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Donnerstag, 16. Juli 2026

Ein Traum, der zur Realität wurde

25 Geschichten bis zum 25. Geburtstag, Teil 21. Playoffs sind etwas ganz Besonderes, gerade dann, wenn man sie zum ersten Mal in der Clubgeschichte erreicht. Zusammen mit Club-Ikone Dru Joyce blicken wir auf die Saison 2008/09 zurück.

Es sollten die ersten Playoffs von vielen werden. Einst träumten die Uuulmer vom großen Sprung auf die Bühne des Titelkampfs, ehe sie ihn nur zwei Saisons nach dem Aufstieg bereits verwirklichen konnten. Das war erst der Anfang einer langen Historie, die 2023 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft gekrönt wurde. Seit dem Aufstieg verpassten die Uuulmer nur dreimal die Postseason und blicken aktuell auf eine Serie von acht Playoff-Teilnahmen in Folge.

Ein wichtiger Bestandteil der Saison 2008/09 war zweifelsohne Point Guard Dru Joyce. In seiner erfolgreichen Basketballkarriere spielte Dru bereits mit einigen Hochkarätern zusammen, darunter auch sein guter Freund aus College-Zeiten, LeBron James, der heute als einer der größten Basketballer aller Zeiten gilt. Auch heute ist Dru dem Basketball treu geblieben und arbeitet als Head Coach an der Duquesne University in Pittsburgh. Damals hatte der flinke Spielgestalter einen schwierigen Saisonstart, da er früh eine Verletzung hinnehmen musste. Dadurch wurde der junge Per Günther ins kalte Wasser geworfen und rückte direkt in die Starting Five. Doch auch während seiner Zeit abseits des Feldes war Joyce eine Bereicherung für die Mannschaft und gab sein Wissen sowie seine Erfahrung an seine Mitspieler weiter. Er war ein Energizer von der Bank und unterstützte sein Team genau dort, wo es ihn brauchte. Nach seinem Comeback fiel es ihm nicht schwer, wieder Fuß zu fassen. In den verbleibenden 34 Saisonspielen erzielte Dru durchschnittlich 10,1 Punkte pro Partie.
„Mit dem Verlauf der Saison sind wir als Team immer enger zusammengewachsen. Wichtige Siege haben uns zusätzliches Selbstvertrauen gegeben und uns gestärkt. Unser Ziel war es zunächst, unsere Heimspiele zu gewinnen und zu zeigen, dass die Kuhberghalle uns gehört. Aus diesen Heimsiegen konnten wir dann die Kraft für wichtige Auswärtsspiele schöpfen“, erklärt Dru Joyce im Interview. Mit der Zeit wurden die Playoffs von einer Vorstellung zu einem konkreten Ziel. Dieses nahm von Spiel zu Spiel mehr Gestalt an und wurde zunehmend greifbarer. Entsprechend veränderte sich auch die Stimmung in der Kabine. Es entwickelte sich eine Vorfreude, die zuvor nicht vorhanden gewesen war.

Eine ausgesprochen gute Teamchemie entstand durch die besonderen Charaktere innerhalb der Mannschaft. Egal ob Rookie Per Günther, der früh Verantwortung übernahm und den Grundstein für seine lange Karriere legte, oder „Mr. Incredible“ Jeff Gibbs, der seinen Mythos in Ulm weiter festigte: Jeder Spieler kannte seine Rolle und gab der Mannschaft genau das, was sie benötigte. „Wir hatten vielleicht nicht die größten Namen der Liga, aber wir hatten eine außergewöhnliche Chemie. Daran hatte Coach Taylor einen enormen Anteil. Jeder kannte seine Rolle und niemand stellte sein Ego über den Erfolg der Mannschaft. Wir hatten viele unterschiedliche Spielertypen im Kader, von den Rookies Per und Lee bis hin zu Jeff Gibbs, der als erfahrener Führungsspieler die jungen Spieler anleiten konnte“, so Joyce.

Wichtige Spiele führten zu wichtigen Siegen und wurden zu Meilensteinen auf dem Weg in Richtung Playoffs. Die Mentalität der Mannschaft entwickelte sich stetig weiter und wurde mit jedem Erfolg stärker. „Es gab einige wichtige Siege, aber besonders erinnere ich mich an diesen einen Erfolg in Köln. Das Selbstvertrauen für solche Spiele haben wir uns in der Kuhberghalle geholt. Jeder von uns wusste, dass unsere Heimspiele ein enormer Vorteil waren, weil die Kuhberghalle die unangenehmste Halle der gesamten Liga war“, unterstreicht Joyce. Als es schließlich so weit war, herrschte natürlich auch eine gewisse Anspannung. Für viele Spieler waren es die ersten Playoffs ihrer Karriere. 
Umso wichtiger war es, dass erfahrene Akteure wie Jeff Gibbs Verantwortung übernahmen und als Führungsspieler vorangingen. „Natürlich war eine gewisse Nervosität vorhanden, aber vor allem überwog der Stolz. Uns war bewusst, dass wir etwas erreicht hatten, das es in Ulm zuvor noch nie gegeben hatte. Gleichzeitig wollten wir die Playoffs nicht nur genießen, sondern auch zeigen, dass wir dort hingehören. Mein persönliches Ziel war es, weiterhin hart zu spielen und auf den Fortschritten der Saison aufzubauen. Wir waren ein sehr junges Team und mussten uns erst auf diesem Niveau etablieren. Dabei haben uns Veteranen wie Jeff und Flo enorm geholfen“, verdeutlicht Joyce.

Ein wichtiger Rückhalt waren dabei auch die Fans. In der Kuhberghölle wurde jedem Gegner das Leben so schwer wie möglich gemacht. „Die Unterstützung unserer Fans war unglaublich. Man hat diesen starken Rückhalt in jedem Spiel gespürt. Mit jedem Sieg wurde die Begeisterung größer und gerade in den Heimspielen hat uns das zusätzliche Energie gegeben. Für mich persönlich war es wichtig, den Fans etwas zurückzugeben. Jeder Sieg löste eine unglaubliche Euphorie aus. Es gab kein schöneres Gefühl, als die Fans so glücklich zu sehen“, berichtet Joyce.

Alles in allem überwiegt bei Dru Joyce heute vor allem der Stolz: der Stolz, Teil von etwas Besonderem gewesen zu sein und ein Stück Uuulmer Clubgeschichte mitgeschrieben zu haben. „Wenn ich heute zurückblicke, bin ich stolz darauf, ein Teil dieser Mannschaft gewesen zu sein. Wir haben die Grundlage für das geschaffen, was der Club in den Jahren danach geworden ist. Es ist ein tolles Gefühl, eine Art Sprungbrett für eine erfolgreiche Zukunft gewesen zu sein. Ich verfolge den Club und seine Spiele auch heute noch und bin sehr stolz darauf, diesen wichtigen Meilenstein eines Vereins, der sich inzwischen zu einem europäischen Topclub entwickelt hat, mitgeprägt zu haben“, erklärt Dru Joyce abschließend.
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