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Mittwoch, 17. Januar 2024

Alles im Zeichen des Ehrenamts

Trotz der unglaublichen Unterstützung von zahlreichen gemeinnützigen Helfern unterliegt ratiopharm ulm knapp mit 85:81 gegen U-BT Cluj-Napoca.

Der Ehrenamtstag hielt für die Akteure im EuroCup eine volle ratiopharm arena bereit. Die Party begann allerdings schon geraumer Zeit vor Tip-Off. Im Foyer versammelten sich diverse Gruppe aus hunderten gemeinnützigen Vereinen, denen der Spaß und die Vorfreude auf den Abend deutlich anzusehen war. Wenige Sekunden vor Spielbeginn erhob sich die gesamte Halle und jeder einzelne ließ sich von der lautstarken Atmosphäre anstecken. Bis zum Ende mutierte die ratiopharm arena wortwörtlich zum Hexenkassel und stand lautstark hinter der Mannschaft, dennoch reichte es am Ende nicht für den Sieg.

Ehrenamt, Basketball und Spaß Foto: Langer
Leistungseinbruch kostet am Ende den Sieg
Eine hochkonzentrierte erste Hälfte, in der die Ulmer sowohl offensiv als auch defensiv überzeugten, sprach für einen Heimsieg. Eine disziplinierte und aggressive Defensive erlaubte den Gästen lediglich 36 Punkte. Den Schlusspunkt einer defensivstarken ersten Hälfte setzte dann Youngster Noa Essengue, der den letzten Wurfversuch vor dem Seitenwechsel per Monsterblock vereitelte. Auf die daraus resultierende 15-Punkte-Halbzeitführung konnte in der Folge nicht aufgebaut werden. Im Gegenteil die Offensive geriet ins Stocken und der Gast ergriff Mitte des Schlussviertels die Führung. Am Ende ist eine starker Start in die Partie und eine solide Defensive nicht genug, da sich das Team in der Schlussphase zu viele Ballverluste (Insgesamt 22) leistete.

Senkrechtstarter ohne Einfluss in Halbzeit zwei
In der Anfangsphase brillierte insbesondere ein Uuulmer: L.J. Figueroa war im ersten Viertel nicht zu stoppen, erzielte dabei 15 der insgesamt 24 Punkte. Die ersten elf Ulmer Punkte und drei der vier erfolgreichen Ulmer Dreier im ersten Viertel gehen auf das Konto der Nummer 30. In der zweiten Hälfte ergaben sich für den dominikanische Nationalspieler kaum Abschlüsse, somit stehen am Ende 17 Zähler. Hervorzuheben ist auch die Leistung von Tommy Klepeisz. Der Kapitän legte 14 Punkte auf, traf drei seiner sechs Dreipunktewürfe und verteilte zudem sieben Assists. Auch zwei Steals tauchen im Statistikbogen auf.
Das erste Viertel lief unter dem Namen: Die große L.J. Figueroa Show Foto: Langer
Spielverlauf: Die Uuulmer starteten furios mit einem 8:0 Lauf in die Partie. Insbesondere L.J. Figueroa zeigte sich spielfreudig und erzielte die ersten acht Zähler, darunter zwei Würfe von jenseits der Dreipunktelinie. Nach kurzen Startschwierigkeiten wachten die Gäste auf und starteten zu ihren Gunsten einen 8:0 Lauf. Somit herrschte nach drei Minuten Spielzeit erneut Gleichstand. Auch im Laufe des ersten Spielabschnitts legten beide Teams offensiv ein hohes Tempo an den Tag, auch in der Verteidigung ging es auf beiden Enden des Feldes robust und intensiv zur Sache. Mitten in dieser Phase generierten die Uuulmer einige Stopps (6 Steals), schalteten schnell um und bestraften die Fehler der Gäste gnadenlos mit einem 9:0 Lauf. Der erste Korberfolg im zweiten Spielabschnitt ließ etwas auf sich warten. Dann erlöste Kapitän Tommy Klepeisz die volle Halle und ließ den Knoten mit zwei Dreiern in Serie platzen. In der nächsten Angriffssequenz zelebrierten die Rängen den wohl schönsten Korberfolg - eine Offensivaktion aus dem Lehrbuch: sehenswert ließen die Uuulmer den Ball mannschaftsdienlich durch die eigenen Reihen zirkulieren bis George de Paula nach mehreren Pässen den herrlichen Spielzug per Dreier vollendete. Mit einer engagierten und konsequenten Defensive folgte dann der nächste 8:0 Lauf und die erste zweistellige Führung. Gegen Ende der ersten Hälfte disqualifizierte das Schiedsrichtergespann den besten Scorer der Rumänen Dennis Seeley aufgrund einer Tätlichkeit. In dieser Phase kämpften die Gäste um jeden Zähler, während die Uuulmer mit einem erfolgreichen And-One von Juan Núñez die erste Halbzeit eindrucksvoll beendeten (51:36, HZ.).
Der Kapitän als emotionaler Leader. Foto: Langer
Auch nach dem Seitenwechsel war die Ulmer Marschroute weiter klar ersichtlich: Schnelle Hände in der Verteidigung, körperbetonte Gangart und schnelles Umschalten. In der Halbfeldoffensive schien der Korb erstmals vernagelt, aber kein Problem: Nach dem Rebound ging es erneut sehr schnell, Trevion Williams bediente von der Mittelline den eingelaufenen Figueroa per Alley-oop Anspiel und gemeinsam sorgten die beiden Highlight-Produktionsmaschinen für das erste spektakuläre Play in der zweiten Hälfte. Dennoch ging die offensive Leichtigkeit aus den ersten beiden Durchgängen in Folge etwas abhanden. Diese Schwächephase nutzten die Gäste kompromisslos aus und verkürzten vor dem Schlussabschnitt nochmals auf elf Punkte. Ein 11:0 Lauf des rumänischen Meisters verkürzte den Ulmer Vorsprung auf zwei Punkte. Fünf Minuten vor Ende übernahm Cluj mit einem Dreier erstmals in dieser Partie die Führung. Es entwickelte sich eine wilde Partie, die unübersichtlich und hektisch erschien. Die Schlussminuten waren demnach auf beiden Seiten geprägt von Fehlern. Die Hausherren begehen den einen zu viel und verlieren trotz einer starken ersten Hälfte am Ende.

Orange-Mixed Zone
Head Coach Anton Gavel:„Danke an alle die heute Abend in der Arena waren und uns über das komplette Spiel lautstark unterstützt haben. Es ist sehr besonders vor einer solche Kulisse im EuroCup zu spielen. Zum Spiel: In der zweiten Hälfte waren wir nicht in der Lage Stopps zu kreieren, speziell im letzten Viertel. Offensiv habe ich die Spieler nicht in die richtige Abschlusspositionen geschickt, vor allem als Cluj den entscheidenden Lauf gestartet hat.” 

Kapitän Tommy Klepeisz: „Wir haben uns von der Zonenarbeit des Gegners verunsichern lassen, was ein Mittel war, um unseren Rhythmus zu brechen. Ich denke in der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass wir guten Basketball spielen können, wenn wir fokussiert und intensiv agieren. Heute konnten wir das nicht über die komplette Spielzeit halten und haben deswegen das Spiel verloren. Wir werden weiter arbeiten und um das Heimspiel im Achtelfinale kämpfen.“
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