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Donnerstag, 04. April 2019

Auf in die Schlacht

Revanche, Playoff-Kampf, Prestige – das Duell mit Ludwigsburg hat von Allem etwas.

  • Marcos Knight mit 17,7 Punkten zweiteffektivster Spieler der Liga. 
  • Hartgesotten: Ludwigsburg begeht in der BBL die meisten Fouls.
  • Radosavljevic und Evans treffen auf ihr Ex-Team.
In Ludwigsburg geht es hart zur Sache. Seit John Patrick dort als Head Coach tätig ist, gehören die „Riesen“ regelmäßig zu den Teams, die am meisten Fouls pro Partie begehen. Aktuell sind es 22,9 Fouls pro Spiel und damit die meisten in der easyCredit BBL. Zieht man in Betracht, dass ratiopharm ulm das Team ist, das es am besten in der Liga versteht, an die Freiwurflinie zu kommen (24,7 FW pro Spiel), kommt eine Menge Arbeit auf die Unparteiischen zu. Insbesondere Dwayne Evans wird im Fokus stehen: Nicht nur, weil dem Ulmer Topscorer im Hinspiel gegen sein Ex-Team kein einziger Punkt gelang, sondern weil Evans der am fünfthäufigsten gefoulte Spieler der Liga ist. Pro Partie zieht Evans 4,6 Fouls. „Ludwigsburg macht es jedem Gegner durch seine athletische Spielweise mit meist kleineren Spielern extrem schwer – darauf müssen wir uns einstellen“, sagt Head Coach Thorsten Leibenath. 

„Jetzt haben wir ein Big-Point-Game gegen Ulm.“ John Patrick

So eng wie die schwäbischen Rivalen in der Tabelle zusammenstehen – ratiopharm ulm hat aktuell einen Sieg mehr auf dem Konto als Ludwigsburg – so ähnlich ist die Präferenz beider Teams für Würfe aus dem Zweipunktebereich: Nur Berlin (41,0 Zweierversuche pro Spiel) wirft öfter aus der Nah- und Mitteldistanz als Ludwigsburg (40,3) und Ulm (40,2). Während die Gastgeber ihren offensiven Output zu über 75 Prozent aus dem Backcourt, also über die Außenspieler generieren, hat ratiopharm ulm mit Evans, Fotu und Radosavljevic drei Big Men, die zusammen auf 30 Punkte pro Spiel kommen. Bei so vielen Parallelen und Rivalitäten ist es verständlich, wenn Ludwigsburgs Head Coach John Patrick die Partie am Sonntag als „Big-Point-Game“ bezeichnet.  
Dwayne Evans wird alles daran setzen, nicht erneut mit null Punkten vom Feld zu gehen. Foto: Harry Langer
Im Fokus Seit Marcos Knight – der in der Saison 2016/17 gemeinsam mit Raymar Morgan bester Scorer der easyCredit BBL war – Anfang des Jahres wieder zurück in der Liga ist, legt er pro Partie 17,7 Punkte auf. Doch auch ein überragender Knight, der zu seinem Scoring 6,6 Rebounds und 3,9 Assists abliefert, konnte nicht verhindern, dass sein Team sieben der elf Partien mit seinem neuen Anführer verloren hat. Dennoch wird das Match-Up mit Knight den Ulmern die größten Kopfschmerzen bereiten. Denn wenngleich der nur 1,88 Meter große und 98 Kilo schwere Athlet nominell auf der Point Guard Position gelistet ist, liebt der bullige Amerikaner das Spiel unter dem Korb, was Gegenspieler ähnlicher Größe oft vor unlösbare Probleme stellt. 
Ryan Thompson emotional - das wird auch am Sonntag eine Rolle spielen. Foto: Harry Langer
Historie Duelle mit Ludwigsburg sind für ratiopharm ulm traditionell eine harte Nuss: von den bisherigen 32 Partien konnten die Ulmer 13 (40,6%) für sich entscheiden. Insbesondere in der MHP Arena tut sich das Leibenath-Team schwer (13/4 – 18,8 %). Während Ludwigsburg auch in dieser Saison zu den heimstärkeren Teams der Liga gehört (8-4), haben beide schwäbischen Kontrahenten im Monat März dieselbe Bilanz (2-3). Das Hinspiel im November gewannen die Ludwigsburger allerdings souverän mit 91:82 – die Ulmer Aufholjagd inklusive eines 18:0-Runs kam damals zu spät. 
Klein vs. Krämer: Ein Duell das es in sich hat. Foto: Harry Langer
Thorsten Leibenath „Wir müssen keine Rachegelüste für das Hinspiel bemühen – ein Blick auf die Tabelle ist Motivation genug für uns. Wir stehen vor einem richtungsweisenden Spiel, weil wir mit einem Sieg einen Konkurrenten distanzieren können. Ludwigsburg macht es jedem Gegner durch seine athletische Spielweise mit meist kleineren Spielern extrem schwer – darauf müssen wir uns einstellen. Neben dem Start in die Partie wird das Rebounding eine wichtige Rolle spielen, aber auch Marcos Knight. Seit er in Ludwigsburg ist, hat das Team eine deutlich klarere Handschrift.“ 

Und sonst? Bonn (6. Platz/14 Siege), Würzburg (7./14), Ulm (8./13), Braunschweig (9./12), Ludwigsburg (10./12), Bayreuth (11./12), Gießen (12./11) und Frankfurt (13./10) – das sind die acht Teams, die sich um die Plätze sechs bis acht streiten. Einer Analyse der Main Post zufolge, die das Restprogramm der Kontrahenten unter die Lupe genommen hat, haben Bonn und Ulm die größten Chancen (24 Prozent Wahrscheinlichkeit), die Playoffs zu erreichen. Während die Zeitung Würzburg, Braunschweig, Ludwigsburg und Bayreuth eine Erfolgschance von 12,5 Prozent einräumt, spricht die Main Post Gießen und Frankfurt lediglich eine einprozentige Playoff-Chance zu. 
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