Am Mittwochabend glich die Zalgiris Arena eher einer Geisterkulisse als einem Tollhaus. Dennoch lieferte die Begegnung gerade offensiv einiges an Highlights und endete in einem echten Last-Minute-Krimi. Gab ratiopharm ulm in der ersten Halbzeit den Ton an und führte zwischenzeitlich mit 18 Punkten, folgte ein Comeback der Gastgeber in Viertel Nummer vier, das den Ulmer Sieg noch einmal ins Wanken brachte. Nach der Begegnung waren sich sowohl Matchwinner Karim Jallow als auch sein Trainer Anton Gavel einig, wie sie das letzte Viertel beschreiben sollten: „Keine Stopps, Lay-Up um Lay-Up und toughe Würfe, die Prometey zum Ende wieder ins Spiel gebracht haben. Glücklicherweise haben wir einen Weg gefunden, um das Spiel für uns zu entscheiden.“ Mit 34:20 verloren die Ulmer ihr letztes Viertel und retteten sich durch eine überdurchschnittliche Trefferquote (63%-2P) und (56%-3P) per Gamewinner über die Zielgerade. Dennoch untermauert auch dieser 106:105-Erfolg die positive Entwicklung der letzten Wochen.
Von Beginn agierte ratiopharm ulm konzentriert in der Zone, sodass die Gäste ihre Größenvorteile nicht ausnutzen konnten. Auf der anderen Seite des Feldes traf der zuletzt glänzende Nicolas Bretzel mit viel Gefühl drei aufeinanderfolgende Würfe und platzierte dann sogar einen Drei-Punkte-Wurf erfolgreich im Korb (6:12,4.). Weiter effektiv in der Offensive, fanden alle acht Würfe ihr Ziel und zwangen Prometey-Coach Ronen Ginzburg zur ersten Auszeit (11:19). Indessen hatte Prometey seinen Wurf von außen gefunden, um in Schlagdistanz zu bleiben. Mit einer Fünf-Punkte-Führung gingen die Ulmer in die erste Viertelpause (22:27). Was sich zum Ende des ersten Abschnitts bereits leicht angedeutet hatte, bewahrheitete sich im Folgenden. Unterlegener beim Offensivrebound und mit Schwierigkeiten den Abschluss zu finden, kamen die Ulmer allein von der Freiwurflinie zu Zählbarem. Nachdem Joshua Hawley den Ball nach drei Minuten krachend im Korb versenkte, ließ Karim Jallow sieben Punkte zur ersten zweistelligen Führung folgen (27:37,15.). Wichtige Defensivrebounds (8:14-1.HZ) und eine hohe Trefferquote aus dem Feld (73%) ebneten den Weg zu einer Halbzeitführung, die auch durch einen Buzzer-Beater von Topscorer Gian Clavell komfortabel blieb. Halbzeitstand 43:53.
