Shortcut Head Coach Thorsten Leibenath lässt keinen Zweifel aufkommen. „Die Bayern waren heute über vier Viertel die bessere Mannschaft, wenngleich wir drei Viertel der Partie gewonnen haben.“ Dennoch passierten die spielentscheidenden Momente in den ersten zehn Minuten, als die Gäste sich einen 19 Punkte-Vorsprung erspielten (10:29). Einen Teil dieses Rückstands nimmt der Ulmer Coach auf seine Kappe, der rückblickend sagt: „Ich war vielleicht zu naiv. Wir hätten zu Beginn mit weniger Druck verteidigen sollen.“ Denn dieser Druck lief gegen den Tabellenführer ins Leere, der allein in den ersten zehn Minuten 8 seiner 22 Assists zustellte und so die Ulmer Verteidigung aushebelte. Dennoch können die Fans, „die uns heute wieder unglaublich unterstützt haben“ (Leibenath) wie ihr Trainer stolz auf ihr Team sein. Denn trotz des hohen Rückstandes ließen sich die Gastgeber nie hängen und hatten zu Beginn des vierten Viertels sogar noch einmal die Chance, zurück ins Spiel zu kommen. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum Münchens Trainer Sasa Djordjevic von „unserem wichtigsten Sieg der Saison“ sprach.
Keystats Fünf Offensivrebounds (12) mehr und ein Rekordtief an Ballverlusten (8) – die Indikatoren der Münchner Dominanz liegen in den Details. Mit derart wenigen Fehlern und einer mittlerweile gewohnt hohen Trefferquote aus dem Zweierbereich (61%) ist dem FC Bayern – der dazu noch sieben Assists mehr als Ulm (15) zustellte – nur schwer beizukommen.
Spotlight Neben Topscorer Trey Lewis, der neun seiner 22 Punkte von jenseits der Dreierlinie erzielte, war Da`Sean Butler Ulms wertvollster Spieler. Seinen 13 Punkten stellte er 6 Rebounds zur Seite und war dazu noch für 2 Steals verantwortlich. Wie schon gegen Erfurt war es allerdings David Krämer, der mit einer Serie (fünf Punkte in Folge) für Energie und Selbstbewusstsein sorgte.
Play-by-Play
1. Viertel (10:29): Schon in den ersten zwei Sequenzen zeigten die Bayern genau das, was sie so stark macht: Erst wurde Milan Macvan mustergültig in Korbnähe bedient, dann bestraften die Gäste einen Ulmer Ballverlust mit einem Fastbreak. Die Anfangsphase gehörte also klar den Gästen (4:10, 4.). Wenngleich ratiopharm ulm offensiv zunächst immer wieder gute Aktionen gelangen, leisteten sie sich zu viele Ballverluste (5 im 1. Viertel), um den Bayern-Express zu stoppen (8:18, 7.).
1. Viertel (10:29): Schon in den ersten zwei Sequenzen zeigten die Bayern genau das, was sie so stark macht: Erst wurde Milan Macvan mustergültig in Korbnähe bedient, dann bestraften die Gäste einen Ulmer Ballverlust mit einem Fastbreak. Die Anfangsphase gehörte also klar den Gästen (4:10, 4.). Wenngleich ratiopharm ulm offensiv zunächst immer wieder gute Aktionen gelangen, leisteten sie sich zu viele Ballverluste (5 im 1. Viertel), um den Bayern-Express zu stoppen (8:18, 7.).
Erst in der 9. Minute schafften es die Gastgeber, einen Angriff der Münchner zu unterbinden und schlugen auch prompt mit einem Fastbreak Kapital daraus. Doch der Tabellenführer, der 62 Prozent seiner Würfe in den ersten 10 Minuten traf, hatte sich bis dahin schon deutlich abgesetzt (10:23). So geriet das erste Viertel zu einer Demonstration Münchner Stärke.
2. Viertel (21:19): Die Hereinnahme von Tim Ohlbrecht und einige strittige Entscheidungen der Schiedsrichter brachten dann Feuer in die Partie – und Ulmer Punkte aufs Scoreboard (15:29, 12). Doch die Münchner zeigten sich unbeeindruckt. Wenngleich die Ulmer Verteidigung nun ihre Scheu abgelegt hatte, bewegte sich der Münchner Ball beeindruckend gut (13 Assists zur Halbzeit). Und wann immer den Ulmern offensiv ein Big Point gelang – wie der Dreier von Trey Lewis – hatten die Gäste die passende Antwort parat: Nihad Djedovic schickte den vierten Münchner Dreier zum 20:39 (15.) durch die Reuse. Aber die Uuulmer steckten nicht auf – nicht auf dem Parkett und auch nicht auf den Rängen. Wenngleich der Rückstand konstant um die 20 Punkte betrug (28:46, 18.), wähnten sich Publikum und Team nun besser im Spiel. Aber die Gastgeber nutzten die wenigen Chancen, die sich ihnen boten, nicht konsequent genug. Anstatt nach einem Butler-Dreier plus anschließendem Ballgewinn nachzulegen, kassierten sie im Gegenzug den Halbzeitstand von 31:48.
3. Viertel (24:22): Die zweite Halbzeit eröffnete ratiopharm ulm defensiv präsenter, doch immer noch nicht konsequent genug: Eine Serie von Offensivrebounds und zweiten Chancen ließen den Rückstand nur geringfügig schmelzen (39:55, 26.). So hatte die Partie ein bisschen was vom Hase und Igel Wettstreit, die Bayern waren immer schon da. So wie Jared Cunningham, der einen Pass von Trey Lewis abfing und mit einem Rückwärts-Dunking auf 39:61 (27.) stellte. So verpuffte zunächst die Wirkung des Krämer-Dreiers (45:65), weil die Gäste immer die richtige Antwort hatten – zum Viertelende meist hochprozentig von der Freiwurflinie. Doch Krämers Energie zahlte sich aus: Mit drei Freiwürfen und einem Jumpshot nach einem Murry-Steal verkürzte der 20-Jährige auf 55:70.
4. Viertel (20:19): Und der Ulmer Run ging weiter: Mit einem viertelübergreifenden 9:0-Lauf verkürzten die Uuulmer auf 59:70 (31.). Während zunächst Jerrelle Benimon sein Team mit fünf Punkten in Folge in Schlagdistanz hielt, genügten den Bayern zwei Ulmer Fehlwürfe, um wieder auf 62:78 (33.) davonzuziehen. Offensiv übernahm nun Topscorer Trey Lewis mit einer Serie von fünf Zählern, was jedoch am Rückstand nichts änderte: Die Münchner hat sich von ihrem Kurzzeitschock erholt und exekutierten ihre Angriffe wie zu Spielbeginn in unbeeindruckter Manier (69:86, 36.). Zwar kämpfte ratiopharm ulm bis zum Schluss um jeden Punkt, die Partie, die die Gastgeber bereits im ersten Viertel verloren hatten, war nun endgültig entschieden.
Quotes
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Das war heute ohne Zweifel eine absolut verdiente Geschichte. München war die bessere Mannschaft, meiner Meinung nach über vier Viertel hinweg, auch wenn wir drei Viertel gewonnen haben. Es ist keine Überraschung, dass München seine Spiele sehr intensiv startet und wir waren auch durchaus bereit für die Partie. Aber wir haben phasenweise zu ängstlich agiert. Vieles vom schwachen ersten Viertel geht auch auf meine Kappe. Wir sind vielleicht etwas zu naiv an die Sache rangegangen und haben viel mit Doppeln agiert, was München sehr gut ausgenutzt hat. Trotzdem bin ich stolz auf die Mannschaft, die sich auch dank der Fans zurück in die Partie gekämpft hat. Das ist wichtig für unser Selbstvertrauen in der Zukunft und wichtig für unsere Fans, die uns unheimlich gepusht haben.“
Sasa Djordjevic (Head Coach FC Bayern Basketball): „Das war mit Sicherheit unser wichtigster Sieg der Saison. Es ist immer sehr schwer, in Ulm zu spielen. Die Intensität und die Fans sind großartig. Aber wir waren bereit von der ersten Minute an und wollten den Fans keine Chance geben, zurück ins Spiel zu kommen. Denn wir wissen, dass Ulm eines der besten Shooting-Teams der Liga ist. Und wenn einige der Dreier reingehen, kann die ratiopharm arena durchdrehen. Aber ich bin sehr glücklich darüber, wie wir die Kontrolle über das Spiel behalten haben, auch mit einem Minimum an Ballverlusten.“
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Good to know Das erste Highlight der Partie setzten die Jungen Tenöre, die ihren Überraschungsauftritt unter der Blockfahne begannen. Direkt im Fanblock platziert schmetterten die drei Opernsänger eine extra für ratiopharm ulm geschriebene Version des ACDC-Klassikers „TNT“, wobei die Tenöre den Refrain auf „We Are One“ umgetextet hatten. Hier ist eine Aufzeichnung des Auftritts zu sehen.
Fotos: Harry Langer, Florian Achberger
