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Donnerstag, 09. Juli 2026

Gekommen, um zu bleiben

25 Geschichten bis zum 25. Geburtstag, Teil 20. Heute liefern wir ein paar Einblicke in die erste Bundesliga-Saison der Clubgeschichte. Von spektakulären Krimispielen bis hin zum Lob des Bundestrainers war diese Spielzeit mit vielen Highlights geschmückt.

Mit dem Jahr 2006 änderte sich für die Uuulmer Grundlegendes. Der Aufstieg in die erste Basketball-Bundesliga Deutschlands brachte sportlich, wie auch in der Vermarktung komplett neue Möglichkeiten mit sich. Historisch bleibt der Moment in jedem Fall, denn die erste Saison BBL sollte nicht die letzte sein. Seit dem sportlichen Aufstieg kämpfen die Uuulmer ununterbrochen im deutschen Oberhaus und stiegen nicht wieder ab. Auch der damalige Bundestrainer Dirk Bauermann war schnell vom Uuulmer Programm begeistert und äußerte sich noch in derselben Saison mit den Worten: „Das Ulmer Team ist eine Bereicherung für die gesamte Liga!“
34 Jeff Gibbs Foto: ratiopharm ulm
Sportlich gesehen ging ein großer Traum in Erfüllung und der nächste große Schritt der Clubgeschichte sollte unter entsprechenden Umständen so erfolgreich wie möglich gestaltet werden. Mit einem Kribbeln im Bauch und Adrenalin im Körper nahmen die Spieler die Herausforderung dankend an. „Die ersten Spiele waren schon aufregend. Man hat sofort gemerkt, dass das schon ein anderes Niveau ist. Körperlicher, schneller, intensiver. Aber wir haben auch gesehen, dass wir mitspielen können und keine Angst haben müssen“, erklärt Uuulmer Ikone Florian Möbius im Interview. 

Schnell wurde klar, dass die neue Liga neue Voraussetzungen mit sich brachte. Es änderten sich die Gegner, aber die Abläufe blieben weitestgehend ähnlich: „⁠In meiner Routine habe ich nicht viel geändert. Mir war es immer schon wichtig früh in der Halle zu sein, viele Würfe zu machen und ein Gefühl für die Atmosphäre zu bekommen“, schildert Möbius weiter. Das Niveau war ein ganz anderes. Auf einmal traten die Uuulmer gegen die Besten des Landes an und mussten sich mit Schwergewichten wie etwa ALBA Berlin oder den Bayer Giants Leverkusen messen. „Es war vor allem körperlicher. Daher hatte ich mich den ganzen Sommer darauf auch vorbereitet und viel Zeit im Kraftraum verbracht. Ich wusste, dass in der ersten Liga andere Kaliber an Spielern auf mich zukommen werden“, untermauert der Uuulmer Aufstiegsheld.
Florian Möbius (14) spielte seit der Clubgründung sieben Jahre bei den Uuulmern. Foto: ratiopharm ulm
Die besonderen Momente waren es, die diese Saison so besonders und einzigartig gemacht haben. Momente, in denen man realisierte, dass die Bundesliga keine Herausforderung sein soll, sondern ein neues Zuhause wird. Momente, in denen das Selbstvertrauen steigt und jeder einzelne in der Entwicklung, sowie im Kollektiv weiterwächst. „Wir haben uns sehr schnell heimisch gefühlt. Ich erinnere mich noch an das erste Spiel in Frankfurt. Dort haben wir zwar durch einen Wurf in der letzten Sekunde verloren. Auch wenn das superärgerlich war, wussten wir doch, dass wir angekommen sind, weil wir gegen ein so gutes Team mitgehalten und nahezu 40 Minuten geführt hatten“, so Möbius. 

Am Ende überwiegt allen voran der Stolz. Der Stolz, Teil von etwas Großem, Teil von etwas Einzigartigem gewesen zu sein. Ein Teil der Uuulmer Clubgeschichte, ein Teil der Mannschaft, die sich zum ersten Mal im deutschen Oberhaus etablierte und auch bereits die großen Rosse ärgern konnte.„Am meisten stolz macht mich, dass ich bevor ich nach Ulm kam, nie damit gerechnet habe mal erste Liga zu spielen und ich mich dann so weiterentwickelt habe, dass ich auf diesem Niveau mitspielen konnte und auch dem Team wirklich helfen konnte.“, erklärt Florian Möbius abschließend.
31 Austen Rowland; 5 Jonathan Levy Foto: ratiopharm ulm
Auch in der Vermarktung öffneten sich den Uuulmern neue Möglichkeiten, die es in der zweiten deutschen Basketballliga so noch nicht gegeben hat. Mit einem Aufstieg wächst ein Club nicht nur sportlich, sondern auch als Marke. „Der Aufstieg in die BBL hat uns plötzlich auf eine ganz andere Bühne gebracht. Die mediale Aufmerksamkeit war deutlich größer, wir waren regelmäßig in nationalen Medien präsent und konnten potenziellen Partnern eine ganz andere Reichweite bieten. Dadurch sind Gespräche mit Sponsoren einfacher geworden und wir konnten bestehende Partnerschaften weiterentwickeln. Die Bundesliga war für uns auch ein wichtiges Qualitätssiegel, das geholfen hat, die Marke ratiopharm ulm weiter zu stärken“, erklärt Geschäftsführer Andreas Oettel. 

Neben den Möglichkeiten entstanden gleichzeitig auch Herausforderungen. Das eigene Equipment musste aufgerüstet werden, um den Standards der Bundesliga zu entsprechen und auch um möglichen neuen Partnern ein einzigartiges Erlebnis bieten zu können. „Mit dem Aufstieg mussten wir uns in vielen Bereichen professionalisieren. Die Anforderungen der Liga waren deutlich höher – von Hallenstandards über Spielorganisation bis hin zu Medienarbeit und Vermarktung. Die größte Herausforderung bestand darin, entsprechende Strukturen aufzubauen, die bundesligatauglich waren. Mit viel Engagement und Herzblut ist es uns gelungen, diese Herausforderung zu stemmen“, erläutert Oettel weiter. 

Zudem erinnert er sich gerne und positiv zurück: „Wenn man ehrlich ist, denkt man nach einem Aufstieg zunächst vor allem daran, die erste Saison zu überstehen. Dass sich der Club über so viele Jahre in der Bundesliga etablieren und sogar zu den Top-Adressen des deutschen Basketballs gehören würde, hätte damals wahrscheinlich niemand in dieser Form vorhergesagt. Umso stolzer macht es mich heute zu sehen, wie sich der Club entwickelt hat“.
31 Austen Rowland Foto: ratiopharm ulm
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