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Donnerstag, 01. Februar 2018

Kniffliges Duell mit Wiederstarken Veilchen

ratiopharm ulm trifft in Göttingen (Samstag, 18 Uhr live auf Telekom Sport) auf ein Team, das zuletzt in Bayreuth unter Beweis stellte, dass es besser ist als sein 15. Tabellenplatz.

Shortcut Die Erinnerungen an das Hinspiel rufen gemischte Gefühlen hervor: Zwar gelang ratiopharm ulm am 15. Oktober gegen Göttingen nach zuvor vier Niederlagen der erste Bundesligaerfolg (89:65), die Höhe des Ergebnisses täuschte Thorsten Leibenath – der sein Team im ersten Viertel mit einem „Fünf-Spieler -Wechsel“ aufrüttelte – nicht über die Unzulänglichkeiten hinweg:  „Wir haben zu viele Schnellangriffspunkte abgegeben und zu viele zweite Chancen zugelassen“, ärgerte sich der Head Coach über die 19 Offensivrebounds der „Veilchen“. Wenngleich Göttingen in den darauffolgenden 13 Spielen nur vier Mal gewann, machten die Niedersachsen am letzten Spieltag bei der hauchdünnen Niederlage in Bayreuth (86:83) deutlich,  dass sie bereit für den Kampf um den Klassenerhalt sind: „Eine Mannschaft, die auf dem 15. Platz steht, spielt normalerweise schlechten Basketball. Ich habe heute aber eine Mannschaft gesehen, die aggressiv auf allen Positionen war, die sich gegenseitig geholfen hat, die wusste, was zu tun ist“, kommentierte Göttingens Trainer Johan Roijakkers den Auftritt seiner Mannschaft beim Tabellenvierten. „Ein Team, das einen sehr guten Gegner wie Bayreuth in Bedrängnis bringt, kann auch uns in Bedrängnis bringen. Die Göttinger Bilanz spielt dabei keine Rolle“, sagt Ulms Trainer Leibenath.
Record Die Gesamtbilanz (5-12) spricht zunächst eine deutliche Sprache. Betrachtet man die Ulmer Auswärtsspiele allerdings isoliert (4-4), relativiert sich die Favoritenrolle der Gäste. Wenngleich ratiopharm ulm die letzten beiden Partien in Göttingen mit einer durchschnittlichen Differenz von 26 Punkten deutlich gewann, können sich Per Günther, Tim Ohlbrecht und Coach Leibenath noch gut an die 92:80-Pleite im Dezember 2014 erinnern: Damals legte ein gewisser Raymar Morgan ein beeindruckendes Double Double (18/12) aufs Parkett.
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Kestats Wenn man nach Gründen für die acht Göttinger Niederlagen in Serie sucht, findet man diese am offensiven Ende des Feldes: Mit 73,7 Punkten erzielen die Niedersachsen die zweitwenigsten der Liga – ihre Feldwurfquote von 41,7 Prozent unterbietet indes kein andere Mannschaft. Während die Veilchen mit 8,7 verwandelten  Dreiern pro Partie den siebthöchsten Wert aller BBL-Teams aufweisen (Ulm: 8,8 – 6.), taugt ihre Quote (31,2% / Ulm: 37,8 – 6.) lediglich zum 18. Rang. Eine große Stärke der Göttinger: Die zweiten Chancen – mit 11,2 Offensivrebounds sind nur Ludwigsburg und Gießen am offensiven Brett stärker.
Ryan Thompson kommt immer besser in Fahrt und legte in den letzten 5 Spielen im Schnitt 18,4 Punkte auf.
Spotlight Im Hinspiel blieb Göttingens Topscorer und Brion Rush mit drei Punkten deutlich unter seinem Schnitt (14,9 Pkt). In Bayreuth legte der Ex-Ulmer dagegen 23 Punkte auf, benötigte dafür aber auch 23 Versuche. Dennoch adelte ihn Bayreuths Trainer  Roul Korner: „Rush macht natürlich einen riesen Unterschied in der Truppe, er ist ein Spieler, der das Kommando übernehmen und aus dem Nichts Punkte zaubern kann.“ Zur Seite steht dem zwölftbesten Scorer der Liga mit Michael Stockton der zweitbeste Assistgeber der BBL (5,4 Assists), der dazu noch 14 Punkte pro Spiel auflegt. Neu im Vergleich zum Hinspiel ist Göttingen-Rückkehrer Harper Kamp (10,9 Pkt /3,7 Reb) – nicht mehr im Kader steht hingegen Evan Smotrycz (6,7 Pkt/3,7 Rebounds).
Der Ex-Ulmer Brion Rush ist Topscorer in Göttingen
Quotes 
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Ein Team, das einen sehr guten Gegner wie Bayreuth in Bedrängnis bringt, kann auch uns in Bedrängnis bringen. Die Göttinger Bilanz spielt dabei keine Rolle. Das Rebounding wird ganz oben auf der To-do-Liste stehen – insbesondere dann, wenn wir wie zuletzt personell angeschlagen in die Partie gehen sollten. Dabei geht es nicht nur darum, zweite Chancen wegzunehmen, sondern auch um den emotionalen Faktor, den Offensivrebounds haben können.“

Good to know Ryan Thomson kommt immer besser in Fahrt – und könnte in Göttingen zum X-Faktor werden. Hatte Thompson sich im Hinspiel im ersten Viertel verletzt (0 Punkte), schraubte der 29-Jährige seinen offensiven Output in den letzten fünf Spielen auf beeindruckende 18,4 Punkte im Schnitt – und damit fast sieben Zähler über sein Saisonmittel (11,6). Noch beeindruckender als die Tatsache, dass Thompson in drei dieser fünf Spiele Topscorer seines Teams war, sind seine Trefferquoten: Seit dem 22. Dezember 2017 versenkt Thompson seine Würfe aus dem Feld mit einer 69,9-prozentigen Wahrscheinlichkeit. „Er hat eine Zeit lang gebraucht, bis er sich an das Team und unsere Spielweise gewöhnt hat. Den Balanceakt zwischen selbstlosem und punkteorientiertem Spiel löst Ryan aber mittlerweile herausragend“, lobt Leibenath.  

Fotos Marcel Merli, Harry Langer
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