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Freitag, 09. Oktober 2026

ATLAS - Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll im Interview

Als einziges deutsches Team misst sich die OrangeAcademy Ulm künftig mit einigen der besten Nachwuchsprogrammen der Welt. Der neue Wettbewerb ATLAS bringt erstmals internationale Top-Talente aus den USA und Europa auf einer gemeinsamen Bühne zusammen.

Wie kam es zu der Teilnahme an ATLAS?
"Der erste Kontakt entstand dieses Jahr bei der NBA Summer League in Las Vegas. Mir wurde kurz erklärt, dass man eine weltweite Jugendliga aufbauen wolle und uns unbedingt dabeihaben möchte. Immer wurden die Verantwortlichen von NBA-Scouts darauf angesprochen, dass ein Projekt wie das Ulmer Programm in einer solchen Liga nicht fehlen dürfe. Natürlich hat mich das gefreut. Gleichzeitig war ich aber recht skeptisch. Vieles klang ausgesprochen ambitioniert. Wir haben deshalb vereinbart, einige Wochen später in einem Zoom-Call tiefer einzusteigen."

Und dann?
"Wir saßen, soweit ich mich erinnern kann, zu fünft zusammen. Drei Vertreter der Liga sowie mein Co-Geschäftsführer Andreas Oettel und ich. Uns wurde das Projekt erstmals im Detail vorgestellt, wir bekamen Unterlagen und einen deutlich besseren Eindruck davon, was da eigentlich entstehen soll. Das klang für uns erst mal extrem spannend. Gleichzeitig war sofort klar: Das bedeutet eine gewaltige Herausforderung. Wir waren damals ja mitten in unseren Bemühungen, den Aufstieg in die ProA zu realisieren. Die zentrale Frage lautete also: Wollen wir das tatsächlich anpacken? Vor allem aber auch: Können wir das überhaupt in unsere Saison integrieren? "

Die Antwort war dann wahrscheinlich sofort ja?
"Also ehrlich gesagt: nein, überhaupt nicht. Ich habe das Projekt anschließend mit unserem Jugendkoordinator Chris Ensminger und unserem Scout Florian Kurth besprochen. Die Reaktion war eigentlich immer dieselbe: Was für eine unglaubliche Chance – und gleichzeitig: Wie soll das funktionieren? 
Wir sprechen über mehrere Reisen in die USA, nach Litauen und Italien. Mitten in der Saison. Gleichzeitig eröffnet sich die Möglichkeit, gegen einige der besten Nachwuchsprogramme der Welt anzutreten. US-Highschools, die zahlreiche NBA-Spieler hervorgebracht haben. Europäische Spitzenprogramme. Und plötzlich Ulm mittendrin. Der Gedanke hat uns genauso fasziniert wie gleichzeitig Respekt eingeflößt."

Wie ging es dann weiter?
"Es folgten zahlreiche Meetings – mit der Liga, aber auch mit den anderen teilnehmenden Organisationen. Schritt für Schritt wurde alles konkreter. Wie sehen die Verträge aus? Welche Garantien gibt der Veranstalter? Wer ist dabei? Wann geht's los? Nach welchen Regeln wird gespielt? Wie sieht der Modus aus? Besonders spannend war, dass zwei Basketball-Welten zusammengebracht werden mussten. Das amerikanische Highschool-System auf der einen Seite, die europäischen Strukturen auf der anderen. Das war nicht immer einfach, aber jeder hat seine Ideen eingebracht, um gemeinsam daraus etwas Neues zu entwickeln. Und natürlich gab es bis zum Schluss keine Garantie dafür, dass alles funktioniert. Vor allem nicht bei diesem Zeitplan. Das erste Turnier war von Beginn an für Mitte November angesetzt. Für ein Projekt dieser Größenordnung war das extrem ambitioniert."

Wie groß waren Ihre Zweifel?
"Um ehrlich zu sein, nicht unerheblich – gleichzeitig wurde aber recht früh deutlich, dass mit Mike Morreale eine ausgesprochen erfahrene und renommierte Persönlichkeit für das Projekt gewonnen worden war. Er hatte als CEO die kanadische Profiliga aufgebaut und diesen Posten nur verlassen, um sich dieses neuen Projekts anzunehmen. Auch alle anderen Verantwortlichen machten von Beginn an den Eindruck, genau zu wissen, was sie tun. Es war förmlich zu spüren, dass sie nicht einfach irgendeinen Wettbewerb organisieren wollen. Etwas gänzlich Neues sollte geschaffen werden, eine Chance, den weltweiten Nachwuchsbasketball nachhaltig zu verändern. Deshalb waren die Zweifel zwar vorhanden. Aber Begeisterung und Perspektive haben deutlich überwogen."

Wie geht es nun weiter?
"Wir haben einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben und stellen im Augenblick die endgültigen Weichen zu einem wettbewerbsfähigen Team. Die Top-Talente Adam, Teo und Meissa könnten zwar aufgrund ihres Alters noch dabei sein, sind aber fester Bestandteil des Bundesligateams. Ziel ist es deshalb, aus Spielern der ProA-Mannschaft und unserer beiden NBBL-Teams einen möglichst starken Kader zu formen.
Natürlich hoffen wir auch auf die Unterstützung der jeweiligen Ligen und darauf, dass möglichst viele Vereine die Dimension dieses Projekts erkennen. Hier geht es nicht nur um einen neuen Wettbewerb. Es geht darum, den Jugendbasketball weltweit sichtbarer zu machen. Die planen da wirklich große Dinge. Das gab es praktisch noch nie, dass sich die besten Talente aus den USA und Europa regelmäßig auf diesem Niveau miteinander messen. Genau das soll jetzt entstehen. Und das ist erst der Anfang. 
Wir sind jedenfalls unglaublich gespannt, wohin diese Reise führt. Ich kann jedem nur empfehlen, schon einmal einen Blick auf den ersten Austragungsort zu werfen: die weltweit renommierte IMG Academy in Florida. Allein die Dimensionen dort sind beeindruckend. Unzählige Sportarten, Trainingsmöglichkeiten auf höchstem Niveau, eine Infrastruktur, die fast schon wie aus einer anderen Welt wirkt. 
Dass wir als ratiopharm ulm gebeten wurden, Teil dieses Projekts zu sein, erfüllt uns mit großem Stolz. Das ist alles andere als selbstverständlich – und genau deshalb eine außergewöhnliche Chance, die wir ergreifen wollen."
How did Ulm become part of ATLAS?
"The first contact came earlier this year at NBA Summer League in Las Vegas. I was given a brief overview of the plan to build a global youth basketball league, and they made it clear that they really wanted us involved. The organizers had repeatedly heard from NBA scouts that a program like Ulm simply had to be part of a league like this. Of course, I was excited to hear that. At the same time, I was fairly skeptical. A lot of it sounded incredibly ambitious. So we agreed to dig deeper in a Zoom call a few weeks later."

And then?
"As far as I remember, there were five of us on the call: three league representatives, my fellow managing director Andreas Oettel, and me. They walked us through the project in detail for the first time, shared materials with us, and gave us a much clearer picture of what they were trying to build. Our first reaction was that it sounded extremely exciting. But it was also immediately clear that this would be a massive challenge. At the time, we were right in the middle of our push for promotion to ProA. So the key question was: Do we really want to take this on? And even more importantly: Can we fit it into our season at all?" 

So the answer was probably an immediate yes?
"Honestly, no—not at all. I then discussed the project with our youth basketball coordinator Chris Ensminger and our scout Florian Kurth. The reaction was always pretty much the same: What an unbelievable opportunity—and at the same time: How in the world are we going to make this work? We’re talking about multiple trips to the United States, Lithuania, and Italy, right in the middle of the season. But at the same time, it’s an opportunity to compete against some of the best youth programs in the world: U.S. high schools that have produced numerous NBA players, elite European programs—and suddenly Ulm is right there in the mix. That idea fascinated us just as much as it made us realize the magnitude of the challenge."

What happened next?
"A number of meetings followed—with the league, but also with the other participating organizations. Step by step, everything became more concrete. What would the contracts look like? What guarantees would the organizer provide? Who would be involved? When would it start? What rules would we play under? What would the competition format look like? What made it especially interesting was that two different basketball worlds had to come together: the American high school system on one side and the European club structure on the other. That wasn’t always easy, but everyone brought ideas to the table to build something new together. And of course, right up until the end, there was no guarantee that everything would come together—especially on this timeline. The first tournament had been scheduled for mid-November from the very beginning. For a project of this scale, that was incredibly ambitious."

How serious were your doubts?
"To be honest, they were significant. But it also became clear fairly early that the project had brought in Mike Morreale, a highly experienced and respected leader. He had built Canada’s professional league as its CEO and left that position specifically to take on this new project. From the very beginning, everyone else involved also gave us the impression that they knew exactly what they were doing. You could sense that they weren’t simply trying to organize another competition. They wanted to create something completely new—an opportunity to make a lasting impact on youth basketball worldwide. So yes, the doubts were there. But the excitement and the long-term potential clearly outweighed them."

What happens now?
"We’ve signed a three-year agreement, and right now we’re putting the final pieces in place to build a competitive roster. Our top prospects Adam, Teo, and Meissa would still be age-eligible, but they’re already full-time members of our Bundesliga team. So our goal is to put together the strongest possible roster from players on our ProA squad and our two NBBL teams. Naturally, we’re also hoping for support from the respective leagues and that as many clubs as possible understand the scale of this project. 
This isn’t just about launching another competition. It’s about giving youth basketball greater visibility around the world. They’re planning something truly big. We’ve essentially never seen the top prospects from the United States and Europe compete against one another at this level on a regular basis. That’s exactly what they’re building now—and this is only the beginning. 
We’re incredibly excited to see where this journey takes us. I’d encourage everyone to take a look at the first host site: the world-renowned IMG Academy in Florida. The sheer scale of the place is impressive—countless sports, elite-level training facilities, and an infrastructure that almost feels like another world. 
The fact that ratiopharm ulm was invited to be part of this project makes us extremely proud. It’s anything but a given—and that’s exactly why this is such an extraordinary opportunity, one we’re determined to seize."
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