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Donnerstag, 19. April 2018

„It Aint't Over Till The Fat Lady Sings”

In Bayreuth (Fr. 19 Uhr) und gegen Ludwigsburg (So. 15 Uhr – beide Spiele live bei Telekom Sport) erwarten ratiopharm ulm zwei hochkarätige Gegner, die das Hinspiel jeweils für sich entscheiden konnten.

Shortcut Wer denkt, ratiopharm ulm habe nach zuletzt vier Niederlagen in Folge und bei zwei Spielen Rückstand auf einen Playoff-Platz die Saison fünf Spieltage vor dem Ende bereits abgehakt, sieht sich getäuscht (siehe Good to know). Beim für Medienvertreter öffentlichen Training unter der Woche zeigte sich das Team von Thorsten Leibenath sowohl selbstkritisch als auch kämpferisch. Der Ulmer Head Coach sagt: „Wir dürfen jetzt nicht in Selbstmitleid verfallen, sondern müssen Charakter beweisen. Die aktuelle Situation haben wir uns schließlich selbst zuzuschreiben.“ Für Kapitän Per Günther geht es in den verbleibenden fünf Partien auch darum, „den eigenen Stolz zu bewahren“. Das kommende Wochenende hält dafür zwei Topteams parat. Was am Freitag um 19 Uhr beim Tabellenfünften in der Oberfankenhalle beginnt, findet am Sonntag (15 Uhr) in der ausverkauften ratiopharm arena gegen den Tabellendritten aus Ludwigsburg seine Fortsetzung. „Wenn wir nicht den Ehrgeiz hätten, diese Spiele gewinnen zu wollen, wären wir im Leistungssport fehl am Platz“, macht Ismet Akpinar den Anspruch der Mannschaft deutlich.
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Record Gegen Bayreuth (All-Time-Bilanz: 18-4) stehen aktuell ein Sieg und eine Niederlage zu Buche, wobei Coach Leibenath dem 81:79-Erfolg  vom Top Four Wochenende „keine große Bedeutung“ beimisst. Entscheidender ist die aktuelle Bayreuther Bilanz (1-4), die die Oberfranken aktuell um das Heimrecht in den Playoffs bangen lässt und die Bedeutung der Partie für die Gastgeber verdeutlicht. Gegen Ludwigsburg ist nicht nur die All-Time Bilanz-negativ (12-18), sondern auch die Erinnerung an die jüngste Begegnung (89:54), als ratiopharm ulm im ersten Viertel nur 9 Zähler gelangen. Die aktuelle Formkurve der RIESEN steht bei 3-2.
Keystats Wenngleich sich der unterschiedliche Spielstil der kommenden zwei Gegner vereinfacht als „eher offensiv“ (Bayreuth) und „eher defensiv“ (Ludwigsburg) orientiert darstellen lässt, verdeutlichen die 87,4 Punkte pro Spiel (Rang 3), die Ludwigsburg (Bayreuth 84,3 – Ulm 81,3) auflegt, wie komplett das Team von John Patrick dieses Jahr ist. Dass die RIESEN 10 Steals pro Spiel verbuchen und beim Gegner 18,1 Ballverluste provozieren, sind Spitzenwerte im Ligavergleich und gehören mittlerweile zur Ludwigsburger DNA. Was beide Kontrahenten eint: Ihre Qualität aus dem Zweierbereich: Die 22,1 Treffer Ludwigsburgs sind im Ligaranking für Platz zwei gut, die 21,4 Erfolge Bayreuths sind der viertbeste Wert aller 18 Teams.

Spotlight Mit Assem Marei (12,3 Pkt / 59,9% FG / 6,8 Reb) und Nate Linhart (9,4 Pkt / 4,4 Reb / 3,5 As) auf Bayreuther Seite sowie Ludwigsburgs Justin Sears (11,5 Pkt / 55,4% FG / 4,6 Reb) und Thomas Walkup (12,5 Pkt /5 Reb /4,6 As) verfügen beide Teams über ein exzellentes Big-Man-Swing-Man-Tandem. In den bisherigen Liga-Duellen waren es dann auch Marei (16 Reb.) und Sears (16 Pkt, 72% FG), die ratiopharm ulm am meisten weh taten. Ob Da‘Sean Butler nach zuletzt sechs verletzungsbedingten Spielen Pause wieder in den Kader zurückkehren kann, wird sich laut Leibenath „erst am Spieltag entscheiden“.
Per Günther im Duell mit James Robinson. Foto: Harry Langer. Foto: Harry Langer
Quotes
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Da wir gegen zwei völlig unterschiedliche Teams spielen, bereiten wir uns bis Donnerstag zunächst auf Bayreuth, ab Samstag dann auf Ludwigsburg vor. Nach vier Niederlagen in Folge ist der Wille der Mannschaft, es besser zu machen, nach wie vor vorhanden. Aktuell sind wir mental nicht gefestigt genug – kleinere Rückschläge verursachen zu häufig eine Kettenreaktion aus Fehlern.“

Per Günther (Kapitän ratiopharm ulm):
„Als Team hatten wir darauf gehofft, dass der Knoten irgendwann platzt. Da das noch nicht in dem Maße passiert ist, wie wir uns das alle gewünscht haben, müssen wir uns vielleicht eingestehen, dass wir als Mannschaft zu Recht in die Region zwischen Platz 6 und 12 gehören. Trotzdem geht es jetzt darum, Charakter zu zeigen und sich den eigenen Stolz zu bewahren.“
Katin Reinhardt nimmt Maß. Foto: Harry Langer
Good to know "It ain't over till the fat lady sings” ist nicht nur ein vielzitierter Satz, wenn es darum geht, den Glauben an eine Minimalchance aufrecht zu erhalten, er verdeutlicht auch das Selbstverständnis eines Profiteams. Wenngleich die Formkurve nach unten zeigt und der Rückstand auf Rang acht (Frankfurt) weiterhin zwei Siege beträgt, haken die Uuulmer die Saison noch nicht ab. „Wir dürfen den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken“, sagt Ismet Akpinar. Katin Reinhardt ergänzt: „Solange wir die Chance haben, glauben wir daran. Wir blicken aber nicht in den Mai, sondern fokussieren uns ausschließlich auf das nächste Spiel und wollen dabei alles auf dem Parkett lassen. Darin sind wir uns im Team alle einig.“
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