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Fr, 20.11.2020

Gießener Highspeed-Basketball ausbremsen

ratiopharm ulm trifft am Samstag in Gießen auf hochmotivierte Gastgeber, die nach einer zweiwöchigen Quarantäne-Pause ihr erstes Bundesligaspiel bestreiten.

  •  Ab 20.15 Uhr live bei MagentaSport.
  • Patrick Heckmann mit wichtiger Aufgabe. 
  • Letztes Spiel vor der Länderspiel-Pause. 
Während ratiopharm ulm am Dienstag in Paris im EuroCup im Einsatz war, trafen sich die Jobstairs Gießen 46ers zu einem Zoom-Meeting, um sich auf ihr erstes Spiel in der easyCredit BBL vorzubereiten. Am Mittwoch endete dann die zweiwöchige Quarantäne, die das Team von Ingo Freyer zu kreativen Trainingsmethoden gezwungen hatte. Vor der zweiwöchigen Zwangspause verloren die Gießen 46ers im Pokal gegen Vechta, Frankfurt und Göttingen. Bei der Overtime-Niederlage gegen die bereits fürs Top Four qualifizierten Göttinger lief die Gießener Offensive mit 119 erzielten Punkten auf Hochtouren. Center Johannes Richter war mit 25 Zählern und einer Karrierebestleistung Topscorer in der Partie, in der die zweitmeisten Punkte (242) der BBL-Historie erzielt wurden. 

„Gießens Stärken liegen im Fastbreak.“ Jaka Lakovic

„Gießen ist ein bisschen kleiner als andere Teams, weshalb sie ihre Stärke im Fastbreak haben. Sie haben viele Spieler, die auf unterschiedlichen Positionen eingesetzt werden, das ist für jeden Gegner eine Herausforderung“, erklärt Head Coach Jaka Lakovic. Diese Qualität bringen auch die 36-jährigen Veteranen Brandon Bowman und Brandon Thomas mit. Der knapp zwei Meter große Thomas, der schon seit 2018 in Gießen spielt, kommt sowohl als Small Forward als auch zuweilen als Power Forward zum Einsatz. Der nur einige Zentimeter größere Bowman, der schon für Bonn und Bayreuth auflief, ist nominell ein Power Forward, häufig aber der längste Gießener auf dem Feld. „Um zu gewinnen, müssen wir hundert Prozent geben. Wir dürfen nicht daran denken, dass Gießen zwei Wochen in Quarantäne war. Dass das nichts heißen muss, hat Chemnitz am Donnerstag gezeigt“, so Lakovic, der damit auf die BBL-Premiere des Aufsteigers hinweist. Nach zweiwöchiger Pause schrammte Chemnitz in Bamberg (86:93) nur knapp an einer Überraschung vorbei. 
Patrick Heckmann nimmt Maß. Foto: Viktor Meshko
Im Fokus: Gegen eine Gießener Mannschaft, die den Großteil ihrer Punkte durch das Pick-and-Roll im Schnellangriff erzielt, „wird Patrick sowohl auf der Drei als auch auf der Vier zum Einsatz kommen“, beschreibt Lakovic die Aufgabe von Heckmann am Wochenende. „So wie Gießen spielt, wird das eine Herausforderung für uns. Wir müssen gut kommunizieren und schnell zurück in die Defense“, sagt Heckmann, dessen Rolle in dieser Saison größer ist als in der vergangenen. Kam der 28-Jährige in der BBL-Hauptrunde 2019/20 nur auf durchschnittlich elf Minuten, spielt Heckmann auf nationalem Parkett nun knapp 20 Minuten (EuroCup: 14:27 Min) – beim BBL-Auftakt in Würzburg waren es sogar 27 Minuten. „Patrick ist ein sehr guter Passer mit einem hohen Basketball-IQ. Beides ist für ein junge Mannschaft wie unsere wichtig“, sagt Lakovic. Dabei versucht Heckmann ein Basketballspiel wie eine Partie Schach zu sehen. „Ich versuche immer vorherzusehen, was wo als nächstes auf dem Feld passiert.“ Einzig sein Dreier will in dieser Saison (2/16 BBL+EuroCup) so gar nicht fallen. „Das ist Kopfsache. Im Training fallen die Würfe, im Spiel denke ich vielleicht ein bisschen zu viel nach“, so Heckmann, der in seiner ersten EuroLeague-Saison für Bamberg 60 Prozent seiner Dreier versenkte. 
Brandon Thomas ist auch mit 36 Jahren noch topfit. Foto: Christian Becker.
Historie: Die Gesamtbilanz zwischen Ulm und Gießen ist fast ausgeglichen (17 Ulmer – 16 Gießener Siege). Wobei allein sechs Siege des hessischen Traditionsvereins vor 2001 und damit vor der BBU-Ära liegen. Zuletzt gewann ratiopharm ulm in der Sporthalle-Ost drei von vier Duellen. Ein ansonsten respekteinflößender Faktor wird am Samstag nicht zum Tragen kommen: „In Gießen ist es auf Grund der Fans immer sehr schwer zu spielen, das wird dieses Mal anders sein“, sagt Heckmann, der es allerdings nicht unbedingt als gutes Omen ansieht, als Tabellenführer nach Mittelhessen zu fahren. „Das letzte Mal als mir das passiert ist, habe ich mit Bamberg in Gießen verloren.“ 
Wenn es um gute Defense geht, meldet sich John Petrucelli sofort zur Stelle. Foto: Harry Langer
O-Ton
 Jaka Lakovic: „Um zu gewinnen, müssen wir hundert Prozent geben. Wir dürfen nicht daran denken, dass Gießen zwei Wochen in Quarantäne war. Ich hoffe, dass die Spieler die Wichtigkeit des Moments und des Spiels verstehen und ihr Bestmöglichstes geben werden.“ 

Patrick Heckmann: „Wir müssen vollkonzentriert ins Spiel gehen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, sollte das für uns in Gießen machbar sein.“ 

Und sonst? Im Anschluss an die Partie in Gießen öffnet sich das „Nationalmannschaftsfenster“, weshalb ratiopharm ulm sein nächstes Spiel erst am 4. Dezember gegen Frankfurt hat. „Für uns ist es eine große Motivation diesen Teil der Saison mit einem Sieg abzuschließen“, sagt Lakovic. Die spielfreie Zeit kommt den Uuulmern nach jetzt schon 14 Pflichtspielen ganz recht, wobei sich ihr Bewegungsradius nicht ändern wird. „Wir werden zuhause bleiben und das tun, was wir immer tun. Was bitter ist, sich aber nicht ändern lässt“, so Heckmann. Einzige Ausnahme: Andi Obst, der mit der deutschen Nationalmannschaft im südfranzösischen Pau gegen Montenegro (Fr., 27. November, 21 Uhr) und Frankreich (So. 29. November, 15 Uhr) spielen wird. 
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