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Donnerstag, 15. März 2018

„Was wir brauchen, sind Siege”

ratiopharm ulm steht im Kampf um die Playoffs mit dem Rücken zur Wand. In dieser sportlich prekären Situation findet am Samstag (18 Uhr live bei Telekom Sport) das 28. Derby gegen Tübingen statt.

Shortcut In schwierigen Zeiten besinnt man sich auf die Dinge, die seit jeher Bestand haben. Das Derby ist eine solche Institution. 27 Duelle gab es (mit einem Jahr Unterbrechung) seit 2002 zwischen Ulm und Tübingen, dabei 20 Ulmer Siege – zuletzt 13 in Folge. Dennoch ist das Schwabenduell für beide Parteien nach wie vor ein Highlight – doch womöglich wird die 28. Auflage das vorerst letzte Derby sein. Denn während die Saison 2017/18 schon für Ulm mit herben Rückschlägen verläuft, ist sie im benachbarten Tübingen ein einziges Waterloo. Tabellenplatz 18, nur ein Sieg in 24 Saisonspielen und zuletzt eine Serie von 12 Niederlagen. Für den Klassenerhalt braucht Tübingen im Saisonendspurt ein kleines Wunder. Doch auch in Ulm steht niemand der Sinn nach Sentimentalität oder Nachbarschaftshilfe, wie Per Günther klar macht: „Wir stehen, was die Playoffs angeht, mit dem Rücken zur Wand. Egal gegen wen, egal wie hässlich – was wir jetzt für unser Selbstbewusstsein brauchen, sind Siege.“ Auch für den Head Coach spielt die Tübinger Bilanz keine Rolle. „Wenn du vier Spiele in Folge verloren hast, solltest du nicht auf den Gegner, sondern auf deine eigene Leistung schauen“, so Thorsten Leibenath.

Record Im Hinspiel Anfang November war Tübingen über weite Strecken ebenbürtig und musste erst in der Schlussphase abreißen lassen (74:81). Weder die gegenwärtige, noch die historische Bilanz spricht indes für die Neckarstädter: In der laufenden Saison gelang den Tigers noch kein Auswärtssieg (0-12), und in Ulm konnte Tübingen zuletzt im Februar 2011 gewinnen – damals noch am Kuhberg (81:84).
Keystats Im statistischen Vergleich hat ratiopharm ulm mit Ausnahme der Assists (16,3 – 18,4) in allen Kategorien die Nase vorn. Auffälligste Tübinger Problemzonen: Die Verteidigung und der Angriff. Nur der MBC lässt mehr Punkte zu als Tübingen (86,2), und auch bei den erzielten Zählern liegt Tübingen auf Rang 17 (74,8). Betrachtet man jedoch die Statistiken der letzten vier Ulmer Niederlagen isoliert, werden auch die Probleme des Tabellenzehnten deutlich: 85,8 gegnerische Punkte (Saisonschnitt: 79,5), 73,6 erzielte Zähler (80,3) und eine ungewöhnlich schwache Dreier-Quote von 28,4 Prozent (37,8).

Spotlight Reggie Upshaw vs. Isaac Fotu (beide 2,03 Meter groß): Selten war ein Duell zweier Spieler, die dieselbe Position bekleiden, so spannend und so gegensätzlich. Während der Tübinger Topscorer (14,5) und -Rebounder (6,4) die Power Forward-Position eher in Richtung Swing Man interpretiert, orientiert sich Fotu (12,7 Pkt/4,2 Reb) mit Vorliebe in Richtung Korb.  Der eine (Fotu), erzielt seine Punkte mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit in der Zone, der andere (Upshaw) nimmt pro Spiel 4,3 Dreier (40,8%). Im Hinspiel war es Upshaw (29 Pkt, 6 Reb, 4 Ass), der das Duell mit Fotu (8 Pkt, 4 Reb) gewann, dafür aber das Spiel verlor.

Ungleiches Duell im Fokus: Isaac Fotu vs. Reggie Upshaw.
Quotes
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm):„Wenn du vier Spiele in Folge verloren hast, solltest du nicht auf den Gegner, sondern auf deine eigene Leistung schauen. Wir haben unter der Woche intensiv und konzentriert an den Baustellen gearbeitet, die wir nach dem Bamberg-Spiel identifiziert haben. Nach zwei schwachen Auftritten zuletzt, ist es jetzt wichtig, eine bessere Leistung abzurufen. Ich bin froh, dass wir am Samstag dazu die Möglichkeit haben. Die Gleichung: Wir schalten Reggie Upshaw aus, dann gewinnen wir das Spiel, wird nicht so leicht aufgehen. Doch wenn wir ihn attackieren und beschäftigen, steigen unsere Siegchance sicherlich.“

Per Günther (Kapitän ratiopharm ulm):„Wir stehen, was die Playoffs angeht, mit dem Rücken zur Wand. Egal gegen wen, egal wie hässlich – was wir jetzt für unser Selbstbewusstsein brauchen, sind Siege. Wir müssen jetzt als Team zurück in die Spur finden – eine Niederlage im Derby wäre in diesem Zusammenhang ein herber Rückschlag.“

Good to know Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und zwar vor dem Orange Game! Denn unter dieser Überschrift steigt am Sonntag (17 Uhr) das für den Klassenerhalt der OrangeAcademy (15.) so wichtige Heimspiel gegen Baunach (16.). Wenn das Team um Topscorer David Krämer seine letzte Chance für den Verbleib in der Zweiten Basketball Bundesliga ProA ergreifen will, heißt es Farbe bekennen – und zwar im wörtlichen Sinne. Für alle Fans, die am Sonntag in Orange in der Kuhberghalle erscheinen, gibt es an der Abendkasse einen 50-prozentigen Rabatt auf den Ticketpreis gegen das Bamberger Farmteam. #goorange!

Fotos Florian Achberger, Pressefoto Ulmer
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