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Montag, 22. Juni 2020

„Ich mache die kleinen Dinge“

Vor dem zweiten Halbfinale gegen Ludwigsburg (Dienstag, 20.30 Uhr) spricht Christoph Philipps über seine Rolle, die Stimmungslage nach dem Unentschieden und Schlüssel für das Do-or-die-Spiel.

Wie geht’s deinem Kopf? Du bist beim ersten Halbfinale ja ziemlich übel in die Bande gekracht.
Christoph Philipps: Gestern hatte ich schon ganz ordentlich Kopfschmerzen und mein Nacken tat mir auch weh. Aber über Nacht ist es besser geworden – noch nicht perfekt, aber alles im grünen Bereich. 

Was sind für dich die wichtigsten Erkenntnisse aus Spiel eins?
Die Rebounds sind das größte Thema – vor allem am offensiven Brett. Das haben wir eigentlich sehr gut gemacht. Aber wir dürfen Ludwigsburg nicht im selben Maße die Chance geben, offensiv zu rebounden. Aus ihren Offensivrebounds sind sie oft an die Linie und zu einfachen Punkten gekommen. Wenn wir das abstellen können, selber aber weiter gut rebounden, haben wir eine gute Chance, ins Finale einzuziehen. 
Mit vollem Einsatz. Foto: Ulf Duda
Du bist mit null Punkten und ohne Wurfversuch aus dem Spiel gegangen, hattest aber trotzdem den besten Plus-Minus-Wert. Als du auf dem Feld warst, habt ihr als Team 16 Punkte mehr als Ludwigsburg erzielt. Wie siehst du deine Rolle?
Es ist jetzt nichts Neues, dass ich nicht fürs Scoring zuständig bin. Verteidigen, Energie bringen und die kleinen Dinge machen – das ist mein Job. Ich versuche gute Cuts zu laufen, um so anderen Spielern einen freien Wurf zu ermöglichen; und wenn ich dann mal gegen die Bande krache, gehört das auch dazu. 

Du hast sowohl gegen Nick Weiler-Babb als auch gegen Marcos Knight verteidigt: Was macht es so schwer, die Jungs zu stoppen? 
Beide Jungs sind sehr, sehr athletische Spieler. Vor allem Knight, das ist ein richtiger Brocken. Wenn der mal ins Laufen kommt, wird es schwer. Wie willst du einen 100-Kilo-Mann im vollen Lauf stoppen? Babb hat viele Facetten. Er ist athletisch, kann zum Korb ziehen und hat uns sehr weite Dreier reingehauen. Jaleen Smith hatten wir dagegen gut unter Kontrolle, weshalb eigentlich nur Knight und Babb gepunktet haben. Im nächsten Spiel müssen wir mindestens einen der beiden besser unter Kontrolle bekommen. 

„Die Rebounds sind das größte Thema.“

Im Münchner Teamhotel. Foto: Ulf Duda
Wie war die Stimmung in der Mannschaft nach dem Unentschieden?
Wir waren nicht zufrieden, das hat man direkt in der Kabine gemerkt. Es hat sich nicht wie eine Niederlage angefühlt, aber alle wussten, dass es besser hätte ausgehen können. Alle waren ein bisschen bedrückt, weshalb uns der Coach direkt wieder aufgebaut hat. Im Laufe des Abends – beim Barbecue und Dereks Geburtstagsfeier – hat sich die Stimmung dann aber wieder gebessert. 

Habt ihr im Laufe des Abends realisiert, dass es bei vielen Spielern nicht wirklich gut lief, ihr aber trotzdem ein Unentschieden rausgeholt habt?
Wir hatten viele Spieler, die im nächsten Spiel nur besser spielen können. Darüber haben wir auch gesprochen. Wenn du im ersten Spiel nicht gut warst, dann willst du es im nächsten unbedingt besser machen. Wenn jeder mit dieser Einstellung in das Do-or-die-Spiel geht, kann es eigentlich nur in die richtige Richtung gehen. 
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