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Donnerstag, 03. Mai 2018

Wenn der Knoten nicht platzt

Das erste Mal seit 2012 verpasst ratiopharm ulm die Playoffs. Während die Gründe dafür vielfältig sind, ist die Enttäuschung über die verpatzte Saison 2017/18 so groß, wie der Wille, es nächstes Jahr besser zu machen.

Schade, da war mehr drin. Mit diesem Gefühl beendet ratiopharm ulm die Saison 2017/18 und verpasst nach sechs Playoff-Teilnahmen in Folge erstmals die Postseason. Damit geht eine Serie zu Ende, die im selben Zeitraum nur München, Berlin und Bamberg für sich in Anspruch nehmen konnten. „Als Team hatten wir darauf gehofft, dass der Knoten irgendwann platzt“, hatte Per Günther schon vor dem Saisonende selbstkritisch gesagt. Nach der Rekordsaison mit 27 Hauptrundensiegen in Serie folgt nun also ein Jahr der Enttäuschung. „In den letzten Jahren haben wir regelmäßig überperformt. Wenn es jetzt einmal in die andere Richtung geht, dann muss man das akzeptieren“, sagt Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll.

Die Gründe für das verfrühte Saisonende sind vielfältig. Bei der Spielerauswahl gab es Missverständnisse, das Rollenverständnis innerhalb der Mannschaft war ein Dauerthema und auch Verletzungen haben eine Rolle gespielt. Tim Ohlbrecht, der in diesem Jahr nie zu seiner Form gefunden hat, sagt: „Wir müssen jetzt Manns genug sein, die Kritik anzunehmen. Wir haben unsere Ziele nicht erreicht, aber das gehört nun mal zum Sport dazu.“ Ohlbrecht fehlte verletzungsbedingt drei Monate, Luke Harangody war ebenfalls zwölf Wochen raus und Da‘Sean Butler verpasste elf Spiele.
Tim Ohlbrecht, der erneut drei Monate verletzungsbedingt fehlte, fand 2017/18 nie zu seiner Form. Foto: Langer Foto: Langer
„Letztlich konnten wir die vielen namhaften Abgänge nicht so gut verkraften und auch mit den Neuverpflichtungen nicht ausreichend auffangen“, sagt Head Coach Thorsten Leibenath. „Darüber hinaus ist der Findungsprozess als Mannschaft immer wieder durcheinander gewirbelt worden, auch aufgrund von Verletzungen“, erklärt der 43-Jährige die fehlende Konstanz im Spiel so wie im Saisonverlauf. „Es hätte größerer körperlicher und mentaler Stärke bedurft, um schwierige Phasen schneller und besser zu überstehen“, so Leibenath.

„Wir sind enttäuscht über die Gesamtsituation. Aber die Jungs spielen ja nicht absichtlich schlecht“, erklärt Thomas Stoll. Der Geschäftsführer sagt aber auch: „Jeder hatte die Chance zu zeigen, dass er gewillt ist alles zu geben. Bei dem einen oder anderen war das zu wenig Einsatz. Ich gehe also davon aus, dass es im Sommer die eine oder andere Veränderung geben wird.“

Bei aller Enttäuschung und Frustration über das sportliche Abschneiden hat diese Saison aber auch gezeigt, auf was man sich in Ulm und Neu-Ulm verlassen kann: Nämlich auf die Basketballbegeisterung in der Region. Dafür spricht, dass die ratiopharm arena auch in ihrem siebten Jahr zu 100 Prozent ausgelastet war und Ulm mit erneut 105.400 Besuchern in der Hauptrunde nach Berlin die zweitmeisten Zuschauer in der BBL für sich begeistern konnte. Dass die Spieler und Trainer der Liga in einer Umfrage Ulm zum zweiten Mal in Folge als „Greatest Crowd“ gewählt haben, ist ebenfalls ein Indiz für den grandiosen Support. „Diese Arena wird noch lange stehen und diese Fans werden noch über Jahrzehnte in ihr sein. Das ist es, was diesen Standort so besonders macht“, hatte es Per Günther unmittelbar nach dem letzten Heimspiel der Saison formuliert.
Thorsten Leibenath, der Trainer des Jahres 2017, verpasst erstmals mit ratiopharm ulm die Playoffs. Foto: Duda Foto: Duda

Zum Sport gehört eben auch dazu, dass man sich zurückkämpft. Genau darum geht es für uns in den nächsten Monaten.

Was jetzt folgt, ist eine ungewohnt frühe Sommerpause, in der „unangenehme Sachen auf den Tisch kommen werden“, wie Günther vermutet. Auch Thorsten Leibenath sieht einen „langen und intensiven Sommer“ vor sich. „Zum Sport gehört eben auch dazu, dass man sich zurückkämpft. Genau darum geht es für uns in den nächsten Monaten“, sagt Leibenath. 

Meilensteine
12. Bundesliga-Saison in der BBU ’01 Ära – 10. Saison von Per Günther - 7. Saison von Thorsten Leibenath
1 Millionen Besucher in der ratiopharm arena (22. Dezember 2017)
350. Heimspiel der Clubgeschichte (10. Februar 2018 | 90:95 vs. Gießen)
Zweites easyCredit TOP FOUR in der ratiopharm arena (17./18. Februar 2018) und vierte TOP FOUR Teilnahme der Clubgeschichte, Platz drei
100. Sieg in der ratiopharm arena (22. Februar 2018 |84:77 vs. Ludwigsburg)
„Greatest Crowd 2018“ – zum zweiten Mal in Folge wählen die Spieler und Trainer der BBL die ratiopharm arena zur besten Kulisse der Liga
100. Bundesligaspiel vonRyan Thompson (11.03.2018 | 67:90 vs. Bamberg)
Viertbester All-Time-Assistgeber: Per Günther (1.337 Assists).
100 Prozent Auslastung (Ø 6.200 Zuschauer in der BBL) Gesamt: 105.400 (Rang 2 in der BBL)
Der konstanteste Ulmer der Saison: Isaac Fotu legte 14,1 Punkte 5 Rebounds und einen Assist pro Spiel auf. Foto: Duda Foto: Duda
Zahlen, Zahlen, Zahlen
Bilanz: 16 (2 Eurocup) Siege  – 18 (8 Eurocup) Niederlagen
Höchster Sieg: 89:65 vs. Göttingen (BBL) | 97:87 vs. Gran Canaria (Eurocup)
Höchste Niederlage: 89:54 @ Ludwigsburg (BBL) | 108:77 @ Villeurbanne (Eurocup) 
Längste Siegesserie: 28. Okt. – 22. Dez. 2017  (8 Siege in der BBL) 
Längste Niederlagenserie: 1. – 20. Apr. 2018 (5 Niederlagen in der BBL) |1. Nov. – 27. Dez (8 Niederlagen im Eurocup)

Bestleistungen

Als Team
Drittbeste Freiwurfquote der BBL (79,2%)
Drittwenigsten Ballverluste der BBL (11,4 TO)
Viertbeste Dreierquote der BBL (38,3%)
Individuell
32 Punkte - Isaac Fotu (@München) – Karrierebestleistung (5. höchster Wert in der BBL)
16 Punkte – David Krämer (@Ludwigsburg) – Karrierebestleistung (4. bester Wert aller U22-Spieler)
15 Rebounds – Luke Harangody (vs. Bayreuth) – Karrierebestleistung (4. höchster Wert in der BBL)
8 Offensivrebounds – Luke Harangody (vs. Bremerhaven) – Karrierebestleistung (höchster Wert in der BBL)
6 Dreier – Per Günther (vs. Würzburg) – Karrierebestleistung (3. höchster Wert in der BBL)
Teamintern
Scorer: Katin Reinhardt (14,4 PpS – 39,7% FG) | Eurocup: Trey Lewis (12,9 - 34,5% FG)
Rebounder: Luke Harangody (5,5 RpS ) | Eurocup: Jerrelle Benimon (7,2 RpS)   
Assistgeber: Per Günther (3,5 As) | Eurocup: Trey Lewis  (3,4 As)
Dreierschütze: Joschka Ferner (55,6%) | Eurocup: Joschka Ferner (66,7%) 
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