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Montag, 16. November 2020

Mit dem Zug und positiven Vibes nach Paris

ratiopharm ulm will am achten EuroCup-Spieltag in Frankreich ein Auswärtsspiel klauen. Dabei treffen die derzeit heißesten Teams der Gruppe B aufeinander.

  • Franzosen mit vier, Uuulmer mit zwei EuroCup-Siegen in Folge. 
  • Ex-Bamberger Marei im Fokus der Verteidigung. 
  • Lakovic will „mehr Hunger“ statt Entspannung.  
Nach zuletzt vier Siegen in Serie im EuroCup und der nationalen Liga will ratiopharm ulm die „positive Dynamik“ (Jaka Lakovic) im Duell mit dem Tabellen-Zweiten der französischen Liga nutzen. Dabei führt die Ulmer ihre Reise, die sie am Montagvormittag mit der Deutschen Bahn angetreten haben, in den Nordwesten der französischen Hauptstadt. In der nur wenige Kilometer von Paris entfernten Gemeinde Levallois-Perret (64.000 Einwohner) treffen die Uuulmer auf den Tabellen-Zweiten der EuroCup-Gruppe B. Ein Sieg bei den favorisierten Franzosen käme einem großen Schritt in Richtung Top16 gleich, das nur die jeweiligen vier besten Teams der vier Gruppen erreichen. Wenngleich Lakovic um die positiven Effekte der jüngsten Siegesserie weiß – „für das Selbstbewusstsein sind Siege immer gut“ – leitet der Slowene daraus keinen Grund zur Entspannung ab. Im Gegenteil. „Statt uns zu entspannen, sollten wir noch härter arbeiten und noch hungriger sein“, fordert er sein Team auf. Dylan Osetkowski wird noch aus einem anderen Grund besonders motiviert in die Partie gehen, die ab 19.45 Uhr live bei MagentaSport zu sehen ist. Im Hinspiel erlebte der aktuell effektivste EuroCup-Spieler, der vor einer Woche zum MVP des siebten Spieltags ausgezeichnet wurde, einen gebrauchten Abend: Mit lediglich fünf Punkten blieb Osetkowski beim ersten Aufeinandertreffen mit  Metropolitans 92 deutlich unter seinem aktuellen Schnitt von 19,1 Zählern pro Partie. 
Dylan Osetkowski erlebte im Hinspiel einen gbrauchten Abend. Foto: Harry Langer
Im Fokus: Nach dem souveränen 90:80-Erfolg über Malaga haben die Metropolitans 92 ihre Siegesserie im EuroCup auf vier Spiele ausgebaut. Die auffälligsten Akteure des Zweiten der französischen Liga sind dabei zwei Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Einmal der 2015 von den LA Lakers gedraftete Anthony Brown (14,7 PpS), dann der Ex-Bamberger Assem Marei (11,3 Pps). Während der Amerikaner seine Punkte hochprozentig von jenseits der Dreierlinie erzielt (55,6 Prozent), ist der Ägypter in Korbnähe traumwandlerisch sicher (85,7 Prozent 2er). Marei war auch am vergangenen Wochenende der Hauptdarsteller im Spitzenspiel der französischen Liga: Im Duell des Ersten (Bourg-en Bresse) und des Zweiten lieferte Marei 20 Punkte ab, konnte die knappe 76:79-Niederlage seiner Mannschaft aber auch nicht verhindern. „Ich glaube nicht, dass es um eine Sonderbewachung für Marei geht. Wir müssen einfach grundsätzlich härter um die Rebounds kämpfen“, erklärt Lakovic. 
John Petrucelli wird gegen Anthony Brown wieder alle Hände voll zu tun haben. Foto: Harry Langer
Historie: Der französische Pokalsieger von 2013 wurde 2007 als Racing Paris gegründet und nannte sich nach der Fusion mit Levallois Sporting Club Basket erst „Paris-Levallois Basket“ (2007–2017) und später dann „Levallois Metropolitans“. Seit 2019 geht das Team von Head Coach Jure Zdovc unter dem Namen „Metropolitans 92“ an den Start. Dabei steht für Jaka Lakovic weniger das Treffen mit seinem slowenischen Landsmann und Freund Zdovc im Mittelpunkt, als vielmehr, dass sein Team die richtigen Schlüsse aus dem knapp verlorenen Hinspiel (80:86) zieht. Bis sieben Minuten vor dem Ende hatte ratiopharm ulm geführt, ehe die Franzosen sich Stück für Stück absetzten und aus ihrer Offensiv-Rebound-Überlegenheit Kapital schlugen. Allein acht der 13 Offensiv-Rebounds gingen Mitte Oktober auf das Konto von Assem Marei. 
Jaka Lakovic fordert den Hunger glaubhaft ein. Foto: Harry Langer
O-Ton
Jaka Lakovic:
„Um am Dienstag erfolgreich zu sein, kommt es vor allem auf drei Dinge an: Wir müssen sehr gut verteidigen – insbesondere gegen die großen Spieler im Low-post. Dann müssen wir hart um die Rebounds kämpfen und nicht wie im ersten Spiel zu viele zweite Chancen abgeben. Von den Außenspielern wollen wir Anthony Brown kontrollieren, er ist ihr Topscorer. Natürlich hilft es dem Selbstbewusstsein, dass wir derzeit eine positive Dynamik im Team haben. Gleichzeitig dürfen wir nicht nachlassen. Im Gegenteil. Statt uns zu entspannen sollten wir noch härter arbeiten und noch hungriger sein.“

Und sonst? Vor dem ersten Aufeinandertreffen mit den Pariser Vorstädtern war es das Thema: Das Wiedersehen zwischen Lakovic und Zdovc. Doch dazu kam es nicht: Zdovc verfolgte aus der Quarantäne heraus, wie seine Co-Trainer Sacha Giffa die Franzosen zum Sieg führte. Für Lakovic ist das Treffen mit Zdovc, der einst sowohl Mitspieler als auch Trainer von ihm war, ohnehin nur eine Randnotiz. „Es ist immer schön Freunde auf der gegnerischen Seite zu treffen. That’s it“, so der Head Coach von ratiopharm ulm. Dass der 42-Jährige bei einem Sieg über den zehn Jahre älteren Zdovc vermutlich viele Nachriten aus der gemeinsamen Slowenischen Heimat bekäme, liegt auf der Hand, interessiert Lakovic vor der Partie aber nicht. 
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