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Donnerstag, 22. März 2018

Duell der Playoff-Aspiranten

ratiopharm ulm gastiert am Samstag (18 Uhr live bei Telekom Sport) bei s.Oliver Würzburg und damit beim wohl schärfsten Kontrahenten im Kampf um die Playoff-Teilnahme.

Shortcut Die einen schrammten in Bamberg bei der 70:67-Niederlage nur knapp an der Überraschung vorbei, die anderen beendeten ihre Negativserie mit einem 95:82-Derby-Sieg über Tübingen. Während der Tabellenzehnte aus Würzburg mit einer positiven Bilanz aus den letzten zehn Spielen (6-4) in das für die Playoff-Qualifikation so wichtige Duell geht, weist die Formkurve der nach Siegen punktgleichen Schwaben eine Bilanz von 4-6 aus. Ein klarer Favorit lässt sich aus den jüngsten Ergebnissen also nicht bestimmen. Wenngleich die Resultate der Playoff-Aspiranten zuletzt unterschiedlich ausfielen, leiten beide Teams daraus einen Aufwärtstrend ab: „Wir müssen auf dieser Leistung aufbauen – gegen Ulm zuhause haben wir die nächste Chance“, kommentierte der Ex-Ulmer Robin Benzing die Niederlage in Bamberg, während Ismet Akpinar nach dem Derby-Sieg sagte: „Ich hoffe, dass dieser Sieg nun einiges an Druck von unseren Schultern nimmt und jetzt ein Aufwärtstrend kommt.“
Record Nicht nur der knappe 72:69-Hinspielerfolg sollte ratiopharm ulm vor dem Auswärtsspiel in Würzburg Mut machen – auch historisch ist Unterfranken für die Schwaben ein dankbarer Spielort: Seit 2011 verloren die Leibenath-Schützlinge in der Würzburger „Turnhölle“ lediglich eines von sechs Gastspielen. Am nachhaltigsten in Erinnerung blieb dabei sicher der 74:82-Erfolg im Playoff-Halbfinale (2012), als der damals frischgebackene Vater Dane Watts vom Kreissaal direkt in die Halle fuhr, um 8 Punkte, 7 Rebounds und 4 Assists abzuliefern.

Keystats Ballverluste wird man beim Duell Neunter gegen Zehnter vermutlich nicht besonders viele sehen: Während Würzburg mit 10,3 Turnovers die wenigsten der Liga unterlaufen, rangiert Ulm mit 11 auf Rang drei des Turnover-Rankings. Auch sonst liefern die (offensiven) Zahlen keinen klaren Favoriten: Während die Ulmer zwei Punkte mehr aus dem Zweierbereich erzielen, gleicht Würzburg diesen Wert an der Freiwurflinie aus. Mit 80,9 (Ulm) bzw. 79,1 erzielten Punkten liegen beide Teams im Ligadurchschnitt. Deutlichere Unterscheide offenbart der defensive Vergleich: Würzburg gestattet seinen Gegnern im Schnitt fast drei Punkte weniger als Ulm (79,6) und investiert dafür 22,5 Fouls pro Partie (Ulm 18,8).
Per Günther konnte sich im Hinspiel über 22 Punkte inklusive sechs Dreier freuen.
Spotlight Alle Augen auf Benzing: Mit aktuell 18,8 Punkten pro Partie (bei knapp 14 Wurfversuchen) ist der Ex-Ulmer zweitbester Scorer der Liga. Während der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft in 14 Partien 20 Punkte oder mehr auflegte, spielte sich zuletzt ein „Nobody“ in den Vordergrund: Nach 23 Spielen in der ProB für das Würzburger Farmteam, gab Miles Jackson-Cartwright bei der 78:72-Niederlage in Frankfurt sein Profi-Debüt (13 Punkte). In bisher drei Bundesliga-Einsätzen kam das 76-Kilo-Leichgewicht (1,91 m) auf respektable 8 Punkte, 3,7 Rebounds und eine Feldwurfquote von 57 Prozent. 
Der zweitbeste Scorer der BBL, Robin Benzing, blieb im Hinspiel mit 8 Punkten deutlich unter seinem Schnitt.
Quotes
Thorsten Leibenath (Head Coach):„Wir stehen vor einer sehr schweren Aufgabe, denn die Leistung Würzburgs gegen Bamberg hat mir imponiert. Im Hinspiel ist es uns gelungen, Robin Benzing und Maurice Stuckey bei zusammen zehn Punkten zu halten. Das wird sehr schwer zu wiederholen sein; dennoch sehe ich in der Verteidigung den Schlüssel. Würzburg spielt mit einer enormen Physis, die müssen wir kontern. Da es für beide Mannschaften um sehr viel geht, erwarte ich eine umkämpfte Partie.“

Good to know Die Bedeutung der Partie wird auch angesichts des Restprogramms beider Mannschaften deutlich: Während ratiopharm ulm nur noch drei Mal zuhause und sieben Mal auswärts antreten muss, bestreiten die Würzburger vier ihrer verbleibenden neun Spiele zuhause. Dabei hat es der Restspielplan beider Teams auch qualitativ in sich: ratiopharm ulm trifft auf sechs, s.Oliver Würzburg auf fünf Playoff-Teams.

Fotos Harry Langer, Florian Achberger
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