Wie kam es zu der Teilnahme an ATLAS?
"Der erste Kontakt entstand dieses Jahr bei der NBA Summer League in Las Vegas. Mir wurde kurz erklärt, dass man eine weltweite Jugendliga aufbauen wolle und uns unbedingt dabeihaben möchte. Immer wurden die Verantwortlichen von NBA-Scouts darauf angesprochen, dass ein Projekt wie das Ulmer Programm in einer solchen Liga nicht fehlen dürfe. Natürlich hat mich das gefreut. Gleichzeitig war ich aber recht skeptisch. Vieles klang ausgesprochen ambitioniert. Wir haben deshalb vereinbart, einige Wochen später in einem Zoom-Call tiefer einzusteigen."
"Der erste Kontakt entstand dieses Jahr bei der NBA Summer League in Las Vegas. Mir wurde kurz erklärt, dass man eine weltweite Jugendliga aufbauen wolle und uns unbedingt dabeihaben möchte. Immer wurden die Verantwortlichen von NBA-Scouts darauf angesprochen, dass ein Projekt wie das Ulmer Programm in einer solchen Liga nicht fehlen dürfe. Natürlich hat mich das gefreut. Gleichzeitig war ich aber recht skeptisch. Vieles klang ausgesprochen ambitioniert. Wir haben deshalb vereinbart, einige Wochen später in einem Zoom-Call tiefer einzusteigen."
Und dann?
"Wir saßen, soweit ich mich erinnern kann, zu fünft zusammen. Drei Vertreter der Liga sowie mein Co-Geschäftsführer Andreas Oettel und ich. Uns wurde das Projekt erstmals im Detail vorgestellt, wir bekamen Unterlagen und einen deutlich besseren Eindruck davon, was da eigentlich entstehen soll. Das klang für uns erst mal extrem spannend. Gleichzeitig war sofort klar: Das bedeutet eine gewaltige Herausforderung. Wir waren damals ja mitten in unseren Bemühungen, den Aufstieg in die ProA zu realisieren. Die zentrale Frage lautete also: Wollen wir das tatsächlich anpacken? Vor allem aber auch: Können wir das überhaupt in unsere Saison integrieren? "
Die Antwort war dann wahrscheinlich sofort ja?
"Also ehrlich gesagt: nein, überhaupt nicht. Ich habe das Projekt anschließend mit unserem Jugendkoordinator Chris Ensminger und unserem Scout Florian Kurth besprochen. Die Reaktion war eigentlich immer dieselbe: Was für eine unglaubliche Chance – und gleichzeitig: Wie soll das funktionieren?
Wir sprechen über mehrere Reisen in die USA, nach Litauen und Italien. Mitten in der Saison. Gleichzeitig eröffnet sich die Möglichkeit, gegen einige der besten Nachwuchsprogramme der Welt anzutreten. US-Highschools, die zahlreiche NBA-Spieler hervorgebracht haben. Europäische Spitzenprogramme. Und plötzlich Ulm mittendrin. Der Gedanke hat uns genauso fasziniert wie gleichzeitig Respekt eingeflößt."
Wie ging es dann weiter?
"Es folgten zahlreiche Meetings – mit der Liga, aber auch mit den anderen teilnehmenden Organisationen. Schritt für Schritt wurde alles konkreter. Wie sehen die Verträge aus? Welche Garantien gibt der Veranstalter? Wer ist dabei? Wann geht's los? Nach welchen Regeln wird gespielt? Wie sieht der Modus aus? Besonders spannend war, dass zwei Basketball-Welten zusammengebracht werden mussten. Das amerikanische Highschool-System auf der einen Seite, die europäischen Strukturen auf der anderen. Das war nicht immer einfach, aber jeder hat seine Ideen eingebracht, um gemeinsam daraus etwas Neues zu entwickeln. Und natürlich gab es bis zum Schluss keine Garantie dafür, dass alles funktioniert. Vor allem nicht bei diesem Zeitplan. Das erste Turnier war von Beginn an für Mitte November angesetzt. Für ein Projekt dieser Größenordnung war das extrem ambitioniert."
Wie groß waren Ihre Zweifel?
"Um ehrlich zu sein, nicht unerheblich – gleichzeitig wurde aber recht früh deutlich, dass mit Mike Morreale eine ausgesprochen erfahrene und renommierte Persönlichkeit für das Projekt gewonnen worden war. Er hatte als CEO die kanadische Profiliga aufgebaut und diesen Posten nur verlassen, um sich dieses neuen Projekts anzunehmen. Auch alle anderen Verantwortlichen machten von Beginn an den Eindruck, genau zu wissen, was sie tun. Es war förmlich zu spüren, dass sie nicht einfach irgendeinen Wettbewerb organisieren wollen. Etwas gänzlich Neues sollte geschaffen werden, eine Chance, den weltweiten Nachwuchsbasketball nachhaltig zu verändern. Deshalb waren die Zweifel zwar vorhanden. Aber Begeisterung und Perspektive haben deutlich überwogen."
Wie geht es nun weiter?
"Wir haben einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben und stellen im Augenblick die endgültigen Weichen zu einem wettbewerbsfähigen Team. Die Top-Talente Adam, Teo und Meissa könnten zwar aufgrund ihres Alters noch dabei sein, sind aber fester Bestandteil des Bundesligateams. Ziel ist es deshalb, aus Spielern der ProA-Mannschaft und unserer beiden NBBL-Teams einen möglichst starken Kader zu formen.
Natürlich hoffen wir auch auf die Unterstützung der jeweiligen Ligen und darauf, dass möglichst viele Vereine die Dimension dieses Projekts erkennen. Hier geht es nicht nur um einen neuen Wettbewerb. Es geht darum, den Jugendbasketball weltweit sichtbarer zu machen. Die planen da wirklich große Dinge. Das gab es praktisch noch nie, dass sich die besten Talente aus den USA und Europa regelmäßig auf diesem Niveau miteinander messen. Genau das soll jetzt entstehen. Und das ist erst der Anfang.
Wir sind jedenfalls unglaublich gespannt, wohin diese Reise führt. Ich kann jedem nur empfehlen, schon einmal einen Blick auf den ersten Austragungsort zu werfen: die weltweit renommierte IMG Academy in Florida. Allein die Dimensionen dort sind beeindruckend. Unzählige Sportarten, Trainingsmöglichkeiten auf höchstem Niveau, eine Infrastruktur, die fast schon wie aus einer anderen Welt wirkt.
Dass wir als ratiopharm ulm gebeten wurden, Teil dieses Projekts zu sein, erfüllt uns mit großem Stolz. Das ist alles andere als selbstverständlich – und genau deshalb eine außergewöhnliche Chance, die wir ergreifen wollen."
