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Donnerstag, 05. März 2026

In Orange vereint, im Derby entfacht

25 Jahre ratiopharm ulm bedeuten 25 Jahre Spiele, die weit über den normalen Spieltag hinausgingen. Wenn die Uuulmer in diesem Jahr das Jubiläum feiern, dann gehören Derbys und gewachsene Rivalitäten untrennbar zur Vereinsgeschichte.

Derbytage fühlen sich anders an. Schon beim Warm-up liegt eine spürbare Spannung in der Luft, auf den Rängen mischen sich Vorfreude und Nervosität und auf dem Court wird jeder Kontakt einen Tick intensiver geführt. Ein Derby ist kein normales Saisonspiel – es ist ein Ereignis. Genau deshalb werfen wir einen kleinen Blick auf die Derby-Geschichte von ratiopharm ulm. Auf gewachsene Rivalitäten, emotionale Höhepunkte und Spiele, die bis heute nachhallen. Begleitet von besonderen Stimmen, die diese Momente miterlebt und mitgeprägt haben. 

Das Tübinger Derby
Wenn es um das traditionsreichste Derby der vergangenen 25 Jahre geht, fällt ein Name fast automatisch: Tübingen. „Das Derby gegen Tübingen war so das bedeutendste für die Fans“, sagt Ulms Sportdirektor Thorsten Leibenath. Eine Rivalität, die sich aus regionaler Nähe und vollen Gästeblöcken speiste. Auch wenn das Duell zuletzt etwas aus dem Fokus geraten ist, weil die Tübinger nicht mehr durchgehend erstklassig vertreten waren, bleibt die emotionale Strahlkraft unbestritten. 
Andreas Gmeindl vom Fanclub beschreibt die grundsätzliche Derby-Dynamik so: „Derbys haben immer einen besonderen Charakter. Es sind auch immer größere Fangruppen vom Gegner da, was das Ganze nochmal spannender macht. Derbys möchte man noch weniger verlieren als andere Spiele.“ Gerade die Duelle gegen Tübingen haben sich eingebrannt: „Ich glaube, davon werden viele von uns noch Jahre erzählen. Mit 1000 Ulmern in Tübingen – das sind so die Derbys gewesen, die hängen bleiben.“ 

Auch Florian Glöckler vom Fanclub beschreibt die besondere Derby-Stimmung: „Für mich sind Derbys die emotionalsten Spiele der regulären Saison. Da geht es nicht nur um die Punkte, sondern auch darum, wer in der Region die Nase vorne hat und die ‚Nummer 1 im Land‘ ist.“ Tage vorher sei spürbar gewesen, dass etwas Besonderes ansteht: „Im Fanclub werden Choreos entworfen, für Auswärtsderbys werden Fanfahrten organisiert – das Spiel ist somit viel länger präsent als ein normales Saisonspiel.“ Und wenn sich Heim- und Auswärtsfans schließlich lautstark gegenüberstanden, entstand genau jene Atmosphäre, die ein Derby ausmacht: „Während dem Spiel herrscht eine ganz eigene Stimmung – lauter, leidenschaftlicher und häufig auch hitziger. Nicht selten ergibt sich dadurch schon früh in der Saison der Eindruck, als würden sich beide Teams gerade im fünften Spiel einer Playoff-Serie duellieren“, führt Glöckler weiter aus.

Härte, Hitze & Höhepunkte gegen Ludwigsburg
Während Tübingen sportlich zeitweise aus dem Blick geriet, nahm eine andere Rivalität Fahrt auf – gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg. „Mehr und mehr hat sich Ludwigsburg hingesetzt, natürlich wegen der regionalen Nähe, aber auch, weil es in der Vergangenheit wirklich hart umkämpfte Begegnungen gab“, beschreibt Leibenath. Gerade der Spielstil der MHP RIESEN Ludwigsburg habe den Charakter dieser Partien geprägt: „Ludwigsburg ist sehr physisch unterwegs. Dadurch wurden das immer sehr emotionale Spiele.“ Körperliche Intensität, enge Spielverläufe, hitzige Schlussphasen – all das habe die Begegnungen immer wieder aufgeladen. 

Hinzu kamen direkte Duelle in der Post-Season: „Wir haben auch schon in den Playoffs gegeneinander gespielt – und all das trägt zu so einer besonderen Rivalität und einem besonderen Derby-Charakter bei“, so Leibenath. 
Auch Tommy Klepeisz erinnert sich an besondere Derby-Momente: „Ich kann mich erinnern, dass Justin vor ein oder zwei Jahren, als er noch bei Ludwigsburg gespielt hat, einen Dreier aus der eigenen Hälfte geworfen hat und dabei gefoult wurde. Dann hatte er drei Freiwürfe. Er hat die ersten zwei getroffen und den letzten verworfen. Dann hat er sogar noch den Offensivrebound bekommen und fast das Spiel gewonnen – der Wurf ging aber knapp daneben und wir konnten dann in der letzten Sekunde ganz knapp gewinnen.“ Ein anderes Derby sei ihm ebenfalls in Erinnerung geblieben: „Ein Jahr haben wir zu Hause sehr hoch verloren und konnten dann auswärts in Ludwigsburg den direkten Vergleich mit über 20 Punkten noch holen.“ Solche Wendungen und Schlussphasen hätten die Rivalität zwischen ratiopharm ulm und den MHP RIESEN Ludwigsburg über die Jahre zusätzlich emotional aufgeladen. 
Foto: Florian Achberger
Schwäbische Vormachtstellung Crailsheim
Thorsten Leibenath ordnet auch die Bedeutung eines weiteren Duells klar ein: „Nicht zu vergessen auch Crailsheim. Zu Zeiten, in denen sie in der ersten Liga waren, war das ein Spiel, das beiden Fanlagern wichtig war.“ Vielleicht weniger historisch aufgeladen als andere Derbys – aber nicht weniger emotional. Wenn Orange auf Crailsheimer Zauber traf, war klar: Es geht ums Revier. 

Für die Spieler haben Derbys ebenso eine besondere Intensität – davon kann Konrad Wysocki, ehemaliger ratiopharm ulm und Nationalspieler ein Lied singen. „Derbys sind immer etwas ganz Großartiges für alle Beteiligten“, erklärt er. „Zuschauer, Fans, Schiedsrichter – alle bereiten sich bewusst darauf vor, weil sie wissen, dass es hitzig wird. Und die Spieler natürlich auch.“ Für Wysocki war die Brisanz noch einmal besonders spürbar, weil er selbst auf beiden Seiten aktiv war. „Ich habe sowohl mit der einen als auch mit der anderen Mannschaft gespielt. Das macht ein Derby noch spannender und emotionaler.“ Sein Wechsel von Ehingen nach Ulm zeigte ihm, wie komplex die Gefühle in solchen Spielen sein können: „Man kennt die Spieler, die Trainer, die Physios, man hat Zeit miteinander verbracht und für den einen Verein gekämpft. Gleichzeitig will man sich für den aktuellen Verein beweisen und alles geben. Das ist nicht immer leicht, aber für jeden Spieler ist der aktuelle Verein der Ort, an dem man sich zeigen und alles investieren möchte.“ 

Er betont dabei die Kraft der Fans: „Die Fanbasis in Crailsheim war gut unterwegs. Wenn die dann auf Auswärtsfahrten gegangen sind, waren locker mal 500 bis 1000 Leute dabei. Allein wenn du dann mit dem Bus vor der Auswärtshalle standest und das Gefühl hattest, wie vor einer Heimarena empfangen zu werden, das war schon was Besonderes. Und wenn du dann auswärts tatsächlich gewinnst und mit deinen Fans in der Halle feiern kannst – das ist etwas Einmaliges. Ein großes Kollektiv, in dem man zusammen jubelt und feiert.“ 
Mehr als Rivalität: Die Uuulmer Eigenart
Und doch gibt es in Ulm eine Besonderheit. Während Rivalitäten andernorts häufig auch durch persönliche Spannungen zusätzlich befeuert werden, ist die Fankultur in Ulm von einem besonderen Selbstverständnis geprägt. „Jeder, der irgendwann schon mal für Ulm gespielt hat, wird freundlich begrüßt“, sagt Leibenath. „Einmal Uuulmer, immer Uuulmer.“ Selbst wenn ein ehemaliger Publikumsliebling Jahre später im Trikot eines Ligakonkurrenten zurückkehrt – er wird nicht ausgepfiffen, sondern gewürdigt. Diese Haltung macht die Uuulmer Fankultur einzigartig und prägt das Verhältnis zwischen Club und Spielern über Vereinswechsel hinweg. 

Gerade in Spielen mit großer Rivalität zeigt sich, was den Basketball in der Basketball-Bundesliga unverwechselbar macht: Die Emotionen auf dem Court sind intensiv, die Duelle leidenschaftlich, die Atmosphäre elektrisierend. Und doch sitzen die Fans beider Lager Block an Block, Schulter an Schulter. Was in anderen Sportarten kaum vorstellbar erscheint, funktioniert hier seit Jahren selbstverständlich – getragen von Respekt und einem gemeinsamen Verständnis für das Spiel. 

25 Jahre Derby
Über ein Vierteljahrhundert hinweg waren es genau diese Abende, die hängen geblieben sind. Spiele mit besonderer Spannung. Mit emotionalen Wendungen. Mit Momenten, in denen die Arena bebte. Das nächste Kapitel dieser Derby-Geschichte wird bereits am Freitag geschrieben – wenn die MHP RIESEN Ludwigsburg in Ulm gastieren. Ein weiteres Duell mit Playoff-Charakter und Intensität. Tickets im Fanblock sind noch verfügbar – sicher dir jetzt HIER die letzten Plätze und sei live dabei, wenn Orange auf Ludwigsburg trifft. 
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