Im Fokus Mit einer kurzen Rotation – nur acht Ulmer standen sieben Minuten oder länger auf dem Parkett – legte Leibenath einen großen Schwerpunkt auf die Athletik seiner Mannschaft. Wenngleich die Ulmer das Rebound-Duell gegen das beste Rebounding-Team der Liga knapp verloren (35:30), hielten sie gut gegen und warteten letztlich geduldig auf ihre Chancen. Wie Dwayne Evans: Im Hinspiel noch ohne Punkte, schrammte er im Rückspiel knapp an einem Triple Double vorbei. Oder wie Ryan Thomson, der mit 21 Punkten eine Saisonbestleistung aufstellte, oder wie Miller, der zwar aus der Distanz nicht traf (0/4), dafür aber sieben Assists verteilte und zwei Würfe blockte.
Thorsten Leibenath „Die Mannschaft hat mich aber vor allem sich selbst mit diesem Derby-Sieg beschenkt. Ludwigsburg spielte an beiden Enden des Feldes mit einer so hohen Intensität, dass man sich daran erst gewöhnen muss. Dauert das zu lange, ist das Spiel vorbei. Für uns sah es mit minus 13 Punkten schon nicht gut aus. Aber in der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft unglaublichen Charakter gezeigt. Wir haben in der Pick-and-Roll-Verteidigung ein paar Dinge umgestellt und Ludwigsburg so etwas verlangsamt. In Ludwigsburg muss man damit rechnen, dass es ein Kampf auf Biegen und Brechen wird. Auch deshalb bin ich über den Sieg sehr glücklich.“
Und sonst? Die knapp 100 Punkte von ratiopharm ulm in Ludwigsburg sind in dieser Saison keine Ausnahme mehr. In der easyCredit BBL ist der Punkteschnitt von 81,1 (2018) um drei Zähler auf aktuell 84,6 angestiegen. Aktuell hat die Liga drei Teams, die im Schnitt über 90 Punkte erzielen und nur vier, die im Schnitt nicht über die 80-Punkte-Marke hinauskommen. In der vergangenen Saison sah das noch ganz anders aus: Damals übertraf kein Team die 90 Punkte und acht schafften nicht einmal die 80 Zähler im Schnitt. Alleine an diesem Wochenende übertrafen wieder fünf Teams die 100 Punkte-Marke in einem Spiel.