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Dienstag, 30. Juni 2026

Einmal Uuulmer immer Uuulmer

Die erfolgreiche Zeit von Thorsten Leibenath bei ratiopharm ulm läuft ab. Heute am 30. Juni enden die gemeinsamen Jahre in Orange, und der 51-Jährige wird Sportchef des FC Bayern München Basketball.

Mit Thorsten verlässt uns nicht nur der Sportdirektor … mit ihm geht auch ein Teil der Erfolgsgeschichte von ratiopharm ulm, ein Mitgestalter der Idee „Basketball Ulm“, ein Stück Seele des OrangeCampus und – ein Teil unserer Familie. Deshalb an dieser Stelle kein Pressetext, sondern die persönlichen Abschiedsworte von Gründer und Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll: 

„Vor 15 Jahren war in Ulm Land unter. Ich böser Mensch hatte den Vertrag des beliebten Trainers Mike Taylor nicht verlängert. Und dann besitze ich noch die Frechheit, einen Coach zu holen, der direkt die sozialen Medien zum Kochen brachte. Allerdings nicht positiv: ein gewisser Thorsten Leibenath. Der Rest ist Geschichte: neue Halle, regelmäßige Playoff-Teilnahmen, dazu sich international einen Namen gemacht, mehrmals Vizemeister und Vizepokalsieger. Thorsten wurde vom Trainer zum Sportdirektor. Der fantastische OrangeCampus kam und dann das absolute Wunder: ratiopharm ulm wurde Deutscher Meister, zahlreiche NBA-Drafts usw. usw. Jedes Jahr wunderte ich mich, wie doof unsere Konkurrenz eigentlich war, Thorsten keine Angebote zu machen. Wir sprachen oft darüber, wie es wohl liefe, wenn er mich als Agenten hätte. In den zurückliegenden 15 Jahren habe ich ohnehin sehr viel mit Thorsten gesprochen, mehr als mit sonst irgendjemandem. Zu Hause konnte ich immer anbringen, mit Thorsten mein tägliches Limit an Wörtern leider schon verbraucht zu haben. Dazu viele tausend WhatsApp-Nachrichten, Telefonate und gemeinsame Reisen. 
Es ging nicht immer nur um Basketball, oft ging es um ganz andere Dinge. In den 15 Jahren kann ich mich an keinen einzigen Streit erinnern. Natürlich waren wir oft nicht einer Meinung, aber am Ende fanden wir fast immer sehr gute Lösungen. Wenn einer von uns strikt dagegen war, war das Thema vom Tisch. Auch dann hatte ich kein einziges Mal das Gefühl, dass Thorsten deswegen sauer war. Es war eine sehr gute und entspannte Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Mit viel Spaß, Erfolg und – ganz selten – auch mal Misserfolg. Dazu haben wir beide die Messlatte immer recht hoch gelegt – das ein oder andere Mal vielleicht auch etwas zu hoch. Gerade auch, weil unser Budget oft überschätzt wurde. Die ab und zu auch heftige Kritik in sozialen Medien schweißte uns indes noch stärker zusammen. Dabei sind wir zwei recht unterschiedliche Charaktere. „Bad cop, good cop“ war unser Lieblingsspiel. Wobei ich bis heute nicht verstehe, warum ich immer auf die eine Rolle festgelegt war. So auch jetzt in Bezug auf Thorstens Abschied. Geradezu lächerlich, wie sich gerade die ausgewiesenen Basketballexperten, die allesamt Bamberg vor der Saison zu den Abstiegskandidaten zählten, darüber echauffierten, dass wir Thorstens Weggang – selbstverständlich in Rücksprache mit ihm – mit einem Fünfzeiler veröffentlicht hatten. Mit einer Minute Nachdenken wäre ihnen eventuell aufgefallen, dass dies noch nie und in keiner Sportart anders gehandhabt wurde. Wenn ein Spieler, Trainer oder Verantwortlicher nach der Saison wechselt und es vorab bekannt wird, dann wird das kurz kommuniziert – das große Goodbye kommt am Ende der Spielzeit. Während sogar Medien, die sonst nichts mit Basketball zu tun haben, eine „Schlammschlacht“ kolportierten, arbeiteten wir einfach weiter, schickten uns gegenseitig die witzigsten Artikel und fragten uns nicht nur einmal, warum kein einziger Journalist mal direkt nachgefragt hat. 
Jetzt wird Thorsten bald zu den Bayern wechseln. Ich persönlich hatte ja gehofft, dass er Angebote von erfolgreichen EuroLeague-Teams bekommen würde. Jetzt sind es halt die Bayern. Thorsten hat diese Chance längst verdient, und er wird das auch sehr gut machen. Aber ich habe es bereits in der ratiopharm arena betont: Wir, das kleine schwäbische Doppeldörflein, werden weiter der „pain in the ass“ für die 50-Millionen-Bayern sein. Wir werden auch dem Neu-Bayern Thorsten Leibenath versuchen, die Lederhosen auszuziehen und weiter mit Inbrunst das Bayern-Lied der Toten Hosen singen. 

Thorsten und seiner Familie wünsche ich alles Gute in München und viel Erfolg in der EuroLeague. VIELEN DANK für die gemeinsamen 15 Jahre. Es war eine fantastische Zeit, die uns immer miteinander verbinden wird. Du wirst mir fehlen. Insbesondere am Spielfeldrand.“ 
Beim Abspielen des Videos werden Daten an YouTube gesendet. Es gilt die Datenschutzerklärung von Yotube.
Thorsten Leibenath in 15 Jahren bei ratiopharm ulm 
  • 8 Jahre Cheftrainer 
  • 7 Jahre Sportdirektor 
  • 2× deutscher Vizemeister als Trainer 
  • 2× Trainer des Jahres 
  • 1× Deutsche Meisterschaft als Sportdirektor 
  • Aufbau der Ulmer Talent- und Entwicklungsstrategie 

Mai 2011 – Saison 2018/19 (als Cheftrainer) 

Saison 2011/12 
  • Führte Ulm direkt in seiner ersten Saison zur deutschen Vizemeisterschaft 
  • Auszeichnung als BBL-Trainer des Jahres 2012 

Saison 2012/13 
  • Erste Teilnahme der Vereinsgeschichte am EuroCup 
  • Erreichen des EuroCup-Viertelfinals 
  • Erreichen des Halbfinals der Basketball-Bundesliga 

Saison 2013/14 
  • Einzug ins deutsche Pokalfinale 

Saison 2015/16 
  • Zweite deutsche Vizemeisterschaft 

Saison 2016/17 
  • Historische Rekordserie von 27 Liga-Siegen in Folge 
  • Hauptrunden-Erster mit 30 Siegen und nur 2 Niederlagen 
  • Erneut BBL-Trainer des Jahres (2017) 

Karrierebilanz als Ulm-Coach 
  • 8 Spielzeiten als Cheftrainer 
  • Zweimal deutscher Vizemeister 
  • Zweimal Pokalfinalist 
  • Einer der dienstältesten Trainer der Bundesliga seiner Zeit 

März 2019 – Sommer 2026
Position: Sportdirektor


2019–2022 
  • Aufbau einer langfristigen Talententwicklungsstrategie 
  • Verstärkte Ausrichtung auf junge internationale Talente 
  • Weiterentwicklung des OrangeCampus-Konzepts 

Saison 2022/23 
  • Verantwortlich für den Meisterkader 
  • Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte 

2023–2026 
  • Fortsetzung des Ulmer Modells als Talentplattform 
  • Entwicklung mehrerer internationaler Spitzentalente und NBA-Kandidaten 
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