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Donnerstag, 04. Juni 2026

Vom Traum zur Heimat

25 Geschichten bis zum 25. Geburtstag, Teil 15. Heute blicken wir hinter die Kulissen des OrangeCampus - von der ersten Idee über Jahre des Aufbaus bis hin zum heutigen Zuhause von ratiopharm ulm und seine Bedeutung für die Zukunft des Clubs.

Während die Geschichte von 25 Jahren ratiopharm ulm von großen Spielen, besonderen Momenten und sportlichen Meilensteinen erzählt, beginnt ein entscheidendes Kapitel an einem Ort, der die Zukunft des Clubs prägt wie kein anderer: dem OrangeCampus. Ein Projekt, das weit über eine Trainingshalle hinausgeht und heute das Herzstück von ratiopharm ulm bildet. Mit der Vision der beiden Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll und Andreas Oettel entstand hier ein Ort, an dem junge Uuulmer Talente gefördert, Werte vermittelt und die Grundlagen für die Basketball-Zukunft gelegt werden. Nachhaltiger Erfolg entsteht nicht allein auf dem Parkett, er braucht ein Zuhause, einen Ort der Begegnung und der Entwicklung. Gemeinsam mit Andreas Oettel reisen wir zurück zu den Anfängen des OrangeCampus und sprechen über die Entstehung, die Herausforderungen auf dem Weg dorthin sowie über eine Idee, die er gemeinsam mit Dr. Thomas Stoll Wirklichkeit werden ließ.

Die Suche nach einem Zuhause in Orange
Die Geschichte des OrangeCampus beginnt bereits im Sommer 2013 mit der Eröffnung der Nelsonhalle in Neu-Ulm. Für ratiopharm ulm war sie die erste eigene Trainingshalle - ein wichtiger Meilenstein. Trotz eigener Trainingsflächen war der Club weiterhin auf zusätzliche Hallen in Ulm und Neu-Ulm angewiesen. Für Andreas Oettel war deshalb früh klar: „Der Platz reichte uns irgendwann einfach nicht mehr aus.“ Der Bedarf wuchs mit jedem Jahr. Immer mehr Jugendliche fanden den Weg zum Basketball, Trainingszeiten wurden knapper und Trainer pendelten täglich zwischen verschiedenen Standorten. „Du verbringst da mehr Zeit das logistisch zu koordinieren als mit dem Training selbst“, beschreibt Oettel die damalige Situation. Was zunächst als Idee für zusätzliche Trainingsflächen begann, entwickelte sich schnell weiter. Bereits 2014 wurden erste Überlegungen angestellt, wo und wie ein größeres Trainingszentrum entstehen könnte. Das Ziel war ambitioniert: drei eigenständige Basketballhallen unter einem Dach. 

Doch je konkreter die Planungen wurden, desto deutlicher wurde, dass es um weit mehr als Hallenkapazitäten ging. „Sehr schnell war dann klar: Eigentlich möchtest du ja auch ein Zuhause haben, eine eigene Adresse“, sagt Oettel. Daraus entstand letztlich die Idee des OrangeCampus - nicht nur als Trainingszentrum, sondern als Herzstück des Uuulmer Basketballs. Ein Ort für Spieler, Trainer, Mitarbeiter, Fans und Partner. Ein Ort, an dem Entwicklung, Begegnung und Gemeinschaft zusammenkommen. 
Vom Widerstand zur Wirklichkeit
Der Weg zum OrangeCampus war jedoch kein Selbstläufer - im Gegenteil. Was heute als moderner Leuchtturm des Uuulmer Basketballs sichtbar ist, war über Jahre ein umkämpftes Projekt, das weit über sportliche Planung hinausging. „Wir hatten massiven Gegenwind“, erinnert sich Andreas Oettel zurück. Politisch sei das Vorhaben umstritten gewesen. Bevor gebaut werden konnte, musste der Club Vertrauen schaffen. Eine entscheidende Rolle spielte dabei eine Unterstützungsaktion, die in kurzer Zeit enorme Wirkung entfaltete. „Innerhalb von sechs Wochen haben wir knapp eine Million Euro Eigenkapital eingesammelt“, sagt Oettel. Die politische Entscheidung für den Bau sei ohne dieses Vertrauen nicht denkbar gewesen. „Die Stadträte, die dafür gestimmt haben, haben Mut gezeigt“, so Oettel. Neben Partnern waren es auch Fans und Mitglieder, die früh an die Idee glaubten - zu einem Zeitpunkt, an dem der OrangeCampus noch Zukunftsprojekt und Vision zugleich war. „Da haben Menschen gespendet, bevor überhaupt etwas zu sehen war“, sagt er. „Das war ein sehr starkes Zeichen.“ Als Anerkennung ihres Engagements wurden die Namen der Unterstützer später im Foyer des OrangeCampus verewigt - eine bleibende Erinnerung an die Menschen, die das Projekt von Beginn an mitgetragen haben. 

Mit Liebe zum Detail
Doch nicht nur die politische Dimension prägte den Weg, sondern auch die lange Phase der Planung und Visualisierung. Bei der Planung stand eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie schafft man einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen? „Das Wichtigste für uns waren kurze Wege und praktische Effizienz“, erklärt Andreas Oettel. Hinter dieser scheinbar einfachen Aussage steckt ein durchdachtes Konzept. Obwohl unter dem Dach des OrangeCampus unterschiedliche Bereiche zusammenfinden - vom Nachwuchs- und Profibasketball über Fitnessstudio und Gastronomie bis hin zu Büroflächen - sollte kein Nebeneinander entstehen. Der Kerngedanke dahinter ist das heutige Foyer. „Wir wollten einen Ort schaffen, wo man in alle Bereiche kommt und wo man sich immer kreuzt“, beschreibt Oettel die Idee. Statt separater Eingänge und abgeschotteter Bereiche entstand ein zentraler Treffpunkt, der den Gemeinschaftsgedanken sichtbar macht. Für Oettel war genau das entscheidend: „Der Community-Gedanke, unser ,We Are One', sollte erhalten bleiben.“
Neben dem Miteinander spielte auch die sportliche Qualität eine entscheidende Rolle. Der OrangeCampus sollte optimale Voraussetzungen bieten, um Talente zu entwickeln und Leistungssport auf höchstem Niveau zu ermöglichen. „Uns war wichtig, dass wir unter den bestmöglichen Bedingungen trainieren können“, betont Oettel. Deshalb wurde bei der Planung auf jedes Detail geachtet - von den Korbanlagen über die moderne LED-Beleuchtung bis hin zum Hallenboden. Das Ziel: Die Bedingungen im Training sollten den Bedingungen in der ratiopharm arena möglichst nahekommen.

Zwischen Genehmigungen, Finanzierung und Bauphasen gab es also auch Momente, die besonders Vorfreude erzeugten - etwa die ersten digitalen 3D-Modelle des Campus. „Damals konnten wir durch das Gebäude fliegen, mit groben Texturen und Raumgefühl“, beschreibt Oettel. „Das war schon sehr cool, um ein Gefühl für Größen und Distanzen zu bekommen.“ Die konkrete Gestaltung im Inneren wurde zu einem positiven Gegenpol zu den schwierigen Rahmenbedingungen. „Das Bemustern, das Aussuchen, was später drin ist, das war eine schöne Phase“, sagt Oettel. 
Zwischen Pandemie und Zielgerade
Die nächste Herausforderung kam im Frühjahr 2020 - mitten in der Pandemie. Während der Innenausbau auf Hochtouren lief, stand plötzlich alles unter neuen Vorzeichen. Lieferketten, Personal und Baustellenbetrieb mussten unter extremen Bedingungen organisiert werden. Trotz dieser außergewöhnlichen Umstände blieb der Zeitplan weitgehend stabil. Nach rund 18 Monaten Bauzeit konnte der OrangeCampus nahezu termingerecht fertiggestellt werden. „Das lief schon wirklich gut, großes Lob an alle Beteiligten“, sagt Oettel rückblickend. „Die Eröffnung während der Pandemie war der Moment, in dem dann alles zusammenkam und wir einfach nur stolz waren“, erinnert sich Oettel.

Was hier begonnen hat, wächst weiter
Dass der OrangeCampus Realität wurde, war Ergebnis jahrelanger Überzeugungsarbeit auf verschiedenen Ebenen. Heute ist aus dieser Idee ein Ort geworden, der längst Teil der Identität des Clubs ist. Doch für Oettel ist klar: Der Campus ist kein Endpunkt, er ist ein Fundament. „Das hier ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern etwas, das sich ständig weiterentwickelt.“ Für Andreas Oettel ist das Projekt vielmehr ein Symbol dafür, wie sich der gesamte Club versteht: im ständigen Wandel, aber mit klarer Richtung. „An Visionen und Ideen wird es uns nicht mangeln und wir sind noch lange nicht fertig“ so Oettel. 
25 Jahre ratiopharm ulm stehen für genau diesen Gedanken: sich entwickeln, wachsen und immer wieder neu erfinden. Vom Aufstieg eines jungen Clubs über große sportliche Momente bis hin zum OrangeCampus als sportlichem Zuhause hat sich in dieser Zeit eine Identität geformt, die weit über den Basketball hinausgeht. Es ist eine Geschichte, die nicht mit einem einzelnen Erfolg erzählt ist, sondern mit vielen kleinen und großen Schritten - getragen von Menschen, die an die Idee geglaubt haben. 
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