Nachdem die zweite Hälfte mit drei Ulmer Fehlwürfen aus der Distanz begonnen hatte, war es Günther, der mit seinem Dreier den Bann brach und auf 59:38 stellte. Doch mehr noch als die konstant starke offensive Leistung, war es mit zunehmender Spieldauer die defensive Qualität der Ulmer, mit der sie ihren Gegner zermürbten: 14 Punkte in Viertel zwei und 14 Punkte in Viertel drei – mehr gelang Vechta nicht. Wie perfekt starke Verteidigung zu einfachen Punkten im Angriff führen kann, zeigte die letzte Szene des dritten Spielabschnitts: Ein Block von Willis, ein Pass von Schilling auf Dragic und der wieder auf den heranfliegenden Willis zum Alley-Oop (72:47). „Auf deine Offensive kannst du dich nicht verlassen. Deshalb wollen wir mit unserer Defense in jedem Spiel die Grundlage legen“, so Harvey. Im Schlussabschnitt gelang Vechta dann zwar ein 10:0-Lauf (77:64), doch genau in den Moment, als die RASTAner wieder Hoffnung schöpften, knallte Grant Jerrett einen Alley-Oop auf Pass von Harvey durch den Ring. Den Deckel auf eine beeindruckende Teamleistung machte Harvey, der sein Team mit einem Dreier (85:71) aus mehr als sieben Metern endgültig ins Viertelfinale warf.
O-Ton
Jaka Lakovic: „In der ersten Halbzeit haben wir defensiv sehr stark gespielt. Wir haben unser Spiel über die Verteidigung aufgebaut. Im Angriff lief das Spiel dann flüssig, wir haben gute Würfe gefunden und diese verwandelt. Die zweite Halbzeit hat uns gezeigt, dass wenn wir einen Gang zurückschalten, die Dinge schnell anders laufen. Vechta ist eine Mannschaft, die niemals aufgibt und einen aggressiven Basketball spielt. Sie haben sich bis auf elf Punkte herangekämpft. Dann haben wir aber, vielleicht auch etwas glücklich, die wichtigen Würfe getroffen. Am Ende, denke ich, war es ein verdienter Sieg.“
Pedro Calles: „Glückwunsch an Ulm zu einem starken Spiel. Sie haben uns heute von Beginn an dominiert. Aufgrund der Reisestrapazen konnten wir seit dem letzten Aufeinandertreffen nur einmal trainieren. Das bietet uns keine Chance für Verbesserungen. Deswegen haben wir auch ein sehr ähnliches Spiel wie am Dienstag gesehen. Auch wenn wir noch einmal zurückgekommen sind, können wir mit lediglich zehn guten Minuten einfach nicht zufrieden sein.“
Und sonst? Auf wen ratiopharm ulm im Viertelfinale des MagentaSport BBL Pokals trifft, erfährt das Team von Jaka Lakovic am morgigen Sonntag gegen 20 Uhr. Nach der Achtelfinal-Partie zwischen Gießen und Bamberg werden sowohl die Viertelfinal-Paarungen, als auch das jeweilige Heimrecht ausgelost. Was jetzt schon bekannt ist, ist der Termin: Das Viertelfinale ist für den 14./15. Dezember terminiert.