Suchen
Donnerstag, 13. August 2026

Von der Garage auf die große Bühne

25 Geschichten bis zum 25. Geburtstag – Teil 25. Wir blicken 25 Jahre zurück auf das Jahr 2001, in welchem Dr. Thomas Stoll und Andreas Oettel eine Entscheidung trafen, die große Früchte tragen soll.

Der Startschuss in einer Garage
Am 17. August 2001 unterzeichneten die heutigen ratiopharm ulm Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll und Andreas Oettel gemeinsam mit Ralf Buck und Werner Sailer die Gründungsurkunde der Basketball Ulm/Alb-Donau GmbH, der späteren BBU ’01 GmbH. Das Ziel war damals klar: Den Basketball in Ulm vor dem Aus zu bewahren. Die Voraussetzungen waren allerdings alles andere als einfach. Begrenzte finanzielle Mittel, eine bescheidene Infrastruktur und der sportliche Neustart in der 2. Basketball-Bundesliga machten die Aufgabe zu einem echten Wagnis. 25 Jahre später zeigt sich, wie weitreichend diese Entscheidung war. ratiopharm ulm gehört heute zu den renommiertesten Basketballstandorten Deutschlands und hat sich mit dem OrangeCampus zu einem internationalen Vorzeigeprojekt in der Nachwuchsförderung entwickelt.

Basketball retten statt zuschauen
Im Sommer 2001 stand der Ulmer Basketball vor dem Aus. Der damalige Trägerverein SSV Ulm 1846 geriet in massive wirtschaftliche Schwierigkeiten, der Absturz schien kaum noch aufzuhalten. Es brauchte Menschen, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen. „Ich war damals im Urlaub in Spanien, als mich die Nachricht erreichte, dass aufgrund der Insolvenz des Trägervereins der Profi-Bereich komplett eingestellt werden würde. Ich war früher selbst beim SSV Ulm und beim SV Oberelchingen als Jugendtrainer aktiv, konnte mich wegen meines Berufs als Arzt aber nicht mehr engagieren. Trotzdem wollte ich versuchen, den Ulmer Basketball zu retten und habe nach Mitstreitern gesucht. Andreas kannte ich damals noch nicht. Er kam über Ralf Buck dazu. Wir brauchten jemanden, der sich um die Zahlen kümmert, und Andreas war sofort Feuer und Flamme“, erinnert sich Dr. Thomas Stoll.
Dr. Thomas Stoll vor Finalspiel drei der Meisterschaftssaison. Foto: Harry Langer
Ein Neustart unter schwierigsten Bedingungen
Mit der Gründung waren zahlreiche Herausforderungen verbunden. Die finanzielle Lage war prekär, die Zukunft ungewiss. „Wir standen praktisch vor dem Nichts. Erst einmal mussten wir den Insolvenzverwalter davon überzeugen, uns überhaupt die Chance zu geben, den Ulmer Basketball zu retten. Gleichzeitig mussten wir die Verantwortlichen von ratiopharm überzeugen, weiter als Sponsor an Bord zu bleiben. Nach vielen Gesprächen und einigen Tagen voller Unsicherheit erhielten wir schließlich von Herrn Nitzschke und der Familie Merckle die Zusage für ein Mindestbudget. Auch im Alltag wurde die schwierige Situation spürbar. Banken wollten uns aufgrund der Insolvenz des Vorgängervereins erst gar kein Konto eröffnen. Spieler konnten wir nur gegen Vorkasse in Hotels unterbringen. Außerdem brauchten wir einen Trainer und eine komplett neue Mannschaft, die bereit war zu spielen, obwohl jeden Tag die Gefahr bestand, dass das Projekt scheitert. Besonders bemerkenswert: Selbst bei der Übernahme der Profi-Lizenz gab es Widerstände. Der Insolvenzverwalter ließ damals die Abteilungsleiter des SSV Ulm abstimmen, ob die Profi-Lizenz an uns verkauft werden sollte. Alle waren dagegen – sogar die Basketball-Abteilungsleiter. Das war durchaus nachvollziehbar, denn niemand wollte ein weiteres finanzielles Chaos riskieren. Zum Glück traf der Insolvenzverwalter am Ende eine andere Entscheidung.“
Mittendrin beim Bau der ratiopharm arena.. Foto: ratiopharm ulm
Zwischen Familienglück und Basketball-Rettung
Die Wochen rund um die Gründung waren für Stoll auch privat eine außergewöhnliche Zeit. „Es passierte damals unglaublich viel gleichzeitig. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, dass meine Frau hochschwanger war und ich ständig unterwegs war. Am 16. August kam meine Tochter Cara zur Welt – bei ihrer Geburt konnte ich immerhin dabei sein. Einen Tag später gründeten wir die GmbH. Viel Zeit zu Hause blieb nicht, zumal ich weiterhin meine Arztpraxis führen musste. Bei Andreas war es ähnlich. Auch er hatte damals noch einen anderen Beruf und stemmte alles zusätzlich zum Tagesgeschäft.“

Schritt für Schritt nach oben
Aus der Rettungsaktion entwickelte sich schnell mehr. Erste sportliche Erfolge und funktionierende Strukturen sorgten für Aufbruchsstimmung. „Eigentlich wollten wir den Basketball in Ulm erstmal nur retten, aber es hat einfach Spaß gemacht und so sind wir geblieben. Wir haben nie darüber nachgedacht, wo wir in zehn Jahren stehen könnten. Stattdessen haben wir uns immer auf das nächste Projekt konzentriert. Mit dem Aufstieg in die BBL veränderten sich die Möglichkeiten. Es gab viele entscheidende Meilensteine. Einer der wichtigsten war sicherlich die ratiopharm arena. Ohne ihren Bau wäre das Projekt wahrscheinlich zu Ende gewesen. Mit der Entscheidung für die neue Arena wurde klar, dass deutlich mehr möglich ist.“ 
Die beiden Geschäftsführer Stoll und Oettel bei der Eröffnung des OrangeCampus. Foto: ratiopharm ulm
Die Kraft der Weiterentwicklung
Auf den Bundesliga-Aufstieg folgten der Bau der Arena, die Eröffnung des OrangeCampus und schließlich die erste Deutsche Meisterschaft im Jahr 2023. Für Stoll ist jedoch etwas anderes der entscheidende Erfolgsfaktor. „Ich bin vor allem auf das Gesamtprojekt stolz. Darauf, dass wir uns immer weiterentwickelt haben und nie stehen geblieben sind. Wir haben Dinge miteinander verbunden, die in dieser Form zuvor niemand aufgebaut hatte. Und das alles ohne einen großen Mäzen im Hintergrund. Sicherlich hat uns dabei geholfen, dass wir viele Erfahrungen im Ausland sammeln konnten und den Club eher wie ein Unternehmen als wie einen klassischen deutschen Sportverein aufgebaut haben.“

Eine Erfolgsgeschichte mit vielen Beteiligten
Nach 25 Jahren blicken Dr. Thomas Stoll und Andreas Oettel mit großer Zufriedenheit auf die gemeinsame Entwicklung zurück. „Dass dieses Projekt einmal so erfolgreich werden würde, war damals weder geplant noch absehbar. So etwas lässt sich nicht planen. Es ist eine großartige Erfolgsgeschichte, die nur durch viele Mitstreiter, harte Arbeit und auch das notwendige Quäntchen Glück möglich geworden ist. Wir hoffen, dass sie noch lange weitergeschrieben wird“.
25 Jahre ratiopharm ulm – das sind unzählige Momente, die geblieben sind. Spiele, die Geschichte geschrieben haben. Emotionen, die verbinden. Dieses Jubiläum ist mehr als ein Rückblick – es ist eine Hommage an alles, was diesen Club ausmacht.

In der ratiopharm arena erwartet dich ein außergewöhnlicher Abend, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet. Eine Reise durch 25 Jahre voller Leidenschaft, Zusammenhalt und Entwicklung. Legendäre Szenen, bewegende Geschichten und besondere Augenblicke werden lebendig – begleitet von Persönlichkeiten, die diese Zeit geprägt haben und den Verein bis heute ausmachen.

Sichere dir jetzt HIER deinen Platz für einen Abend, der bleibt.
Ihr Browser ist leider veraltet.

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen. Den Browser jetzt aktualisieren

×