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Do, 04.06.2020

Das verrückteste Turnier ever!

Zehn Teams, 35 Spiele und ein Titel: In München startet ratiopharm ulm am Samstag gegen den Topfavoriten in das easyCredit BBL Final-Turnier 2020.

Alles ist genau geplant. Dem Zufall und damit dem Risiko wollen alle Beteiligten so wenig Raum wie möglich einräumen. Ein fast 50-seitiges Hygienekonzept wurde dafür entwickelt, ein komplettes Hotel für die zehn teilnehmenden Teams gebucht und die Abläufe der rund 250 Personen, die sich zwischen dem 6. und 28. Juni in dieser so geschaffenen Hotel-Quarantäne aufhalten, genau geplant. 

ratiopharm ulm wird am Freitag zwischen 16.45 und 17.15 Uhr im Leonardo Royal Hotel in München ankommen. Dann beginnt für Jaka Lakovic und sein Team das wohl außergewöhnlichste Turnier der Basketball-Geschichte. Unter strengen Sicherheitsbestimmungen und mit einem Spielplan, der für ratiopharm ulm gleich zu Beginn drei Partien in fünf Tagen bereithält, wird beim BBL-Finale 2020 der Meister gesucht.
Throw it down, big man! Derek Willis in Action. Foto: Alexander Fischer
Am Favoritenkreis hat sich auch nach der dreimonatigen Corona-Unterbrechung nichts geändert. „In München sind Überraschungen aufgrund des Formats eher wahrscheinlich. Trotzdem sehe ich zwei bis drei klare Favoriten. Das sind Bayern, Alba und eventuell Oldenburg“, so Lakovic. Mit zwei dieser Favoriten bekommt es ratiopharm ulm in der Vorrunde zu tun. Neben Oldenburg und München treffen die Uuulmer noch auf Crailsheim und Göttingen. Um das Viertelfinale zu erreichen, müssen Neuzugang Dylan Osetkowski und sein Team also mindestens eine Mannschaft hinter sich lassen. „Es kann sein, dass München gewinnt oder ein anderes Team – oder eben wir. Ich denke, in München sind einige Überraschungen möglich“, sagt der 115-Kilo-Hüne, der am Samstag erstmals für ratiopharm ulm auflaufen wird. 

Der zweite Neuzugang ist Thomas Klepeisz. Der 28-jährige Guard kommt aus Braunschweig und beschreibt die Stärken seiner neuen Mannschaft so: „Gut sind wir, wenn wir den Ball gut bewegen können.“ Das Passspiel ist eine der Spezialitäten des Österreichers. Mehr als vier Assists stellte Klepeisz in der Hauptrunde durchschnittlich zu. Eine weitere Qualität des Guards – und seiner neuen Mannschaft: Der Dreier. Von jenseits der 6,75-Meter-Linie versenkt Klepeisz 42,3 Prozent. „Das kann ein ganz guter Mix aus ballorientierter Offensive und Teamdefense werden. Ich hoffe, wir laufen heiß“, so die Ulmer Nummer 22. 
Nationalspieler Andreas Obst. Foto: Alexander Fischer

„Ich hoffe, wir laufen heiß.“ Thomas Klepeisz

Los geht es am Samstag gleich maximal schwierig. Oder auch nicht – je nach Sichtweise. Gegen den FC Bayern München (Live bei MagentaSport oder im Xinedome) sind die Ulmer Außenseiter. Das legt nicht nur die deutliche Niederlage in der regulären Saison nahe. Der Tabellenerste und amtierende Meister hat bis auf Center Greg Monroe und Flügelspieler Nihad Djedovic alle Spieler an Bord und mit dem Ex-Ulmer Ismet Akpinar für prominente Verstärkung gesorgt. „München ist einer der Favoriten, aber für uns ist dieses Spiel ein gutes Eröffnungsspiel, weil wir ohne Druck spielen können“, sagt Lakovic.  Das sieht auch sein Kapitän so, der glaubt, „dass die Unterschiede der Teams am Anfang nicht so groß sein werden. Deshalb glaube ich, dass wir näher an den Bayern dran sein werden“, sagt Per Günther. Wenngleich auch Klepeisz mit Braunschweig in der Hauptrunde gegen München verloren hat, sieht er die Lage nicht aussichtslos: „Wir sind Außenseiter, aber ich gehe nicht in ein Spiel und sage mir: ‚Wir werden verlieren, aber dabei gut aussehen.‘“ 
Einer der vielen Bayern-Stars: Paul Zipser. Foto: Rauchensteiner.
Nach dem Auftaktspiel geht es für den Ulmer Tross direkt zurück ins Hotel – duschen ist im Audi Dome nur den gastgebenden Bayern erlaubt. Der Frühstücksplan für Sonntag steht bereits (10.45 bis 11.45 Uhr), wie auch das abendliche Training (18 bis 20 Uhr). Am Montag geht es dann gegen Oldenburg weiter, dann gegen Crailsheim und schließlich nach einer kleinen Pause gegen Göttingen. Erst ab dem 14. Juni wissen die Ulmer, wie weit es für sie in diesem verrückten Turnier noch gehen wird. „Das wird ohne Frage eine Extremsituation, die für uns Sportler Risiken birgt, aber machbar ist“, glaubt Günther. Angst vor einem „Lagerkoller“ haben weder der Kapitän noch sein Coach. „Die Liga ist sehr bemüht, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Aber unsere Motivation ist es, unseren Job – und das ist eben Basketball – so gut wie möglich zu machen. Wir gehen dorthin, um zu arbeiten“, sagt Jaka Lakovic. 

Und sonst? Noch mehr Infos zum Final-Turnier 2020 bietet nur das „Uuulmer Echo“. Die Premiere der Analyse-Show, die ratiopharm ulm während des gesamten Turniers begleiten wird, steigt am morgigen Freitag. Ab 19 Uhr melden sich Marc Herrmann und Thorsten Leibenath erstmals aus ihrem Studio in der ratiopharm arena. Die rund 30-minütige Show ist live auf dem YouTube- und Facebook-Kanal von ratiopharm ulm zu sehen. 
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