Struktur, mehr Möglichkeiten. Gleichzeitig veränderte sich auch das Gefühl. „Es war am Anfang sogar ein bisschen leiser“, beschreibt er seine ersten Eindrücke. Eine neue Umgebung, die sich erst entwickeln musste. 
25 Jahre Entwicklung hautnah erlebt
Wenn er auf 25 Jahre ratiopharm ulm blickt, dann sieht er vor allem einen Weg, der in einer engen, lauten Turnhalle begann und heute in einer modernen Arena angekommen ist. „Es ist spannend zu sehen, wie sich alles entwickelt hat“, sagt er und meint damit weit mehr als nur die sportlichen Erfolge. Die Kuhberghalle steht für ihn sinnbildlich für die Anfangszeit: eng, intensiv, direkt. Von dort aus hat sich der Club Schritt für Schritt weiterentwickelt, durch schwierige Phasen, über Rückschläge hinweg, hin zu großen Erfolgen wie der Deutschen Meisterschaft. Doch es sind nicht nur Titel, die in Erinnerung bleiben. Es sind auch die besonderen Erlebnisse dazwischen: ein Spiel auf dem Münsterplatz bei über 35 Grad, All-Star-Events, Pokalabende oder Auswärtsfahrten. „Einfach diese Entwicklung mitzuerleben und dabei zu sein, ist etwas Besonderes“, sagt er, und genau das fasst seinen Blick auf diese 25 Jahre zusammen.

Mittendrin – seit 25 Jahren
Am Ende geht es nicht nur um Spiele, Ergebnisse oder Statistiken. Es geht um das, was einen Club über Jahre hinweg trägt: Emotionen, Erinnerungen und die Menschen dahinter. 25 Jahre ratiopharm ulm stehen genau dafür. Für Entwicklung, für besondere Momente – und für all die Geschichten, die oft im Hintergrund entstehen. Unser Maskottchen ist ein Teil davon. Nicht im Fokus der Statistiken, aber fest verankert im Erlebnis rund um den Spieltag. Immer präsent, immer Echt.Nah. Oder, wie er es selbst schlicht formuliert: „Ich bin einfach gerne mittendrin.“
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