Zwar führte ratiopharm ulm zu Beginn des letzten Viertels nach den Punkten von Petrucelli noch knapp mit 59:58, die verbleibenden acht Minuten der Partie dominierten dann allerdings die Berliner, die im Schlussabschnitt insgesamt 27 Punkte auflegten. Nicht zu stoppen waren dabei Maodo Lo, der mit einer perfekten Quote aus dem 2er-Bereich (5/5) und 60 % aus der Distanz (3/5) zum Topscorer des Spiels avancierte und zusätzlich sieben Assists zustellte, und Simone Fontecchio, dem 19 Punkte gelangen. „Das Spiel war lange sehr ausgeglichen. Im Schlussviertel ist ALBA jedoch davongezogen und hat mit viel individueller Klasse das Spiel entschieden. Die 27 Punkte, die wir dort kassiert haben, sind in einem Playoff-Spiel natürlich schwer zu überwinden“, sagte Jaka Lakovic im Anschluss an das dritte Halbfinale. Mit Osetkowski (16 Punkte), Clark (14) und Caupain (13) konnten zwar auch drei Ulmer Akteure zweistellig scoren, insgesamt hatten die Gastgeber offensiv an diesem Abend aber deutlich das Nachsehen (19% 3er, 14 Assists). Für das vierte Duell der Serie richtet Coach Lakovic seinen Fokus aber vor allem auf die Defensive: „Ich glaube, dass die Defense am Samstag der Schlüssel sein wird. Dabei müssen wir vor allem drei Dinge besser machen: Verteidigung im 1-gegen-1, Verteidigung gegen den Fastbreak und das defensive Rebounding“, so der Slowene. Tipoff für Spiel vier ist am Samstag um 20.30 Uhr in der ratiopharm arena.
Spielverlauf:
Zum Start ins dritte Halbfinale benötigten beide Teams zunächst etwas, um auf Betriebstemperatur zu kommen (2:2, 3.). Nach diesem ersten Abtasten waren es dann die Hausherren, die sich durch die Freiwürfe von Osetkowski und Clark sowie einem Dreier von Heckmann einen ersten Vorsprung erarbeiten konnten (9:4, 5.). Nachdem die Gäste zu Beginn Probleme mit der Ulmer Verteidigungsweise hatten und vor allem von außen sehr schwach begannen (0/5), nutzten die Gastgeber die Gunst der Stunde, um ihre Führung durch einen Caupain-Dreier und weitere Freiwürfe von Clark auf neun Zähler auszubauen (18:9, 8.). Die ersten Berliner Dreier von Lo und Giffey sorgten im Anschluss dann aber dafür, dass die Hauptstädter bis zum Ende des ersten Viertels wieder in Reichweite waren (21:16). Und auch nach der ersten Pause im Spiel gelang es den Berlinern, ihren offensiven Rhythmus aufrecht zu halten und nach Punkten durch Bigman Koumadje und Fontecchio auf 25:23 zu verkürzen (14.). Zwar sorgte ein erfolgreicher Distanzwurf von Osetkwoski anschließend kurzzeitig für etwas Entlastung, nachdem Schneider und Lo das Spiel danach allerdings ausgeglichen hatten, nahm Jaka Lakovic seine erste Auszeit (30:30, 16.). Doch vor allem defensiv fand seine Mannschaft in dieser Phase kein Mittel, um den amtierenden Meister zu stoppen. Und auch wenn Petrucelli den ersten Vorsprung der Albatrosse mit einem Dreier kontern konnte, schlug Granger im folgenden Angriff ebenfalls aus der Distanz prompt zurück (35:36, 18.). Nach einem Layup von Caupain war es dann erneut Granger, der seine Mannschaft mit der letzten Aktion in der ersten Hälfte wieder in Front brachte (37:39).
Eng umkämpft ging es dann auch zu Beginn der zweiten Halbzeit weiter. Zwar behauptete ALBA in den ersten Minuten zunächst den Vorsprung, ein Jumpshot von Petrucelli glich die Partie nach 24 Minuten jedoch wieder aus (43:43). Und nachdem der Ulmer Verteidigungsminister ein Anspiel von seinem Buddy Caupain nur wenig später in zwei weitere Punkte umwandeln konnte, lagen seine Farben wieder in Führung (45:43, 26.). Zwar fand Fontecchio mit einem 4-Punkt-Spiel im Anschluss die passende Antwort, ein größerer Vorsprung als drei Zähler war in dieser Phase des Spiels aber keinem Team vergönnt. Die letzten Akzente im dritten Viertel setzten dann die Spielmacher: Erst brachte Kapitän Per Günther ratiopharm ulm durch einen Floater und zwei Freiwürfe mit 53:50 in Führung. Mit der letzten Aktion im Abschnitt glich Lo den Spielstand von außen jedoch wieder aus. Mit zwei erfolgreichen Sprungwürfen aus der Mitteldistanz eröffnete Clark das Schlussviertel, wovon sich Berlin jedoch nicht beeindrucken ließ. Erneut angeführt von Maodo Lo, der erst zwei Korbleger einstreute und dann einen Dreier von Eriksson auflegte, erspielten sich die Gäste einen Fünf-Punkte-Vorsprung, woraufhin Lakovic eine weitere Auszeit nahm (59:64, 33.). Weil die Ulmer jedoch auch in der Folge offensiv zu viel liegen ließen und auf der Gegenseite einige zweite Chancen der Berliner zuließen, betrug der Rückstand nach 36 Minuten erstmals 10 Zähler (61:71). Nachdem Dylan Osetkowski sein Team mit fünf Zählern in Serie wieder auf sieben Punkte heranbringen konnte, konterte Fontecchio mit seinem dritten erfolgreichen Distanzwurf am anderen Ende jedoch eiskalt. (66:76, 38.). Und auch in den verbleibenden zwei Minuten ließen die Gäste nichts mehr anbrennen, um dadurch den 2:1-Serienvorpsrung herzustellen.
O-Ton:
Jaka Lakovic: „Das Spiel war lange sehr ausgeglichen. Im letzten Viertel ist ALBA jedoch davongezogen und hat mit viel individueller Klasse das Spiel entschieden. Wir haben 27 Punkte im Schlussviertel kassiert, was in einem Playoff-Spiel natürlich schwer zu überwinden ist. Ich glaube, dass die Defense am Samstag der Schlüssel sein wird. Dabei müssen wir vor allem drei Dinge besser machen: Verteidigung im 1-gegen-1, Verteidigung gegen den Fastbreak und das defensive Rebounding.“
