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Samstag, 17. März 2018

Derby-Sieg beendet Negativserie

ratiopharm ulm gelingt durch den 95:82 (51:43) Erfolg gegen Tübingen der 14. Derby-Sieg in Serie. Beim so wichtigen Erfolgserlebnis finden die Gastgeber in ihren offensiven Rhythmus zurück.

Shortcut Nach feiern war ratiopharm ulm nach dem erkämpften Derby-Sieg nicht recht zumute. Und dennoch war den Akteuren, die sich auf ihrer Ehrenrunde für die Unterstützung der 6.200 Zuschauer bedankten, die Erleichterung nach dem Erfolg über Tübingen anzusehen. Der 95:82-Sieg gegen den Tabellenletzten war zwar defensiv nicht „das Gelbe vom Ei“, so Thorsten Leibenath, der seiner Mannschaft zu Beginn die Verunsicherung anmerkte (22:24). Dafür zeigte sich der Ulmer Head Coach aber zufrieden mit der Einstellung und dem Kampfgeist seines Teams, das auch offensiv mit einem Saisonbestwert von 25 Assists überzeugte, obwohl mit Da’Sean Butler (Knieprobleme) und Ryan Thompson (Handgelenk) gleich zwei der wichtigsten Rädchen im Ulmer Uhrwerk passen mussten. Ob Butler und Thomson in Hinblick auf das sehr wichtige Spiel in Würzburg  zur Verfügung stehen, ist laut Leibenath noch offen.
Keystats 

Wenngleich die Gäste mit 40 Punkten (Ulm 28) in der Zone vermeintlich die Vormacht unter den Brettern inne hatten, war es die Ulmer Übermacht auf den großen Positionen, die den Ausschlag gab. Denn die Präsenz von Benimon (8 Punkte, 8 Assists) und Fotu (18 Punkte) eröffnete die Räume an der Dreipunktelinie, die insbesondere Akpinar (4/5) und Krämer (3/4) zu nutzen wussten und den Gastgebern eine 46-prozentige Dreierquote bescherten. Das gewonnene Rebound-Duell (34-28) zeugt ebenfalls von den Ulmer Vorteilen am Brett. Mit 25 Team-Assists lief die Ulmer Offensive überdurchschnittlich gut und erreichte zum vierten Mal in dieser Saison die 90 Punkte-Marke.

Spotlight

„Jerelle Benimon hat heute einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er den Ball sehr gut passen kann“, lobte Thorsten Leibenath die 8 Assists, die sein Big Man an den Mann brachte. Einer der Nutznießer war Ismet Akpinar, der mit 19 Zählern gemeinsam mit Tübingens Reggie Upshaw zum Topscorer der Partie avancierte. Nur einen Zähler weniger (18), dafür höchst effektiv agierte Isaac Fotu, der acht seiner zwölf Würfe (67%) im Korb versenkte. Luka Babic stellte darüber hinaus mit 8 Rebounds, 6 Assists und 5 Punkten (bei einer perfekten Trefferquote) seine Vielseitigkeit unter Beweis.
Topscorer Ismet Akpinar freut sich über eine gelungene Aktion. Foto: Harry Langer
Play-by-Play

1. Viertel (22:24): Mit hohem Tempo starteten beide Teams in das 28. Schwaben-Derby, das Tübingen, das unter der Woche überraschend von US-Amerikaner Ryan Brooks verlassen wurde, mit Dreiern durch Jordan und Mönninghoff zum 5:8 (3.) eröffnete. Doch Per Günther und Ismet Akpinar konterten ebenfalls von Downtown (10:8, 4.). Und als wenig später auch Katin Reinhardt zur 17:12-Führung (7.) aus der Ecke traf, hatte Jerrelle Benimon bereits seinen vierten Assist an diesem Abend zugestellt. Doch nachdem der Big Man auch selbst seine ersten Zähler erzielt hatte (21:16, 8.), musste ratiopharm ulm zum Viertelende einen 1:8-Lauf treffsicherer Tigers (67% FGs) zum 22:24 hinnehmen.

2. Viertel (29:19): Und ihr gutes Händchen bewiesen die Tübinger auch zu Beginn des 2. Viertels, als Mampuya und Upshaw zwei weitere Distanztreffer einnetzten (25:30, 12.). In David Krämer und Isaac Fotu fand ratiopharm ulm dann aber ein Duo, das den 5-Punkte-Rückstand mit jeweils zwei Treffern jenseits der 6,75 Meter bzw. in der Zone wettmachte (32:32, 13.). 6 Lee-Zähler sowie Upshaws engagiertes Rebounding (8 Rebounds in der 1. Hälfte) hielten Tübingen vorerst im Spiel. Doch als ratiopharm ulm in der Defense besser zupackte und sein Spiel schnell machte, kamen die Gastgeber durch Joschka Ferner und Luka Babic zu leichten Zählern (43:38, 18.). Zwar konnte Tübingen den Ulmer 11:0-Lauf, den der Kroate als bereits fünfter Ulmer Dreierschütze vollendete (46:38), mit 6 unbeantworteten Zählern stoppen. Doch für den finalen Run vor der Halbzeit war dann Ismet Akpinar verantwortlich, der von Downtown und vom „charity stripe“ die 51:43-Führung nach 20 Minuten besorgte.

3. Viertel (25:19): Konnten Reinhardt mit seinem zweiten Dreier und Benimon den Vorsprung von ratiopharm ulm vorerst verteidigen (57:48, 22.), geriet der Offensivmotor der Hausherren phasenweise ins Stocken. Die drei Ulmer Ballverluste verwertete Tübingen zu schnellen Zählern und saß Ulm plötzlich wieder im Nacken (60:57, 24.). Das Hustle-Play von Isaac Fotu, mit dem sich der Neuseeländer seinen Steal erkämpfte, und seine anschließende Zähler leiteten dann aber einen 9:2-Lauf ein, mit dem sich Ulm erstmals zweistellig absetzen konnte (69:59, 29.). Für das vorläufige Highlight zeichnete sich dann Katin Reinhardt verantwortlich: Der Neuzugang versenkte seinen dritten Dreier per Buzzer Beater.

4. Viertel (19:20): Als ratiopharm ulm nach einem 8:2-Run erstmals mit 20 Punkten in Front lag (84:64, 33.), schien die Gegenwehr des Tabellenletzten gebrochen. Und als Isaac Fotu mit Leichtigkeit 6 Zähler in Folge zum 92:70 auflegte, war die Vorentscheidung vier Minuten vor dem Ende gefallen. Den abfallenden Druck bei den Ulmern, die sich je zwei Ballverluste und Fehlwürfe leisteten, nutzten die Tigers zu einem abschließenden 0:10-Lauf (92:80, 38.). Dennoch geriet der 14. Derby-Sieg in Serie nicht mehr in Gefahr – erst recht nicht, nachdem David Krämer nach dem sage und schreibe achten Benimon-Assist seinen dritten Dreier einnetzte.



Isaac Fotu bewahrt die Übersicht und kommt auf 18 Punkten.
Quotes

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Es war die erwartet schwere Begegnung, aus der wir das Beste gemacht haben. Man hat der Mannschaft zu Beginn die Verunsicherung angemerkt. Mit fortlaufender Spieldauer hat sie sich aber eingespielt und die sich gebotenen Vorteile nutzen können. Da Tübingen ohne klassischen Fünfer und mit Theis in Foul-Troubles gespielt hat, musste der Ball nach innen. Und das haben wir gut gemacht, den Ball aber auch wieder klug nach außen gebracht. Vor allem Benimon hat heute unter Beweis gestellt, wie gut er passen kann. Defensiv war es von uns nicht das Gelbe vom Ei – wir haben zu lange gebraucht, um umzuschalten. Aber die Einstellung und der Kampfgeist sowie unsere offensiven Lösungen haben gestimmt.“

Mathias Fischer (Head Coach Walter Tigers Tübingen): „Der Ulmer Sieg ist völlig verdient. Wir hatten insbesondere unter dem Korb Probleme zu verteidigen. Ulm hat den Ball inside outside sehr gut bewegt, viele freie Dreier bekommen und diese auch hochprozentig getroffen. Izi mit vier aus fünf hat heute einen super Tag erwischt. Das hat uns wehgetan. Meine Mannschaft hat dennoch einen tollen Kampf geliefert und war im dritten Viertel auf drei Punkte dran. Nach einer Auszeit von Thorsten hat Ulm dann aber den Endspurt eingeleitet.“

Good to know Nach dem Derby-Sieg ist vor dem Orange Game! Denn unter dieser Überschrift steigt am Sonntag (17 Uhr) das für den Klassenerhalt der OrangeAcademy (15.) so wichtige Heimspiel gegen Baunach (16.). David Krämer (9 Punkte, 3/4 Dreier) und Joschka Ferner (2, 4 Rebounds), die knapp 25 Minuten auf dem Parkett standen, nutzten die BBL-Partie, um sich für das ProA-Match einzuspielen, in dem die jungen Ulmer ihre letzte Chance für den Verbleib in der Zweiten Basketball Bundesliga ProA ergreifen wollen. Für alle Fans, die am Sonntag in Orange in der Kuhberghalle erscheinen, gibt es an der Abendkasse übrigens einen 50-prozentigen Rabatt auf den Ticketpreis. #goorange!

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