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Montag, 26. Februar 2018

Derby Unter „Nicht Akzeptablen Umständen"

ratiopharm ulm trifft am Mittwoch (19 Uhr live bei Telekom Sport) auf die MHP RIESEN Ludwigsburg und muss in der Vorbereitung auf das Spiel fast komplett auf seine drei Nationalspieler verzichten

Shortcut Ob Isaac Fotu überhaupt zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest. Rein organisatorisch sollte der Neuseeländer, der am Montagmittag europäischer Zeit noch für sein Land in Südkorea gespielt hatte, zur Verfügung stehen. Doch ob Head Coach Thorsten Leibenath einen Spieler einsetzen wird, dem zwölf Stunden Flug und eine Zeitverschiebung von acht Stunden in den Knochen stecken, ist fraglich. Luka Babic hat es da schon besser: Der Kroate reist lediglich aus Zadar zurück nach Ulm – das allerdings auch erst am Dienstag. Ein gemeinsames Teamtraing vor dem Auswärtsspiel in Ludwigsburg werden beide Nationalspieler nicht mehr absolvieren. Ismet Akpinar indes schon: Der 22-Jährige wird seine Teamkollegen nach den DBB-Auftritten gegen Serbien und in Georgien zumindest einmal in der Trainingshalle treffen. „Das ist für mich nicht akzeptabel. Genauso inakzeptabel ist es, dass die Liga unsere Bemühungen um eine Spielverlegung einfach ignoriert hat“, kommentiert Head Coach Thorsten Leibenath den Umstand, dass die ursprünglich für den 15. Spieltag terminierte Partie als einzige im Bundesligakalender so nahe an ein Länderspielfenster gelegt wurde.
Record Die Brisanz des schwäbischen Derbys ist historisch bedingt: In 29 Duellen, von denen Ludwigsburg 17 für sich entscheiden konnte, trennen die Clubs durchschnittlichen gerade einmal 1,2 Punkte. Insbesondere auswärts tut sich ratiopharm ulm schwer: Seit 2006 gewannen die Uuulmer lediglich drei von insgesamt 13 Spielen in Ludwigsburg. Selbst in der Rekordsaison 2016/17 – als sich ratiopharm ulm im Playoff-Viertelfinale gegen Ludwigsburg durchsetzte – verloren die Gäste drei Partien in der MHP Arena. Erschwerend kommt hinzu, dass Ludwigsburg in dieser Saison erst zwei Heimspiele verloren hat. 
Keystats Mit 86,9 Punkten pro Spiel erzielt Ludwigsburg die meisten Zähler der Liga. Während Thorsten Leibenath die Firepower der Gastgeber als „eine neue Qualität“ und den Grund dafür beschreibt, „warum sie derzeit zu den Topteams der Liga gehören“, haben die RIESEN weiterhin eine klare defensive Identität. Das Team mit den meisten Steals (9,3 – Rang eins) und Offensivrebounds (14,8 – Rang eins) definiert sich über seine Athletik und sein druckvolles Spiel. ratiopharm ulm wird deshalb insbesondere beim Rebounding und im Spielaufbau gefordert sein. „Wie im Pokalhalbfinale gegen München muss es uns gelingen, den Gegner vom offensiven Brett fernzuhalten. Und auch der Ballvortrag, wo wir sowohl körperlich stark aber auch smart spielen müssen, wird entscheidend sein“, erklärt Leibenath.

Spotlight Mit neun Spielern, die im Schnitt 17 Minuten oder mehr auf dem Feld stehen, agiert Ludwigsburgs Head Coach John Patrick mit einer langen Rotation – was bei der intensiven Spielweise der RIESEN wohl auch notwendig ist. Als effektivster Spieler sticht Thomas Walkup (12,7 Pkt / 4,9 Reb / 4,6 Ass) aus einem Ludwigsburger Sextett hervor, das 9,9 Punkte oder mehr pro Partie erzielt.
Thorsten Leibenath - hier beim Pokalqualispiel in Ludwigsburg - ärgert sich über die Spielansetzung. Foto: Harry Langer
Quotes
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Wir bemühen uns seit Anfang September um einen alternativen Spieltermin. Warum die Partie, die ja ursprünglich am 15. Spieltag hätte stattfinden sollen, nun als einziges Bundesligaspiel so nah an das Länderspielfenster gelegt wurde, ist für mich nicht nachvollziehbar. Konkret bedeutet das: Luka Babic und Isaac Fotu werden vor dem Spiel in Ludwigsburg gar nicht und Ismet Akpinar nur einmal trainieren können. Das ist für mich nicht akzeptabel. Genauso inakzeptabel ist es, dass die Liga unsere Bemühungen einfach ignoriert hat.“

Isaac Fotu und das neuseeländische Team zelebrieren den Haka. Foto: Harry Langer
Good to know Während Ismet Akpinar bei den Siegen der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien neun und in Georgien vier Punkte erzielte, steuerte Isaac Fotu zu den Erfolgen seiner neuseeländischen Auswahl über China und Südkorea durchschnittlich 12 Punkte und 8,5 Rebounds bei. Lediglich Luka Babics Kroaten müssen nach bisher drei Niederlagen um die WM-Qualifikation bangen. Babic kam bei der Niederlage gegen Rumänien auf zwei Punkte in 19:36 Minuten Einsatzzeit.

Fotos Harry Langer, FIBA
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