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Mi, 15.01.2020

Perspektiven schaffen

Wie verbinde ich Leistungssport mit Bildung und beruflicher Orientierung? Die EducationAcademy soll Antworten bieten.

Sich frühzeitig darüber Gedanken zu machen, in welche berufliche Richtung es auch nach der Zeit als Profi gehen soll, ist in jedem Fall sinnvoll. BBU ’01 will mit der „EducationAcademy“ genau dort ansetzen und seinen Nachwuchstalenten die Möglichkeit bieten, Sport, Bildung und Berufsorientierung zu vereinen.   

Latrell Großkopf ist 18 Jahre alt und seit 2017 in Ulm. Als Spieler ist er für BBU ‘01 in der ProB und in der NBBL aktiv. Nachdem der Forward im vergangenen Jahr seine Schulausbildung mit der mittleren Reife abschloss, stand er, wie viele andere junge Erwachsene auch, vor der Frage, in welche berufliche Richtung es zukünftig für ihn gehen soll - auch abseits des Profisports. Nach einem Jahr an der Berufsschule, in dem Latrell nicht das fand, wonach er suchte, schaute er sich in diesem Sommer nach einem Praktikum um. Fündig geworden ist er dabei in dem Verein, für den er spielt.

Im Rahmen der EducationAcademy können sich Nachwuchstalente von BBU ’01 nach ihrem Schulabschluss weiterbilden und sich neben dem Sport auch auf die Arbeitswelt vorbereiten. Im Programm sind dabei insgesamt drei Praktika in drei verschiedenen Betrieben vorgesehen. Zu den Kooperationspartnern des im September angelaufenen Projekts zählen bereits die Sparkasse Ulm, der Softwareentwickler Axians Infoma, sowie die Personalvermittlungsagentur people-s-place. 2020 sollen weitere Firmen aus der Umgebung folgen. 
Latrell Großkopf als Praktikant bei BBU '01. Foto: Harry Langer
Den Anfang macht Latrell jedoch in der Sportabteilung von BBU ’01. Hier unterstützt er seit September 2019 die Menschen, die für die Organisation und den Ablauf seiner Spiele in der ProB und NBBL verantwortlich sind. Neben der Arbeit trainiert der Nachwuchssportler vier Mal wöchentlich im Team, macht zwei bis drei Mal Kraft- und Individualtraining und bestreitet am Wochenende mindestens zwei Spiele. Dennoch bekommt er Sport und Praktikum ohne große Probleme unter einen Hut: „Ich habe hier flexible Arbeitszeiten und kann mir Arbeit und Training so einplanen, dass es passt“, so der Forward.

Dass Berufsorientierung für Nachwuchsspieler keine Nebensache ist, weiß auch Chris Ensminger. Der ehemalige Profibasketballer, der zwischen 2001 und 2005 der beste Rebounder der easyCredit BBL war, ist seit über einem Jahr für den Nachwuchsleistungssport bei BBU ’01 verantwortlich. Den Nachwuchstalenten unter die Arme zu greifen und ihnen über die EducationAcademy einen Weg in die Berufswelt zu ermöglichen, ist Ensminger ein wichtiges Anliegen: „Unsere Spieler in der Altersgruppe zwischen 16 und 20 Jahren, die gerade erst von der Schule kommen, sollten herausfinden können, in welchem beruflichen Bereich sie sich wohlfühlen“, erklärt Ensminger. „Wir wollen den Jungs die Realität aufzeigen. Auch die Erkenntnis, dass ihnen ein bestimmter beruflicher Bereich nicht gefällt, ist wertvoll“, so Ensminger. Zur Realität gehört dabei auch, dass nicht jeder den Sprung in den Profibereich schaffen wird. „Sich frühzeitig andere Türen offen zu halten, ist daher von großer Bedeutung.“ 
Partners in crime: Zach Ensminger und Julius Ferber lernten bei people-s-place. Foto: Harry Langer
In seiner Funktion bei BBU ‘01 zeigt Ensminger regelmäßig nationalen und internationalen Talenten die Möglichkeiten, die der Ulmer Club bietet. Dabei geht es nicht nur um allgemeine Trainingsvoraussetzungen oder Unterkünfte – auch die Themen Berufsorientierung und Bildung spielen im Rekrutierungsprozess eine wichtige Rolle: „Für uns als Club ist es sehr wichtig, die Spieler nicht nur beim Basketball zu entwickeln, sondern auch die schulische und berufliche Bildung zu gewährleisten und voranzutreiben. Das ist auch ein wichtiges Argument, wenn sich ein Spielerund seine Eltern für oder gegen einen Club entscheiden“, erklärt Ensminger. 

„Für uns als Club ist es sehr wichtig, die Spieler nicht nur beim Basketball zu entwickeln.“ Chris Ensminger

Auch die beiden Söhne von Chris Ensminger, Jacob und Zachary, sind Spieler des Vereins. Zach ist der älteste Sohn und spielt für BBU ’01 in der NBBL und ProB und gehört seit diesem Jahr zum erweiterten Bundesliga-Kader von ratiopharm ulm. Zusammen mit seinem Mitspieler Julius Ferber absolviert der 18-jährige Guard im Rahmen der EducationAcademy seit September ein Praktikum bei „people-s-place“. Das im Jahr 2014 gegründete Unternehmen hat sich die europaweite Vermittlung von beruflichen Kontakten zur Aufgabe gemacht und konzentriert sich dabei ausschließlich auf Festanstellungen. Geschäftsführerin Caroline Mittmann, die mit OrangeAcademy-Routinier Nils Mittmann verheiratet ist und den Ulmer Club und seine Spieler daher gut kennt, freut sich sehr über die Kooperation zwischen Verein und Unternehmen: „Für uns ist die EducationAcademy eine tolle Möglichkeit die jungen Spieler und ihre Fähigkeiten, die sie vom Basketballfeld kennen, auch in die Arbeitswelt zu integrieren. Schließlich sind Fleiß, Zielstrebigkeit und der Erfolgsgedanke bei uns genauso gefragt wie im Sport“, so Mittmann.

Die ganze Geschichte über die EducationAcademy lesen Sie in der aktuellen Ausgabe #2 des OrangeZone.Mags.  
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